30. August 2021
Impfdurchbrüche: Long-Covid bei vollständig Geimpften?

Impfdurchbrüche: Können vollständig Geimpfte auch an Long-Covid erkranken?

Eine Corona-Impfung schützt zwar gut vor einem schweren Krankheitsverlauf, vermeiden lässt sich eine Ansteckung jedoch nicht immer. Denn auch vollständig Geimpfte können sich mit dem Coronavirus infizieren. Können Geimpfte nach einem Impfdurchbruch also auch an Long-Covid erkranken?

Geschätzt leiden rund 350.000 Menschen in Deutschland unter den Folgen von Long-Covid. Die Symptome sind vielfältig: Kopfschmerzen, Erschöpfung, geringe Belastbarkeit ("Fatigue-Syndrom") sowie Muskelschmerzen, Atemnot, Depressionen oder Angstzustände können die Folge sein. Hinzu kommen neurologische Probleme wie etwa Gedächtnis- und Wortfindungsstörungen oder Geschmacks- und Geruchsveränderungen sowie Seh- und Höreinschränkungen.

Bisher waren vor allem Ungeimpfte von Long-Covid betroffen. Doch können die Folgen von Long-Covid theoretisch nicht auch vollständig Geimpfte treffen? Zwar schützt eine Corona-Impfung mit Vakzinen wie Johnson & Johnson, AstraZeneca, Biontech oder Moderna vor einem schweren Krankheitsverlauf, infizieren können sich Geimpfte aber auch weiterhin. Laut Robert Koch-Institut kam es bisher 10.887 Fällen zu einer sogenannten Durchbruchinfektion: Vollständig Geimpfte wurden positiv auf das Coronavirus getestet. Die Dunkelziffer dürfte noch höher liegen. Gibt es Anlass zur Beunruhigung? Eine Studie aus Israel liefert nun erste Ergebnisse.

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Impfdurchbruch: Auch bei Geimpften möglich

Im Rahmen einer israelischen Studie wurden Impfdurchbrüche bei 1.500 Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern des israelischen Gesundheitssystems untersucht. 39 der vollständig Geimpften wurden dabei positiv auf das Coronavirus getestet. Ein Drittel der Infizierten zeigte keine Symptome, alle anderen hatten mit milden Krankkeitsverläufen zu kämpfen. Ins Krankenhaus musste niemand eingeliefert werden. Sechs Wochen später dann die Überraschung: Jene 19 Prozent, die von einem Impfdurchbruch betroffen waren, litten an lang anhaltenden Beschwerden wie Müdigkeit, Geruchsverlust, Atemnot, Muskelschmerzen und Dauerhusten.

Halten die Symptome länger als vier Wochen an, spricht man von Long-Covid. Im Rahmen der Studie waren insgesamt 7 Personen betroffen. Also eine sehr geringe Fallzahl. Die Forscherinnen und Forscher der Studie warnen, die Daten überzuinterpretieren. Dennoch: Maßnahmen wie die Maskenpflicht auch für Geimpfte beizubehalten, dürfte demnach trotzdem nicht schaden. Jedenfalls so lange, bis die Folgen von Impfdurchbrüchen vollständig geklärt und untersucht wurde.

Wie viele Impfdurchbrüche gibt es in Deutschland?

Seit Beginn der Impfkampagne im August 2021 konnten laut Robert Koch-Institut 18.333 symptomatische Impfdurchbrüche in Deutschland registriert werden. Auf die Hersteller aufgeteilt gab es beim Impfstoff Biontech bisher 12.210 Impfdurchbrüche, 759 bei Moderna, 1333 bei AstaZeneca und 2890 bei Johnson & Johnson. Die übrigen Impfdurchbrüche können nicht eindeutig zugeordnet werden. Dass sich auch Geimpfte erneut mit dem Coronavirus anstecken können, ist jedoch keine Überraschung. Denn eine Impfung gegen das Coronavirus schützt zwar vor einem schweren Krankheitsverlauf, nicht jedoch gegen eine erneute Infektion.

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