16. August 2021
Corona-Impfung: Bald ohne Spritze möglich?

Corona-Impfung: Bald ohne Spritze möglich?

Um eine Corona-Impfung von Johnson & Johnson, AstraZeneca, Moderna oder Biontech zu erhalten, war bisher eine Spritze notwendig. Doch das könnte sich in naher Zukunft vielleicht ändern. Denn die Forschung arbeitet bereits an vielversprechenden Alternativen ganz ohne Spritze.

Sie haben Angst vor Spritzen? Dann dürfte Sie diese Nachricht ganz besonders freuen: Eine Impfung gegen das Coronavirus ist bald vielleicht schon ohne den nervigen Pieks möglich. Forscherinnen und Forscher aus Deutschland, Israel und Schweden machen Hoffnung.

Corona-Impfung: Bald ohne Spritze möglich?

Das israelische Unternehmen Oravax tüftelt derzeit an einem Corona-Impfstoff in Kapselform. Ende Juli beantragte das Unternehmen die Zulassung einer Studie zur Verabreichung des Pillen-Impfstoffes. Laut "Jerusalem Post" soll es sich um einen sogenannten Dreifach-Antigen-Impfstoff handeln, der magensaftresistent ist. Da er sich gegen drei Struktur-Proteine des Coronavirus richtet, soll er auch einen besseren Schutz vor Mutanten bieten.

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Auch in Deutschland ist die Suche nach einem alternativen Impfstoff ohne Spritze im vollen Gange. An der Julius-Maximilians-Universität in Würzburg ist man an einer Corona-Schluckimpfung dran: "Wir haben die Bakterien so programmiert, dass sie SARS-CoV-2-Antigene produzieren", so Thomas Rudel, Inhaber des Lehrstuhls für Mikrobiologie, in einer Pressemitteilung der Universität. Die magensaftresistente Kapsel soll im Dünndarm ihre volle Wirkung entfalten und so zuverlässig gegen das Coronavirus schützen. 

"Spezielle Zellen in der Darmwand sollen dafür sorgen, dass Bakterien und die Antigene von Immunzellen aufgenommen und in lymphoides Gewebe weitertransportiert werden", so Rudel weiter. Dies könnte wiederum dazu führen, dass auch sogenannte B- und T-Zellen aktiviert werden, die dann mit einer Immunantwort reagieren. Fällt die Immunantwort stark aus, könnte das sogar alle Schleimhäute des Menschen in Alarmbereitschaft versetzen. Die Folge? Coronaviren könnten schon frühzeitig am Eindringen in den Körper gehindert werden. 

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In Schweden soll die Verabreichung der Corona-Impfung sogar noch ein Stückchen mehr vereinfacht werden. Gemeinsam mit einem Forschungs-Start-up hat der schwedische Hersteller Iconovo einen Trockenpulver-Impfstoff entwickelt. Schleimhautimpfungen gelten bereits seit Beginn der Pandemie als große Hoffnung im Kampf gegen das Coronavirus.

Corona-Impfung ohne Spritze: Das sagen Experten

Eine Idee, die auch Christian Drosten, Chef der Virologie an der Berliner Charité, sehr positiv bewertet: "Das Coronavirus-Update" sehr angetan von der Idee: "Das ist es, was wir uns wünschen würden, dass wir Impfstoffe haben, die die Schleimhäute auch schützen. Die dort das spezielle Immunsystem mit stimulieren, sodass irgendwann jemand, wenn er eine ganze Ladung Virus in die Nase einatmet, gar nicht mehr infiziert wird, also nicht mal nur einen milden Verlauf kriegt, sondern gar keinen Verlauf kriegt. Das Virus wird sofort in der Nase gebremst," so Drosten im NDR-Podcast "Das Coronavirus-Update".

Immunologe Reinhold Förster, der an der Medizinischen Hochschule Hannover tätig ist, sieht in der Immunisierung per Nasenspray ebenfalls eine Chance. Hält diese sogar für deutlich sinnvoller als die Spritze. "Das Coronavirus dringt über die Atemwege in den Körper ein und richtet bei einer Erkrankung in der Lunge den größten Schaden an. Um das zu verhindern, bräuchte es eine lokale Immunisierung an den Eintrittspforten des Virus, den Atemwegen", so Förster im Gespräch mit Welt.de

Einer Corona-Impfung ohne Spritze dürfte in Zukunft also wirklich nichts mehr im Wege stehen.

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