27. August 2021
Die besten Pilzgebiete in Deutschland

Pilze sammeln: Die besten Pilzgebiete in Deutschland

Wann beginnt die Pilzsaison? In welchem Monat kann ich meine Lieblingspilze finden? Und wo genau soll ich suchen? Bei uns erfahren Sie, zu welcher Jahreszeit Sie am besten Pilze sammeln können, unter welchen Baum Sie suchen sollten und welche Orte am ergiebigsten sind. Wir verraten Ihnen die besten Pilzgebiete in Deutschland!

Wann gibt es welche Pilzarten?

Im Allgemein kann man sagen, dass es in allen Monaten Pilze gibt. Die Hauptsaison, in der die meisten Pilze wachsen, ist allerdings von Sommer bis Herbst. Besonders im Herbst, nach Regenfällen, sprießen die Pilze in den Wäldern. Dann heißt es für Pilzsammler: Ran an die Körbchen!

Pilzesammeln in Deutschland: Worauf muss man beim Sammeln achten?

Am wichtigsten ist natürlich, dass Sie giftige von ungiftigen Pilzen unterscheiden können. Pilzesammeln ohne Vorbereitung und entsprechende Kenntnisse ist nicht empfehlenswert – immerhin gibt es rund 60 giftige Arten, die man kennen sollte. Sie haben daher zwei Möglichkeiten: Entweder Sie gehen mit versierten Pilzkennern auf die Suche, oder Sie eignen sich ein gewisses Wissen im Vorfeld an. Im Idealfall verbinden Sie beides miteinander, um am meisten zu lernen. Auch Volkshochschulen oder der NABU bieten Exkursionen an. Zur Standardausrüstung gehört neben einem Körbchen und einem Messer in jedem Fall auch ein Bestimmungsbuch. Heutzutage gibt es natürlich auch Apps, die beim Pilzesammeln unterstützen – sie sind wie das Bestimmungsbuch aber nur Hilfstools und sollten gerade von Anfängern niemals als alleinige Ratgeber genutzt werden. Um eine Pilzvergiftung zu vermeiden, gelten die gleichen Regeln wie zuvor beschrieben.

Tipp: Anfangs sollten Sie nur Röhrlinge sammeln, denn von ihnen gibt es am wenigsten giftige Verwandte. 

Richtiger Zeitpunkt: Wann Pilze sammeln?

Laut Experten sprießen Pilze ganz besonders gut nach Regengüssen. Geben Sie den Gewächsen etwa eine Woche nach Regenende Zeit und freuen Sie sich dann über tolle Exemplare in rauen Mengen. Wann Sie Pilze besser nicht sammeln sollten und bei welchem Wetter sich die Suche nach Steinpilzen, Pfifferlingen, Röhrlingen und Maronen am meisten lohnt, verraten wir Ihnen hier>>

Welche Mengen sind erlaubt?

Tatsächlich gibt es beim Sammeln von Pilzen Beschränkungen, wobei die Menge nicht exakt gesetzlich festgelegt ist. Als Richtwert gelten 150 g bis 200 g pro Person. Wenn Sie alleine unterwegs sind, dann kann auch 1 kg noch in Ordnung sein, wenn Sie diese Menge für eine Mahlzeit brauchen – die Behörden regeln das jeweils unterschiedlich. Es muss offensichtlich sein, dass die Mengen für den Eigenbedarf sind, denn das Verkaufen von Pilzen ist verboten.

Richtige Kleidung und Ausrüstung

Beachten Sie außerdem, dass es im Wald von Zecken und Mücken nur so wimmelt. Schützen Sie daher Ihre Haut, damit kein Getier sich an Ihnen festbeißen oder -saugen kann. Packen Sie Mückenspray ein, Sonnenschutz und eine Kopfbedeckung - im Spätsommer haben wir noch sehr warme Tage und Sie wollen ja sicher keinen Sonnenbrand riskieren. Denken Sie auch an einen kleinen Erste-Hilfe-Kasten mit Desinfektionsmittel und Pflastern, falls Sie sich verletzten sollten. Tragen Sie außerdem feste Outdoor-Schuhe, um im Wald nicht abzurutschen.

Achtung: Pilze NIEMALS in einer Plastiktüte sammeln, sonders ausschließlich in einem luftdurchlässigen Korb. Die schlimmsten Pilzvergiftungen, die man bekommen kann, sind Sekundärvergiftungen – diese entstehen, wenn sich das Eiweiß in der Tüte zersetzt. Und das geschieht bei den empfindlichen Köpfen sehr schnell. Durch eine natürliche Luftzirkulation kann das bei Körben nicht passieren. Einen gut bewerteten Weidenkorb zum Pilzesammeln finden Sie hier>>

Pilze selber sammeln: Was sind die Vorteile?

