Abnehmen mit der Steinzeitdiät Paleo Diät

Paleo steht für Paläolithikum, die Altsteinzeit – da hat man doch schnell eine Idee, worum es sich bei der Diät handeln könnte. Auf dem Speiseplan stehen möglichst naturbelassene Nahrungsmittel, von denen sich unsere Vorfahren einst ernährt haben. Wir stellen die Paleo-Diät genauer vor.

Paleo-Diaet: Mit Fleisch, Fisch, Eiern, Nüssen, Obst und Gemüse essen wie in der Steinzeit Paleo Diät © iStock

Essen, wie in der Steinzeit

Als Paleo-Anhänger muss man sich in die Steinzeit zurückdenken, natürlich nicht mehr ganz so streng – aber das ist die Idee hinter dieser Diätform: Man ernährt sich so, wie die Jäger und Sammler von einst. Neben Fleisch und Fisch dominieren vor allem Beeren, Gemüse oder Nüsse den Speiseplan. Allerdings stand Fleisch damals nicht täglich auf dem Speiseplan, denn die Jäger waren oft tage- oder wochenlang unterwegs, um ein Mammut für den ganzen Stamm zu fangen und zu erlegen. Das ist heute natürlich wesentlich einfacher. Bei der Paleo-Diät handelt es sich also um eine Low-Carb-Form, das heißt auf Kohlenhydrathe wird weitestgehend verzichtet. Diese Lebensmittel sind bei der Paleo-Diät erlaubt:

  • Fleisch
  • Eier
  • Fisch
  • Gemüse (vor allem Wildpflanzen)
  • Obst (vor allem Beeren)
  • Trockenobst
  • Nüsse
  • Samen
  • Tierisches Fett

Verboten sind folgende Lebensmittel

Sie haben es schon geahnt, bei der Paleo-Diät ist für viele Lebensmittel keinen Platz – die gab es während der Altsteinzeit schließlich nicht. Der Körper wird sich an den neuen Speiseplan daher gewöhnen müssen. Tabu sind diese Lebensmittel:

  • Zucker
  • Kaffee
  • Alkohol
  • Getreide
  • Hülsenfrüchte
  • Pflanzenfett
  • Fertiggerichte
  • Obst nur in begrenzter Menge (aufgrund des Zuckergehalts)
  • Milch und Milchprodukte
  • Pflanzenöle: Öle wie Raps-, Distel- oder Sonnenblumenöl sollten Sie nicht mehr verwenden. Auch Margarine sollten Sie aus Ihrem Kühlschrank verbannen. Hier stimmt nach Ansicht der Paleo-Anhänger das Verhältnis zwischen Omega-3- und Omega-6-Fettsäuren nicht.

Was nun essen? So schwer ist das eigentlich gar nicht - Sie können beispielsweise ein leckeres Steak oder Fisch zubereiten und dazu reichlich Gemüse essen. Für den Hunger zwischendurch gibt es eine Handvoll Nüsse. Auf geliebte Pasta oder Reis zu verzichten kann am Anfang natürlich schwerfallen. Kartoffeln sind übrigens eine Grauzone. Sie sind beim Gemüse nicht die erste Wahl, scheinen aber ab und zu erlaubt zu sein. Wie streng man die Diät leben möchte, muss jeder für sich entscheiden. 

Rezepte:

Tagliata vom Rind
Rumpsteak mit Thymian-Schalotten
Steak richtig braten
Rinderfilet richtig grillen
Loup de Mer aus dem Ofen
Dorade aus dem Ofen
Omelett mit Pilzen

Mehr Rezepte gibt es auch im Buch von Nico Richter in seinem Buch „Paleo - Power for Life“ für ca. 30 Euro, er hat die Paleo-Diät in Deutschland als einer der ersten bekannt gemacht. Ein bisschen Sport ist natürlich auch immer gut: Diese Yoga- und Pilates-Übungen können Sie zu Hause machen.

So funktioniert die Paleo-Diät

Anhänger der Paleo-Diät empfehlen eine schrittweise Ernährungsumstellung nach Plan. Empfohlen werden drei Tage, die Testphase kann sich aber bis zu 30 Tagen hinziehen. Paleo-Jünger betrachten die Paleo-Diät als eine generelle Ernährungsweise, die anderen wollen nur damit Abnehmen. In jedem Fall ist die Paleo Diät eine “echte Diät“, weil das Wort Diät zum einen eine besondere Ernährungsform beschreibt, zum anderen als Diät im Sinne von Abnehmen allgemein bekannt ist. Die Lebensmittelportionen sollten anteilig folgendermaßen aufgeteilt werden (von oben nach unten):

  • Gemüse
  • Proteine wie Fleisch, Fisch oder Eier
  • Fett

Beim Fleisch achten Paleo-Anhänger auf eine gute Qualität, weil Klasse statt Masse gilt. Theoretisch können Sie diese Diät machen, bis Sie Ihr Wunschgewicht erreicht haben. Darüber hinaus sollten Sie, von der Einseitigkeit einmal abgesehen, nicht zu viel Fleisch, Wurst, Innereien und Fisch essen, weil sich durch diese Lebensmittel verstärkt Harnsäure im Körper bildet. 

Was die Paleo-Diät bringt

Teilnehmer einer zweijährigen Studie sollen in den ersten sechs Monaten stark an Körperfettmasse verloren haben. Nach zwei Jahren verringerte sich der Abstand zu einer Kontrollgruppe, die herkömmlich bzw. weniger eiweißlastig gegessen hat. Auch der Bauchumfang soll sich in den ersten sechs Monaten deutlich verringert haben. Für stark übergewichtige Menschen kann eine strikte Paleo-Diät also durchaus sinnvoll sein, um schnell an Gewicht zu verlieren. Wer unter Adipositas leidet, sollte sich hinsichtlich einer generellen Abnahme und der am besten geeigneten Diät mit seinem Hausarzt besprechen.

Paleo Diät: Wie gesund ist die Steinzeitdiät?

Auf der einen Seite wird eine Eiweißkost zum Abnehmen als günstig bewertet – Erfolge sind schnell sichtbar, was bei Menschen mit Adipositas vorrangig ist, um Körperfett und -gewicht zu verringern. Langfristig kann eine stark eiweißlastige Ernährung aber Nierensteine und Gicht fördern. Die zwei Seiten einer Medaille. Auch laufen Paleo-Anhänger und ihrer Steinzeiternährung Gefahr, mit Jod unterversorgt zu sein. Menschen mit Gicht und Rheuma oder Multiple Sklerose (Harnsäure) sollten auf diese Diät verzichten oder ihren Arzt fragen – das gilt auch für Schwangere. 

Fazit:

Wer schnell an Gewicht verlieren will oder muss, für den ist die Paleo-Diät wie auch andere Low-Carb-Diäten eine gute Möglichkeit. Um das Gewicht später zu halten, sollte man aufgrund der vorgenannten Gründe aber wieder zu einer ausgewogenen Mischkost zurückfinden. Das Argument von Paleo-Anhängern, dass sich der Mensch evolutionär immer noch nicht auf die heutige Ernährungsweise und Lebensmittel eingestellt hat, kann wissenschaftlich nicht gehalten werden. 

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Datum: 26.03.2020
Autor: Tanja Seiffert

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