Kochratgeber Obazda – das Original-Rezept zum Selbermachen

Die bayerische Käsecreme wird nicht nur traditionell zur Brotzeit gegessen, sondern ist auch ein klassisches Biergarten-Gericht zu Brezel, Rettich, Radieschen und Bier. Auf dem Oktoberfest, zur Wiesn, werden Obazden auch von internationalem Publikum gern bestellt. Ein einfaches Gericht, dass sich aber großer Beliebtheit erfreut. Erfahren Sie mehr über die bayerische Spezialität – natürlich gibt’s hier auch das Rezept!

Obazda Obazda – das Original-Rezept zum Selbermachen © iStock

Obazada – eine Käsecreme mit Tradition

Hinter der Weichkäsespezialität steckt eine kleine Geschichte: Ursprünglich war Obazda ein sogenanntes „Arme Leute Essen“, denn es diente der Resteverwertung von altem, überreifem Camembert oder Brie. Die Weichkäse schmecken „rass“, also sehr streng, wenn sie einen gewissen Reifegrade (überschritten) haben. Damals hatte man noch nicht die Kühlmöglichkeiten wie heute. Anstatt die Käse wegzuwerfen, wurden sie mit Butter, Salz, Paprikapulver, Zwiebeln, Kümmel und Bier wieder genussfähig gemacht. In den 20er Jahren erkannte die Wirtin Katharina Eisenreich das Potenzial der Käsecreme und setzte sie  auf die Speisekarte ihres „Braustüberl“ in Weihenstephan, dem Sitz der ältesten Brauerei der Welt. So hat sich Obatzder zur bayerischen Nationalspeise gemausert. 

Übrigens: Über die Schreibweise Obatzter, Obatzda oder Obazda ist man sich in Bayern uneins – von daher ist jede möglich. Übersetzt heißt das so viel wie „angemachter“ oder „vermischter“ Käse. Aber: Um die Regionalität zu schützen, dürfen seit 2015 nur in Bayern hergestellte Obatzten auch den Namen tragen. Eine im anderen Teil Deutschland hergestellte Käsezubereitung muss sich daher anders nennen, denn sie ist nicht original bayerisch. Der pikante Brotaufstrich wird aber nicht nur in Süddeutschland gegessen: In der Schweiz ist sie als „Gemanschter“, in Hessen als „Hessischer“ und in Österreich als „Liptauer“ bekannt. 

Obazda zubereiten

Für 6-8 Personen

  • 2 Camembert (à 250 g)
  • 60 g weiche Butter
  • etwas Sahne oder Milch
  • 2 Zwiebeln
  • Salz
  • Pfeffer
  • gemahlener Kümmel
  • Edelsüß-Paprika
  • 1 Bund Radieschen
  • 6-8 Laugenbrezeln oder Brot

Zur Herstellung von Obazda werden Camembert oder Brie mit der Gabel zerdrückt und dann mit weicher Butter, den Gewürzen, Sahne oder Milch zu einer streichfähigen Masse vermischt. Für die kräftigeren Varianten nimmt man Limburger oder Romadur, abmildern kann man sie mit Quark oder Frischkäse. In Altbayern wird der Rezeptur auch gerne Bier, in Franken Wein zugefügt. Die Käsesorten können je nach Geschmack auch gemischt werden.

Nach den EU-Richtlinien müssen Obatzten heutzutage aus mindestens 40 Prozent Camembert und/oder Brie bestehen, der Anteil an Käse insgesamt muss mindestens 50 Protzent betragen. Die Weichkäse müssen folgende Fettgehalte in der Trockenmasse aufweisen:

  • Camembert zwischen 30 und 85 Prozent
  • Brie zwischen 45 und 85 Prozent
  • Romadur zwischen 20 und 85 Protzent
  • Limburger zwischen 20 und 59 Prozent
  • Frischkäse zwischen 10 und 85 Protzent 

Heutzutage wird Obazda in der Regel frisch zubereitet – wenn Sie aber einen oder verschiedene Weichkäse übrig haben, dann ist Obatzda die perfekte Speise zur Resteverwertung.

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