Darum sollten Sie nachts nicht mit offenem Fenster schlafen

Darum sollten Sie nachts nicht mit offenem Fenster schlafen

Bei gekipptem Fenster schläft es sich doch gleich viel angenehmer. Wirklich? Eine Studie aus Deutschland beweist leider das genaue Gegenteil. Tatsächlich kann uns diese unscheinbare Angewohnheit auf lange Sicht sogar krank machen.

Auch in der kalten Jahreszeit schlafen viele Menschen am liebsten mit gekipptem Fenster. Bei hartgesottenen Frischluft-Fanatikern ist das Fenster sogar bei Minusgraden gekippt. Sich von den niedrigen Temperaturen beirren lassen? Niemals! Frische Luft ist schließlich gesund. Oder? Eine Studie der Johannes Gutenberg Universität in Mainz hat leider das Gegenteil herausgefunden.

Darum sollten Sie nachts nicht mit offenem Fenster schlafen

Nein, es hat nichts damit zu tun, dass ein Einbrecher sich an Ihrem Fenster zu schaffen machen könnte. Der Grund liegt in uns selbst. Genauer gesagt in unserem Körper, wie die Studie der Johannes Gutenberg Universität herausgefunden hat. Denn Verkehrslärm hat auch in der Nacht einen großen Einfluss auf unser Wohlbefinden. Selbst dann, wenn wir tief und fest schlafen und eigentlich nichts davon merken.

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Schon bei einem einzelnen vorbeifahrenden Auto setzt der Körper Stresshormone frei, die wiederum den Cholesterinspiegel und Blutdruck in die Höhe schnellen lassen können. So die Ergebnisse der Studie. Die Folge? Das Risiko für Herzinfarkte und Schlaganfälle steigt. Und sogar die Psyche hat unter dem Lärm zu leiden. So können etwa Depressionen und Angstzustände begünstigt werden. Von wegen erholsamer Schlaf.

Nachts mit offenem Fenster schlafen: Stadtmenschen schlafen schlechter als Landmenschen

Je nachdem, wo Sie leben, wird das nächtliche Stresslevel natürlich unterschiedlich stark auf die Probe gestellt. Während in ländlichen Gegenden meistens wenig bis keine Autos in der Nacht unterwegs sind, sieht es in der Stadt schon wieder ganz anders aus. Wer hier in der Nacht mit offenem Fenster schläft, ist hier also nicht selten im Nachteil. Daher sollten vor allem Stadtmenschen vor dem Schlafengehen öfter mal das Fenster geschlossen lassen.

Doch nicht nur Lärm von draußen kann unseren Schlaf erheblich stören. Auch laute Nachbarn können dazu beitragen, dass wir unruhig, schlechter und weniger tief schlafen. Besonders unangenehm wird es dann, wenn die Ruhestörung auch noch in die Nachtruhe zwischen 22 und 6 Uhr fällt.

Nachts mit offenem Fenster schlafen: Vorteile und Nachteile im Überblick

Nachts mit offenem Fenster zu schlafen ist natürlich jedem selbst überlassen. Sollten Sie jedoch unentschlossen sein, ob das Fenster nun auf oder lieber zu sein soll, haben wir hier noch mal alle Vor- und Nachteile übersichtlich für Sie zusammengefasst: 

Vorteile

Diese Vorteile hat es, nachts mit offenem Fenster zu schlafen:

  • Gute Luftzirkulation/Guter Luftaustausch – kann sich positiv auf den Schlaf auswirken.
  • Die optimale Schlaftemperatur von 16-18 Grad wird bei geöffnetem Fenster eher erreicht.
  • Die frische Luft wirkt sich positiv auf eine Hausstauballergie aus und kann einen ruhigen Schlaf begünstigen.

