Frigidität: So äußert sich die sexuelle Unlust und das könnte helfen

Frigidität: So äußert sich die sexuelle Unlust und das könnte helfen

Frigidität ist eine Sexualstörung und wird auch als Libidoverlust bezeichnet. Frauen und auch Männer sind gleichermaßen davon betroffen. Wir räumen mit Vorurteilen auf, sprechen über Symptome und verraten, welche Behandlung sich bei Frigidität anbietet. 

Frigidität, oder auch ein Libidoverlust, ist ein Umstand, von dem sowohl Frauen als auch Männer betroffen sind. Frauen erleben dies häufig in den Wechseljahren, da der Östrogenspiegel im Körper sinkt. Ursachen können allerdings unterschiedlicher Herkunft sein. Wir wissen, was Sie gegen Frigidität tun können. 

Was ist Frigidität? 

Frigidität gehört zu den Sexualstörungen. Der Begriff "frigide" stammt aus dem französischen Sprachgebrauch und bedeutet "kalt, kühl". Konkret bedeutet dies den Verlust der sexuellen Lust und des sexuellen Begehrens. Entgegen falscher Stereotypen handelt es sich dabei nicht, um ein verbreitetes Phänomen bei Frauen, sondern um eine Sexualstörung, von der auch Männer betroffen sein können. Betroffene sehen sich allerdings immer wieder mit Verurteilungen und Ablehnung des eigenen Partners oder der Gesellschaft konfrontiert. 

Wichtig ist, dass Frigidität sich keinesfalls mit gelegentlicher sexueller Unlust gleichsetzen lässt. Letztere ist hin und wieder völlig normal. Wenn Frauen keinen Orgasmus bekommen, bedeutet dies nicht im Umkehrschluss, dass sie frigide sind. Wer allerdings über längere Zeit und anhaltend keine sexuelle Lust verspürt, könnte unter Frigidität leiden.  

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Was sind die Ursachen von Frigidität? 

Die Ursachen von Sexualstörungen können vielfältig sein und sind nicht immer ganz genau zu bestimmen. Hinter einer betroffenen Frau, welche keine Lust mehr auf Sex verspürt, können sowohl körperliche als auch psychische Ursachen stecken. Hier erfahren Sie, woran eine andauernde sexuelle Unlust liegen kann: 

Körperliche Ursachen 

  • Nach der Schwangerschaft und Geburt verspüren viele Frauen eine Unlust auf Sex.
  • Endometriose ist eine weitere Ursache für Unlust auf Sex. Auch Scheidentrockenheit oder Schmerzen beim Geschlechtsverkehr können ein Faktor sein. 
  • Frauen in den Wechseljahren neigen aufgrund eines sinkenden Östrogenspiegels auch dazu, unter Frigidität zu leiden. Dazu später noch mehr. 
  • Eine Schilddrüsenunterfunktion kann zu einem Libidoverlust führen, da die Schilddrüse Hormone produziert, welche die sexuelle Lust bedingen. 
  • Auch Gefäß- und Herzkrankheiten wie Herzschwäche, Herzinsuffizienz, oder Bluthochdruck können eine Ursache für Frigidität sein. 
  • Manche neurologischen Erkrankungen, welche das Nervensystem betreffen, sind auch Ursachen für einen Libidoverlust. Dazu zählen zum Beispiel ein Schlaganfall oder Multiple Sklerose. 
  • Frauen und Männer, welche an Diabetes erkrankt sind, können auch von der Sexualstörung betroffen sein. 
  • Wer unter einer Niereninsuffizient leidet, kann auch bei der Bildung von Sexualhormonen beeinträchtigt sein und unter Frigidität leiden.
  • Medikamente wie Antidepressiva, Antibabypille oder Blutdrucksenker können sich auch negativ auf die sexuelle Lust auswirken. 

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Psychische Ursachen 

  • Depressionen sind einer der Hauptauslöser für Libidoverlust. Das Gefühlsleben der Erkrankten ist dabei stark beeinträchtigt und dies kann sich heftig auf die sexuelle Lust auswirken. 
  • Manchmal muss die Ursache für Frigidität aber nicht eine Depression sein, sondern kann auch durch soziale Ursachen, wie beruflichen und privaten Stress oder Belastungen ausgelöst werden. Auch Probleme in der Beziehung können der Grund dafür sein, dass Betroffene unter anhaltender sexueller Unlust leiden. 
  • Personen, welche unter einem geringen Selbstwertgefühl leiden und sich und ihren Körper nicht mögen, neigen außerdem zu Frigidität. 
  • Auch schlechte Erfahrungen aus Beziehungen können die Lust auf Sex schmälern und unter Umständen sogar traumatisch auf Betroffene wirken. 