Davon einmal abgesehen, dass Sie nach dem Sammeln die frischesten und aromatischsten Pilze überhaupt genießen können, ist das Pilzesammeln mit der Familie ein toller Freizeitspaß – Zeit zusammen verbringen, in der Natur sein: Mehr Quality Time geht nicht! Und dabei können alle noch viel über Tiere, Pflanzen und eben Pilze lernen. 

Darf man Pilze unten abschneiden?

Bitte, nein! Die Stielbasis, ist wichtig um den Pilz bestimmen zu können. Fehlt diese, kann er mit anderen, unter Umständen giftigen Sorten, verwechselt werden. Zudem wird der Pilz regelrecht beschädigt – das ist, als ob Sie einen Apfel oder eine Kartoffel in zwei Hälften schneiden. Sie verletzen den Pilz und Schadstoffe können eindringen. So machen Sie es richtig:

  • Drehen Sie große Pilze im Ganzen aus dem Boden.
  • Zarte Exemplare graben Sie mit dem Finger oder einem Messer vorsichtig aus der Erde heraus. Hierfür eignet sich das Pilzmesser von Opinel mit integrierter Bürste zum Abputzen der Erde.
  • Zum Schluss verschließen Sie das Loch wieder, damit das Pilzgeflecht nicht austrocknet.

Pilzesammeln in Deutschland: Wo wachsen Pilze?

Pilze wachsen allgemein da, wo Bäume stehen. In Parks, Gärten, meistens aber in Wäldern, der Grund dafür ist die symbiotische Lebensgemeinschaft. Manche Pilze spezialisieren sich auf bestimmte Baumarten, so gibt es Pilzarten die an z.B. Nadelbäume gebunden sind und nur hier vorkommen. Dann gibt es wiederum Pilze die sowohl an Nadelbäumen als auch an Laubbäumen vorkommen. Doch auch nicht unter jedem Baum gedeihen Pilze. Wiesen-Champignons finden Sie auf Wiesen – wenn diese überdüngt sind, sollte man aber vielleicht besser davon absehen, sofern sie dann überhaupt noch wachsen. Das Angebot an Speisepilzen ist groß: von Pfifferlingen über Steinpilze bis Maronen kann man sich in der Pilzsaison über einen reich gedeckten Tisch freuen.

Grundsätzlich können Sie in jedem Waldgebiet Pilze sammeln, ausgenommen sind

  • Naturschutzgebiete
  • Nationalparks
  • öffentlichen Parks
  • Verjüngungsflächen
  • Flächen, auf denen Holz geschlagen wird

Außerdem ist es verboten,  seltene Pilzarten wie Trüffel oder Grünlinge zu sammeln sowie einem unbekannte Pilze wahllos abzuschneiden, um sie später von einem Profi zuordnen zu lassen. Zudem dürfen im Wald gesammelte Pilze nicht verkauft werden. Verboten ist auch das Pilzesammeln in der Nacht zum Schutz der Wildtiere.

Pilze in der Nähe von vielbefahrenen Straßen oder in Industriegebieten sollten Sie lieber stehenlassen, da diese mit Schadstoffen belastet sein könnten.

Übrigens, theoretisch finden Sie die Pilze im Jahr darauf an der gleichen Stelle wieder. Das hängt jedoch davon ab, wie ideal der Nährboden fürs Wachstum ist. Eventuell bleiben die Pilze eine Saison aus und wachsen im Jahr darauf umso zahlreicher. Wir zeigen Ihnen die schönsten Gebiete zum Pilze sammeln in ganz Deutschland.

Frische Pilze verzehren

Ihre frisch gesammelten Pilze sollten Sie innerhalb von 24 Stunden verzehren – selbst Ware aus dem Supermarkt gehört spätestens nach zwei Tagen verbraucht, weil Pilze schnell verderben. Wer selber sammelt, sollte noch vorsichtiger sein. Zudem sollte man Speisepilze stets zubereitet essen, denn roh können sie für uns unbekömmlich oder sogar giftig sein. 

Wie verhalte ich mich bei einer Pilzvergiftung?

