24. November 2020
Käsespätzle selber machen: Die 3 wichtigsten Fragen

Käsespätzle selber machen

Wer hat’s erfunden? Die Schwaben – zumindest glauben sie das. Fest steht: Käsespätzle gehören vor allem in Schwaben, im Allgäu und in Österreich zu den Lieblingsgerichten. Die Teignocken sind auch bekannt unter den Namen Kässpatzen, Chäschnöpfli oder Käsknöpfle. Frische Käsespätzle sind eine eigenständige Mahlzeit – sie werden mit kräftigem Bergkäse geschichtet und mit Röstzwiebeln und etwas Petersilie serviert. Dazu gibt's einen grünen Salat. Wir klären die wichtigsten Fragen zur Zubereitung von Käsespätzle.

Was benötigt man zum Spätzle selber machen?

Sie benötigen folgende Grundzutaten:

  • 300 g Mehl
  • 4 Eier, Größe M
  • etwas geriebene Muskatnuss
  • 4-6 EL Mineralwasser
  • ca. 250 g Bergkäse oder Emmentaler
  • 2 große Zwiebeln
  • 1 EL Butterschmalz

Der zähflüssige Teig wird so lange mit der Hand oder mit dem Knethaken gerührt, bis er Blasen wirft und seidig glänzt. Wenn der Teig zu fest ist, einfach noch etwas Mineralwasser hinzugeben. Ein Tuch über die Schüssel geben und den Teig mindestens eine halbe Stunde ruhen lassen. Setzen Sie einen Topf mit reichlich (wichtig!) Salzwasser auf und pressen oder schaben Sie die Spätzle direkt ins leicht sprudelnde Wasser. Fürs Schaben benötigen Sie ein Messer mit langer Klinge sowie ein Spätzlebrett (anfangs reicht auch ein normales Brett). Wenn die Spätzle oben schwimmen (nach ca. drei Minuten), diese mit einer Schöpfkelle aus dem Wasser holen und in in eine mit Butter gefettete Auflaufform geben. Die Spätzle nun abwechselnd mit geriebenem Bergkäse aufschichten, die letzte Schicht ist Käse.

Üblich sind Sorten wie Appenzeller, Emmentaler oder Le Gruyère - natürlich können Sie auch eine Käsemischung herstellen. Sollen die Spätzle besonders cremig werden, dann geben Sie einfach nur etwas Sahne hinzu. Die Käsespätzle haben dann natürlich noch mehr Kalorien.

Halten Sie die Auflaufform zwischen den Schichten bei ca. 120 bis 150 Grad warm. Jetzt die Zwiebeln in Ringe schneiden und in Butterschmalz goldbraun anrösten, die Petersilie abbrausen, abtrocknen kleinschneiden, unterheben und zu den Spätzle reichen.

Übrigens: Die Spätzle können Sie auch ganz klassisch in der Pfanne zubereiten. 

Tipp: Neben Bergkäse passen auch Emmentaler, Bierkäse oder mittelalter Gouda vorzüglich zu Käsespätzle.

Vegane Käsespätzle

Für eine vegane Variante lassen Sie Zutaten wie Ei und Käse weg – mit Kurkuma kann man den Spätzle die schöne gelbe Färbung geben, die sie normalerweise durch die Eier haben. Das Grundrezept:

  • 200 g Mehl
  • 3 EL Hartweizengrieß
  • 2 TL Pflanzenöl
  • 2 TL Salz
  • 250 ml Sprudelwasser
  • 2-3 Zwiebeln
  • 50 ml pflanzliche Sahne
  • 100 g veganer Käse (gerieben)
  • Petersilie oder Schnittlauch zum Servieren

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Welches Mehl für Spätzle?

Über diese Frage kann man sich regelrecht streiten: Während die einen ihre Spätzle mit herkömmlichem Weizenmehl (Typ 405 oder 550) herstellen, verwenden andere ausschließlich Spätzlemehl oder Weizendunst. Wenn im Rezept auf einmal die Rede von diesem Mehl ist, gibt es viele Fragezeichen. Was ist also der Unterschied zwischen Weizenmehl und Weizendunst bzw. Spätzlemehl? Weizendunst, oder auch nur Dunst, bzw. Spätzlemehl, ist eine Mischung aus Mehl und Grieß und aufgrund der Körnung griffiger als normales Weizenmehl.

Der Teig wird mit der speziellen Mischung bissfester und nimmt deutlich mehr Wasser auf. Spätzlemehl eignet sich daher auch hervorragend, um Teig für Nudeln und Pasta sowie Kloßteig herzustellen. Man kann auch Soßen damit andicken. Probieren Sie einfach aus, mit welchem Mehl Sie besser arbeiten können!

Spätzle pressen oder schaben?

Ob Sie Spätzle lieber schaben oder pressen ist Geschmackssache. Das Schaben braucht auf jeden Fall etwas Geschick und Übung. Wenn Sie Spätzle erstmalig selber machen und diese gleich Gästen servieren wollen, dann empfiehlt sich eine Spätzleteigpresse oder eine Spätzlereibe. Dazu geben Sie einfach portionsweise Teig hinein und pressen ihn direkt ins Wasser. Beim Schaben streichen Sie gleichmäßig etwa 2 Esslöffel Teig auf die untere Hälfte eines befeuchteten Holz und trennen mit dem Messer die Spätzlefäden ab. Hier gilt es, zügig zu arbeiten, damit die Spätzle gleichmäßig gar werden.

Spätzle abschrecken – eine gute Idee?

Nur, wenn diese anschließend nicht direkt weiterverarbeitet oder verzehrt werden werden. Das kalte Wasser sorgt beim Abschrecken dafür, dass der Garprozeß unterbrochen wird und die Spätzle nicht zu einem Kloß zusammenkleben. Wenn die Spätzle allerdings direkt gegessen oder für Käsespätzle weiterverarbeitet werden sollen, kann man sie direkt auf die Teller oder in eine Ofenform geben. Ob Sie Spätzle abschrecken oder nicht, hängt also von der weiteren Verarbeitung oder dem Verzehr ab.

Warum heißen Spätzle eigentlich Spätzle?

Wenn man nichts genaues weiß, was macht man dann? Man streitet! So ist es auch bei den Spätzle, denn der sprachliche Ursprung ist nicht bekannt – und daher umso heftiger umstritten. Hierum geht's:

Noch bevor man Spätzle vom Brett geschabt und Knöpfle durch ein Knöpflesieb gedrückt hat, haben Hausfrauen Spätzle ohne Hilfsmittel von Hand oder mit einem Löffel hergestellt. Weil man den Teig in der Hand mit Spatzen verglichen bzw. in Verbindung gebracht hat, wurden Spätzle zuerst "Spatzen“ genannt. Die Teiglinge waren damals also größer als heute.

Dann gibt es noch diese Theorie: Das Wort “Spätzle“ soll vom italienischen “spezzato“ kommen, was übersetzt “Gestückeltes“ oder “Geschnetzeltes“ heißt: “pezzo“ heißt “Stück“, “spezzare“ “in Stücke schneiden“. Der Teig wurde also in Stücke geschnitten oder gerissen – daraus wurde die “Spätzeform“. Nach schwäbischer Mundart wurden daraus dann die heute bekannten “Spätzle“.

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