Woran erkennt eine Frau, dass sie frigide ist? 

Grundsätzlich schwankt die sexuelle Lust von Person zu Person und kann nicht pauschaliert werden. Die Symptome von Frigidität können daher auch variieren. Grundsätzlich verspüren Betroffene aber eine anhaltende Unlust auf Sex, die nicht mehr weggehen möchte und haben auch keinen Drang dazu zu masturbieren. 

Libidoverlust in den Wechseljahren 

Da der Sexualtrieb durch Hormone gesteuert wird, kann es in den Wechseljahren vermehrt zu einem Libidoverlust kommen. Der veränderte Hormonhaushalt kann zudem Müdigkeit, Hitzewallungen und Stimmungsschwankungen hervorrufen. 

In den Wechseljahren leiden Frauen zudem häufiger an Scheidentrockenheit, die dazu führen kann, dass Betroffene keine Lust mehr auf Sex verspüren, da dieser mit Schmerzen verbunden ist. Auch hier ist der Grund der sinkende Östrogenspiegel, welcher dafür sorgt, dass sich die Scheidenschleimhaut zurückbildet. Hormonhaltige Cremes, Zäpfchen, Tabletten oder ein Ring können in diesem Fall verwendet werden, um dieses Problem zu lösen. 

Was kann man gegen sexuelle Unlust tun? 

Es gibt verschiedene Formen der Behandlung. Grundsätzlich können Betroffene mit Atem- und Entspannungsübungen beginnen, sollte der Auslöser für die Frigidität stressbedingt sein. Yoga, Pilates oder Mediationen können helfen, um zu sich zurückzufinden und die sexuelle Lust wieder zu steigern. Auch Sport ist empfehlenswert, um Endorphine im Körper freizusetzen, welche sich positiv auf den Libidoverlust auswirken. 

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Welche Medikamente gibt es?

Eine Wunderpille für die sexuelle Unlust bei Frauen gibt es leider bislang noch nicht. Verschiedenen homöopathischen Mitteln wird allerdings eine positive Wirkung auf die Sexualstörung nachgesagt. Schisandra gilt als Aphrodisiakum und auch Ingwer soll die sexuelle Lust wieder steigern können. Gerade in den Wechseljahren können Globuli eine gute Ergänzung zu der medizinisch betreuten Hormonumstellung sein. 

Suchen Sie in jedem Fall einen Allgemeinarzt auf, welcher Ihnen diagnostizieren kann, ob es sich bei der sexuellen Unlust, um eine durch eine Krankheit oder Medikamente hervorgerufene Frigidität handelt. Ein Gynäkologe kann feststellen, ob die Frigidität etwa durch Schmerzen beim Geschlechtsverkehr oder die Wechseljahre hervorgerufen worden ist. 

Wie kann der Partner helfen? 

Eine betroffene Frau sollte in jedem Fall offen mit ihrem Partner über die sexuelle Unlust sprechen. Zeigt Ihr Gegenüber Verständnis für die Situation, lässt sich gemeinsam eine Lösung finden. Spannungen und unausgesprochene Konflikte können ein weiterer Faktor sein. Daher ist es wichtig, so offen und ehrlich wie möglich miteinander zu kommunizieren. 

Welche Lebensmittel können Frigidität vorbeugen oder verbessern? 

Folgende Lebensmittel sollen eine positive Wirkung auf die Libido haben und gelten als Aphrodisiakum. 

  • Zimt
  • Ingwer
  • Chili 
  • Avocado
  • Wassermelone 
  • Spinat

Hilfe vom Arzt 

Alternativ können Sie auch mit Ihrem Hausarzt über den Libidoverlust sprechen. Dieser verweist Sie gegebenenfalls an einen Gynäkologen oder bei Männern an einen Urologen. Wer unter Depressionen leidet, sollte in jedem Fall einen Psychotherapeuten aufsuchen. 

Wie äußert sich sexuelle Unlust bei Männern? 

Auch bei Männern nimmt Lustlosigkeit mit zunehmenden Alter zu. Dies liegt daran, dass der Testosteronspiegel sinkt und sich sexuelle Unlust einstellt. Auch die Einnahme von speziellen Medikamenten oder eine Erkrankung können zu einem Libidoverlust bei Männern führen. Ansonsten gleichen sich viele der Ursachen bei Männern und Frauen. Von Stress, privaten Probleme oder auch Depressionen sind Männer und Frauen gleichermaßen betroffen. 

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