Quittengelee selber machen: Die 3 wichtigsten Fragen

Quittengelee selber machen: Anleitung und Rezept

Da man Quitten nicht roh essen kann ist Quittengelee eine der besten Möglichkeiten, das gesunde Obst lange haltbar zu machen. Geschmacklich ein Mix aus Birne und Apfel mit Noten von Zitrus und Rosen ist das Gelee hoch aromatisch. Wir klären die 3 wichtigsten Fragen, auf die es beim Einkochen von Quitten ankommt.

Welche Quittensorte sollte ich für das Quittengelee nehmen?

Maßgeblich sind die Birnen- und die Apfelquitte. Die Birnenquitte ähnelt optisch der Birne und ist mild im Geschmack. Die Apfelquitte, die Sie am besten für Quittengelee verwenden, ist rundlich in der Form und herb im Geschmack.

Von dem Rosengewächs gibt es weltweit mehr als 200 Sorten, in Deutschland allein über 50. Quitten stammen ursprünglich aus Zentralasien, Japan, Südost-Arabien und Kreta.

Obwohl die Früchte wie ein Mix aus Birne und Apfel mit Zitrus- und Rosennote schmecken, sind sie eine eigenständige Sorte. Es ist keine Kreuzung, wie vielfach angenommen wird. Sie befruchtet sich zudem selbst, braucht also keine weiteren Bäume dafür.

So gesund sind Quitten

Quitten enthalten rund 15 mg/100 g Vitamin C sowie Antioxidantien und Flavonoide, die den Körper vor freien Radikalen schützen und Krankheiten entgegenwirken. Ihr hoher Pektingehalt bindet viel Wasser, weshalb sie lange satt machen und sogar beim Abnehmen unterstützen können.

Reife Früchte erkennen Sie daran, dass sie eine einheitlich goldgelbe, glatte und relativ flaumfreie Schale haben. Dazu verströmen sie einen wunderbar aromatischen Duft. Die Erntezeit ist von Ende September bis Ende Oktober.

Lagerung von Quitten

Sie können frische Quitten ein paar Wochen kühl lagern, die beste Alternative ist aber, sie beispielsweise für ein schmackhaftes Gelee gleich einzukochen. Trotz kurzer Saison haben Sie auf diese Weise noch lange Freude an dem sommerlichen Kernobst.

Übrigens ist selbst gemachtes Quittengelee ein wunderbares Geschenk, denn die alte Frucht ist trotz des Dauer-Comebacks immer noch eine Rarität. Gelees aus frischem Obst herzustellen, ist zudem etwas aufwendig, was Feinschmecker zu schätzen wissen.

Namensgeber Quitte

Hätten Sie es gewusst? Die Quitte ist indirekt der Namensgeber für die Marmelade (von portugiesisch „marmelo“ für Quitte, aus dem griechischen melimelon „Honigapfel“). Der Unterschied zwischen Gelee und Marmelade ist aber, dass Gelee keine stückigen Fruchtanteile besitzt, sondern ausschließlich aus dem Saft hergestellt wird. Wenn Sie Quittenkonfitüre oder Quittenmarmelade zubereiten wollen, dann würden Sie also die Frucht inklusive Fruchtfleisch verarbeiteten.

Unterschied Quittengelee, Quittenmarmelade und Quittenkonfitüre

Gelee ist immer eingemachter Fruchtsaft, das heißt, es sind keine Fruchtstücke enthalten. Und es gibt auch einen Unterschied zwischen Marmelade und Konfitüre: “Marmelade“ leitet sich vom portugiesischen "marmelo" ab, was “Quitte“ heißt. Seit 2003 darf lt. EU-Recht Marmelade nur noch aus Zitrusfrüchten bestehen, zudem muss der Fruchtanteil mindestens 20 Prozent betragen. Alles andere ist eine Konfitüre, um es vereinfacht zu sagen. Marmelade ist aber nach wie vor ein gängiges Wort, weshalb auch in diesem Fall von Quittenmarmelade gesprochen wird.

Was brauche ich, um Quittengelee selber zu machen?

Zum Einkochen von Quittengelee benötigen Sie Einmachgläser oder Twist-off-Gläser. Je nachdem, wie Sie die Quitten entsaften möchten, benötigen Sie saubere Geschirrhandtücher, Mull- oder Passiertücher, einen großen Topf, ein großes Sieb oder alternativ einen Entsafter. Dazu Gelierzucker – und natürlich Quitten.

So machen Sie Quittengelee – Grundrezept für 4 Twist-off-Gläser à 300 ml​:

  • 2 kg Quitten
  • 40 ml Zitronensaft
  • 1 kg Gelierzucker 1:1 (oder 500 g Gelierzucker 2:1)

1. Reiben Sie die den Flaum von den Quitten mit einem Geschirrtuch sorgsam ab. Anschließend waschen und trocknen Sie das Obst ab.

2. Halbieren und vierteln Sie die Früchte und schneiden Sie sie samt Kerngehäuse in Stücke. Wenn Sie möchten, können Sie die Blüten- und Stielansatz entfernen – das ist aber kein Muss. Geben Sie die Würfel in einen großen Kochtopf. Geben Sie 1,5 Liter Wasser hinzu, sodass die Quitten bedeckt sind, und kochen Sie die Früchte ca. 45 Minuten weich.

3. Geben Sie die weichgekochten Quitten direkt in ein Passiertuch zum Ablaufen oder legen Sie ein Sieb damit aus. Fangen Sie den Saft in einem Gefäß auf und lassen Sie ihn abkühlen.

4. Die Schraubgläser vorbereiten (heiß ausspülen und abtropfen lassen – nicht abtrocknen!).

5. Den Quittensaft mit dem Gelierzucker zum Kochen bringen und ca. drei bis vier Minuten unter ständigem Rühren sprudelnd weiterkochen.

6. Das Gelee sofort in die Gläser füllen, ein paar Minuten auf den Kopf stellen und auskühlen lassen.

7. Mit hübschen Etiketten versehen und bis zum Verbrauch kühl und dunkel lagern. Das Quittengelee ist so bis zu drei Jahre lang haltbar.

Tipp: Veredeln Sie das Fruchtgelee mit Vanille oder etwas Zimt! Der Fruchtaufstrich schmeckt hervorragend zu unseren frisch gebackenen, schnellen Quarkbrötchen.

Quittengelee mit Entsafter herstellen

Vor allem, wenn Sie größere Mengen herstellen möchten, empfiehlt sich für das Entsaften von Quitten ein Dampfentsafter. Dabei handelt es sich um eine bequeme, wenig arbeitsintensive Methode, da das Gerät arbeitet, ohne, dass Sie daneben stehen müssen. Bei Preisen ab 30 Euro ist ein Dampfentsafter dabei auch noch verhältnismäßig kostengünstig.

Kann man Quitten roh essen?

Unsere heimischen Quittensorten sind in der Mehrheit nicht zum Rohverzehr geeignet, denn das harte, holzige und bittere Fruchtfleisch ist ungekocht einfach ungenießbar. Zudem entfaltet sich erst im gegarten Zustand das wunderbare Quittenaroma. Dank Züchtungen gibt es mittlerweile aber Sorten, die roh verzehrt werden können wie die Sorten „Honigquitte“, „Rohköstler“ oder die aus der Türkei stammende „Shirin“. Auch bei diesen Sorten gilt es, den Flaum zu entfernen bzw. die Frucht zu schälen, denn die Schale kann nicht mitgegessen werden. Entkernen Sie außerdem die Quitten, denn die Kerne enthalten Blausäure – diese ist giftig und kann zu heftigen Magenverstimmungen führen.

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