
Gute und perfekt abgestimmte Hautpflege ist in der Menopause wichtig.
Wenn die Hormone Achterbahn fahren, spiegelt sich das oft direkt im Spiegelbild wider. Plötzlich spannt die Haut, Fältchen werden tiefer und der gewohnte Glow scheint wie weggeblasen. Doch was passiert da eigentlich unter der Oberfläche? Lange Zeit war die "Menopause-Haut" ein Tabuthema, über das Frauen erst sprachen, wenn die Veränderung bereits in vollem Gange war. Damit ist jetzt Schluss. Wir werfen einen Blick auf die biologischen Fakten und zeigen, warum Prävention der neue Standard in der Hautpflege ab 40 sein sollte.
Pro-Aging statt Anti-Aging: 10 Tipps von Dr. Doris Day
Der Östrogenspiegel sinkt, die Hautdichte lässt nach: Die Wechseljahre sind für das größte Organ unseres Körpers eine echte Herausforderung. Eine aktuelle Studie zeigt nun, wie unvorbereitet viele Frauen auf diese Phase sind – und wie drastisch der Kollagenverlust tatsächlich ausfällt. Die renommierte Dermatologin Dr. Doris Day erklärt im Interview, welche Symptome am häufigsten auftreten und warum es Zeit für eine neue, offene Gesprächskultur rund um die hormonelle Hautalterung ist.
fuersie.de: Viele Frauen berichten, dass sich ihre Haut während der Wechseljahre drastisch verändert. Was genau passiert in dieser Phase biologisch?
Die Menopause bringt einen raschen Rückgang des Östrogenspiegels mit sich – ein Hormon, das entscheidend dafür ist, die Haut fest, hydratisiert und widerstandsfähig zu halten. Dieser Rückgang beginnt bereits vor der eigentlichen Menopause, in der sogenannten Perimenopause, die oft schon 5 bis 10 Jahre vor dem Ausbleiben der Periode einsetzt.
Wenn der Östrogenspiegel sinkt, nimmt die Produktion von Kollagen und Elastin viel schneller ab als gewöhnlich; in den ersten fünf Jahren nach der Menopause gehen bis zu 30 % des Kollagens verloren. Das ist der Grund, warum so viele Frauen in dieser Zeit einen dramatischen Verlust an Festigkeit und eine Zunahme von Falten bemerken. Auch der Gehalt an Hyaluronsäure sinkt, wodurch sich die Haut plötzlich trockener, spannender oder juckender anfühlen kann.
fuersie.de: Warum rückt das Thema Hautalterung in den Wechseljahren erst seit kurzem stärker in den Fokus?
Historisch gesehen wurden die Auswirkungen der Wechseljahre auf die Haut oft übersehen, obwohl diese Veränderungen sowohl die körperliche als auch die psychische Gesundheit beeinflussen können. Das führte dazu, dass viele Frauen unvorbereitet waren. Tatsächlich zeigt eine aktuelle Galderma-Studie unter mehr als 4.300 Frauen im Alter von 45 bis 60 Jahren (vorgestellt auf der IMCAS 2026), dass über die Hälfte der Frauen erst durch die eigene Erfahrung von den Auswirkungen der Menopause auf die Haut erfahren hat. Die meisten stellten dies erst in ihren 40ern fest. Über 30 % hätten jedoch gerne schon in ihren 30ern mehr darüber gelernt, und über 50 % sind mit ihrem Wissen zu diesem Thema unzufrieden oder stehen ihm neutral gegenüber. Zudem zeigen andere Studien, dass mehr als 90 % der postmenopausalen Frauen in der Schule nie etwas über die Menopause gelernt haben und über 60 % erst dann nach Informationen suchten, als ihre Symptome bereits eingesetzt hatten.
Erst in den letzten Jahren haben Frauen begonnen, offener über ihre Erfahrungen zu sprechen, was Raum für Themen wie Hautveränderungen geschaffen hat. Durch Initiativen wie diese Umfrage hoffe ich, dass Frauen sich der Auswirkungen der Menopause auf ihre Haut bewusster werden, um sie zu befähigen, präventive Maßnahmen zu ergreifen.
fuersie.de: Was sind die häufigsten Hautveränderungen, die Frauen in der Peri- und Postmenopause erleben?