Wenn nach dem Verzehr der Pilze Schweißausbrüche, Durchfall und Benommenheit auftreten, liegt der Verdacht einer Pilzvergiftung nahe. Bitte suchen Sie sofort einen Arzt oder eine Klinik auf. Großstädte wie Berlin, Hamburg und München haben auch Giftnotrufzentralen, die man im Verdachtsfall kontaktieren kann. Wenn die Pilzmahlzeit weniger als fünf Stunden zurückliegt, versuchen Sie, sich zu erbrechen. Zur Identifizierung des Giftes nehmen Sie bitte das Erbrochene und eventuelle Speisereste mit zum Arzt. Wenn Sie erst acht Stunden oder mehr Stunden Vergiftungssymptome  spüren besteht akute Lebensgefahr – bitte sofort die Feuerwehr anrufen!

    Pilze - Das gesunde Gemüse aus Wald schmeckt und ist gesund
    © Thinkstock/iStock
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    Tipps für erfolgreiches Pilze Sammeln 
    - Galerie der giftigen Pilze 
    Die heilende Kraft der Pilze 
    Viele weitere interessante Tipps, Tricks und leckere Rezepte zum Thema Pilze finden Sie hier >>

    Die besten Pilzgebiete in Deutschland

    Ba­den-Würt­tem­berg

    • Schwarzwald
    • Schwäbisch-Fränkischer Wald

    Bayern

    • Steigerwald
    • Hirschwald
    • Frankenwald
    • Fichtelgebirge
    • Erzgebirge
    • Oberpfälzer Wald
    • Alpenvorland zwischen Wolfratshausen und Tölz
    • In den Wäldern um Wessobrunn
    • Murnau
    • Hohenpeißenberg

    Rund um Berlin

    • Grunewald
    • Müggelberge
    • Eiskeller
    • Spandauer Forst
    • Tegeler Forst
    • Eberswalde
    • Rund um den Falkensee

    Brandenburg

    • Schorfheide

    Rund um Hamburg

    • Stuckwald
    • Haakewald
    • Niendorfer Gehege
    • Rantzauer Forst
    • Emmewald
    • Bergdorfer Gehölz
    • Buschewald

    Hier finden Sie weitere Infos zu den Pilzgebieten in und um Hamburg>>

    Hessen

    • Habichtswald
    • Meißner-Kaufunger Wald
    • Lahn-Dill-Bergland
    • Gladenbacher Bergland
    • Niederwald bei Bensheim

    Mecklenburg Vorpommern

    • Nossentiner/Schwinger Heide

    Niedersachsen

    • Weserbergland
    • Lüneburger Heide
    • Harz

    Nord­rhein-West­fa­len

    • Teutoburger Wald/Eggegebirge
    • Rothaargebirge

    Rheinland-Pfalz

    • Soonwald-Nahe
    • Rhein-Westerland
    • Pfälzerwald

    Sachsen/Sachsen-Anhalt

    • Dübener Heide
    • Erzgebirge/Vogtland
    • Naturpark Hoher Fläming

    Schleswig-Holstein

    • Hüttener Berge

    Thüringen

    • Thüringer Wald
    • Thüringer Schiefergebirge/Obere Saale
    • Südharz

    Noch mehr Informationen über Pilze finden Sie in unserem Pilz-SpeciaL>>

    Lesen Sie auch: Rezept für Steinpilzrisotto>>

    Fliegenpilz
    © Thinkstock/iStock
    Giftige Pilze erkennen: Ist der Pilz essbar oder handelt es sich doch um ein giftiges Exemplar? Mit unserer Galerie behalten Sie den Überblick>>

    Pilzesammeln in Deutschland Welche Pilze wachsen an welchen Bäumen?

    Wir zeigen Ihnen, welche Pilze an welchen Baumarten wachsen.

    Fichte

    • Fichten-Steinpilz
    • Flockenstieliger Hexenröhrling
    • Maronenröhrling
    • Rotfußröhrling
    • Fliegenpilz

    Kiefer

    • Maronenröhrling
    • Sandröhrling
    • Butterpilz
    • Reifpilz

    Rotbuche

    • Sommer-Steinpilz
    • Satansröhrling
    • Perpilz
    • Totentrompete

    Birke

    • Birkenpilz
    • Heide-Rotkappe
    • Fliegenpilz
    • Rotbrauner Scheidenstreifling
    • Pfifferling

    Eiche

    Wie lange sind gepflückte Pilze haltbar?

    Frisch gesammelte Pilze sind nur sehr kurz haltbar. Aufgrund ihres hohen Eiweiß- und Wassergehaltes bilden sich schnell giftige Abbauprodukte, die dann zu einer Lebensmittelvergiftung führen können. Verarbeiten Sie Pilze idealerweise noch am selben Tag. Schlagen Sie übrig gebliebene Pilze locker in Küchenpapier ein und bewahren Sie diese einen Tag lang im Kühlschrank auf.

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