Normalerweise beginnt die Perimenopause etwa im Alter von 45 Jahren, wobei die durchschnittliche Frau mit etwa 50 Jahren in die Menopause kommt. Die Hautveränderungen beginnen meist schon in der perimenopausalen Phase. Die Galderma-Studie ergab, dass zu den wichtigsten Hautveränderungen folgende gehören:
- Linien und Falten: (erlebt von 59 % der Frauen im Gesicht und 33 % am Körper)
- Verlust von Festigkeit und Elastizität: (58 % im Gesicht und 54 % am Körper)
- Zunehmende Trockenheit: (56 % im Gesicht und 58 % am Körper)
- Fahler Hautton: (40 % im Gesicht und 30 % am Körper)
Die Ergebnisse zeigten zudem, dass die Gesamtauswirkung der Hautveränderungen an Gesicht und Körper auf einer Schweregrad-Skala mit sechs von zehn Punkten bewertet wurde. Die Daten aus der Praxis, die diese Umfrage geliefert hat, sind enorm wichtig, um die Auswirkungen menopausenbedingter Hautveränderungen wirklich zu verstehen.
fuersie.de: Wie wichtig ist ein ganzheitlicher Ansatz – also die Kombination aus Hautpflege, Dermatologie und ästhetischen Behandlungen – bei der Bewältigung von Hautveränderungen in den Wechseljahren?
Ein ganzheitlicher Ansatz – einer, der Lebensstil, Hautpflege, Dermatologie und ästhetische Behandlungen durchdacht integriert – ist absolut unerlässlich, um Frauen bei Hautveränderungen in den Wechseljahren zu unterstützen. Die Menopause ist kein Ereignis mit nur einem Symptom; sie ist ein komplexer hormoneller Übergang, der die Haut strukturell und funktionell sowie die Frauen physisch und emotional beeinflusst. Um diese Veränderungen effektiv anzugehen, ist eine Kombination aus evidenzbasierten medizinischen Erkenntnissen, gezielter Hautpflege und fortschrittlichen ästhetischen Optionen erforderlich.
Aus dermatologischer Sicht rechtfertigen allein die biologischen Veränderungen eine umfassende Strategie. Sinkende Östrogenspiegel während der Peri- und Postmenopause beschleunigen den Kollagen- und Elastinverlust, reduzieren die Hyaluronsäure und beeinträchtigen die Hautbarriere, was zu verstärkter Trockenheit, Faltenbildung, Elastizitätsverlust und einem fahlen Teint führt. Hier ist ein ganzheitlicher Ansatz besonders wirkungsvoll: Medizinische Hautpflege kann die Hydratation und die Barrierefunktion verbessern; dermatologische Eingriffe können komplexere Veränderungen diagnostizieren und behandeln; und ästhetische Behandlungen bieten effektive Optionen zur Verbesserung der Feuchtigkeit und Textur, zur Stimulierung von Kollagen und Elastin sowie zur Wiederherstellung von Volumen.
fuersie.de: Welche Inhaltsstoffe werden während der Wechseljahre besonders wichtig für die Haut?
Während der Menopause führt ein Rückgang des Östrogens zu einem Rückgang verschiedener wichtiger Komponenten für die Hautgesundheit, darunter Kollagen, Elastin und Hyaluronsäure.
Durch ästhetische Behandlungen können wir die Hautgesundheit während der Wechseljahre fördern und diese lebenswichtigen Hautkomponenten wiederherstellen. Beispielsweise kann ein regenerativer Biostimulator wie Sculptra® helfen, die körpereigene natürliche Kollagen- und Elastinproduktion über die drei Hautschichten hinweg zu reaktivieren. Dies hilft dabei, Festigkeit wiederaufzubauen und die Strahlkraft zurückzugeben. Hyaluronsäure-Behandlungen wie Restylane® können wiederum helfen, die Feuchtigkeit wiederherzustellen, Linien zu glätten und die Konturen zu unterstützen.
fuersie.de: Gibt es typische Fehler bei der Hautpflege, die Frauen in dieser Lebensphase häufig machen?
Eine Sache, die Frauen tun können, um eine gesündere Haut während der Wechseljahre zu unterstützen, ist frühzeitiges Handeln. Viele Frauen suchen erst dann ästhetische Hilfe, wenn die menopausenbedingten Hautveränderungen bereits sichtbar sind, wodurch das optimale Zeitfenster für die Prävention manchmal verpasst wird. Frühzeitiges Handeln ist entscheidend, da die biologischen Treiber der Veränderung lange vor der letzten Menstruationsperiode einsetzen. Während der Perimenopause treibt das sinkende Östrogen den Kollagenverlust, die Dehydrierung, die Hautverdünnung und die verminderte Elastizität voran – Veränderungen, die jahrelang lautlos fortschreiten können, bevor Maßnahmen ergriffen werden.
fuersie.de: Wie sinnvoll ist proaktive Hautpflege?
Proaktive Pflege kann einen signifikanten Unterschied machen. Durch einen frühzeitigeren Kontakt zu den Patientinnen können Mediziner helfen, die Hautgesundheit zu bewahren, die Rate struktureller Veränderungen zu verringern und natürlichere, dauerhafte Ergebnisse zu fördern. Ich ermutige Frauen in ihren späten 30ern bis frühen 40ern, menopausenbedingte Hautprobleme mit ihren Ärzten zu besprechen, bevor die Symptome ausgeprägter werden, um im späteren Leben eine gesündere Haut zu haben.
fuersie.de: Welche Innovationen in der ästhetischen Medizin könnten in den kommenden Jahren besonders relevant für die Haut in den Wechseljahren werden?
Während wir unser Verständnis darüber vertiefen, wie die Menopause die Haut beeinflusst, treten wir in eine neue Ära der ästhetischen Medizin ein, in der Behandlungsinnovationen zunehmend durch hormonelle Lebensphasen geprägt werden. Eine der bedeutendsten Innovationen ist kein Gerät oder Injectable, sondern ein wissenschaftlicher Wandel. Zum Beispiel stellt die Entscheidung von Galderma, den Menopausen-Status als Standardvariable in alle klinischen Studien für injizierbare Ästhetik einzubetten, eine große Branchenveränderung dar. Die Erhöhung der Repräsentanz von Frauen in den Wechseljahren in der Forschung ermöglicht es, Ergebnisse mit größerer Präzision und Relevanz zu analysieren, was die evidenzbasierte Entscheidungsfindung in der täglichen Praxis unterstützt.
fuersie.de: Und was können wir für den Körper tun, um uns wohler in unserer Haut zu fühlen?
Da hormonbasierte Forschung immer verbreiteter wird, können wir kontinuierliche Innovationen bei Injectables, regenerativer Biostimulation und Behandlungen der Hautqualität erwarten, die speziell für Haut mit Östrogenmangel optimiert sind. Dies umfasst nicht nur Behandlungen für das Gesicht, sondern auch den zunehmenden Einsatz von ästhetischen Injectables für den Körper, was für Frauen in den Wechseljahren immer relevanter wird. Sinkendes Östrogen beschleunigt strukturelle Veränderungen in Bereichen wie Hals, Dekolleté, Oberarmen und Oberschenkeln – alles Regionen, in denen viele Frauen während und nach der Menopause Knitterfältchen, Erschlaffung und Volumenverlust bemerken. Galderma bietet hier bereits bewährte Optionen an: Sculptra und auf Hyaluronsäure basierende Behandlungen zur Verbesserung der Hautqualität, wie Restylane Skinboosters, werden bereits strategisch verstärkt an Körperstellen eingesetzt, um Festigkeit, Elastizität und Feuchtigkeit zu unterstützen.
fuersie: In der ästhetischen Medizin geht es heute nicht mehr nur darum, einfach etwas "zu beheben", es geht um das Wohlbefinden. Wie können Frauen in der Menopause davon profitieren?
Mit Blick in die Zukunft bleibt noch viel zu tun, um die individuellen Bedürfnisse der verschiedenen Frauen in den Wechseljahren zu verstehen und Behandlungspläne zu entwickeln, die diesen gerecht werden. Da die ästhetische Medizin immer personalisierter und datengesteuerter wird, werden Protokolle für reife Haut – sowohl im Gesicht als auch am Körper – zunehmend auf synergetischen Behandlungsplänen basieren, die Struktur, Feuchtigkeit und Textur gleichzeitig ansprechen. Es ist großartig zu sehen, dass Branchenführer wie Galderma auf individualisierte, wissenschaftlich fundierte ästhetische Behandlungsansätze setzen, um die klinischen Ergebnisse weiter zu verbessern und die Art und Weise, wie wir Frauen in den Wechseljahren versorgen, zu verfeinern. Das Ziel ist es, das Altern in Schönheit zu feiern und Frauen dabei zu helfen, in dieser neuen Lebensphase bestmöglich auszusehen und sich auch so zu fühlen. Ich möchte, dass jedes Jahrzehnt ihr bisher schönstes ist.






Über unsere Expertin Dr. Doris Day
Dr. Doris Day ist eine zertifizierte Dermatologin mit den Schwerpunkten Lasertherapie, kosmetische, chirurgische und ästhetische Dermatologie aus New York. Sie ist als klinische Dozentin am NYU Langone Medical Center tätig. Außerdem ist sie als Autorin und Expertin für Hautalterung bekannt. Zu ihren Fachgebieten zählen zum Beispiel Hautgesundheit in der Menopause sowie nicht-invasive Behandlungen.