Nachteile

Diese Nachteile sollten Sie kennen, wenn Sie nachts mit offenem Fenster schlafen möchten:

  • Straßenlärm kann sich negativ auf Ihre Gesundheit auswirken.
  • Der Schlaf wird durch die Geräuschkulisse (auch unterbewusst) gestört.
  • Die kalte Luft kann im Winter dazu führen, dass wir frieren. Die Folge? Wir schlafen schlechter.
  • Das Schlafzimmer kühlt im Winter extrem aus, was wiederum zu erhöhten Heizkosten führt.
  • Dauerlüften bzw. ein dauerhaft gekipptes Fenster kann Schimmel begünstigen.

Fazit

Die einen schlafen nachts lieber bei geöffnetem, die anderen bei geschlossenem Fenster. Ob mit offenem Fenster geschlafen werden sollte, hängt also stark von der persönlichen Präferenz ab. Sollten Sie nachts stark schwitzen oder unter einer extremen Hausstauballergie leiden, kann das offene Fenster in der Nacht eine echte Wohltat sein. Wichtig: Schlafen Sie nachts lieber mit offenem Fenster, sollten Sie folgendes trotzdem im Blick behalten: Heizkosten und Schimmelbildung. Dann steht einer Nacht bei geöffnetem Fenster jedoch nichts im Wege.

Nachtruhe: Ab wann sie gilt und was es zu beachten gibt

Nicht immer ist es das vorbeifahrende Auto, was uns in der Nacht aus dem Schlaf reißt. Auch laute Nachbarn können die Nachtruhe enorm stören und einen erholsamen Schlaf unmöglich machen. Die Ruhezeit zwischen 22 und 6 Uhr sollte daher unbedingt eingehalten werden. Lärm durch laute Musik, Feierlichkeiten, Hundegebell, Bohren oder Wäschewaschen sind in diesem Zeitraum zu unterlassen. Sollten Gespräche mit den Nachbarn nichts bringen, können Sie sich im nächsten Schritt an den Vermieter wenden. 

Unsere Empfehlung: Die Anfertigung eines Lärmprotokolls kann vor dem Gespräch mit dem Vermieter hilfreich sein. So können Sie bei anhaltendem Lärm eine Mietminderung erwirken. Laufen Feierlichkeiten in Ihrer Nachbarschaft regelmäßig aus dem Ruder und reichen bis in die frühen Morgenstunden hinein, können Sie auch die Polizei über die Ruhestörung informieren.

Besser schlafen: 6 beliebte Hilfsmittel für eine ruhige Nacht

Sind die Fenster alt oder haben die Fensterdichtungen die besten Jahre hinter sich, kann dies ebenfalls zu einem unruhigen Schlaf beitragen. Denn Geräusche und Lärm von vorbeifahrenden Autos oder Passanten machen auch vor undichten Fenstern keinen Halt. Möchten Sie die Fenster nicht ganz austauschen oder auch weiterhin mit offenem Fenster schlafen, können Sie sich zum Beispiel mit diesen Hilfsmitteln aus unserer Galerie behelfen.

Kann schlafen bei offenem Fenster im Winter Schimmel verursachen?

Wer auch im Winter gerne mit offenem Fenster schläft, läuft Gefahr, dass sich Schimmel im Schlafzimmer bildet. Da der Raum erheblich kälter ist als die übrigen, strömt wärmere und feuchtere Luft aus den anderen Zimmern ins Schlafzimmer. Die Folge? Feuchtigkeit und Schimmel haben leichtes Spiel. Schimmel kann sich aber nicht nur dann bilden, wenn Sie nachts mit offenem Fenster schlafen. Wird generell falsch gelüftet, kann sich dies negativ auf alle Wohnräume auswirken.

Kann schlafen bei offenem Fenster Halsschmerzen verursachen?

Schon Oma hat damals immer gepredigt: "Fenster zu, sonst erkältest du dich noch!" So lieb und aufmerksam der Satz vielleicht gemeint ist, er stimmt tatsächlich nicht so ganz. Um sich zu erkälten und Erkältungssymptome wie Halsschmerzen oder Schnupfen zu entwickeln, braucht es Viren oder Bakterien. Das Schlafen bei offenem Fenster ist also nicht die Ursache für Ihre Halsschmerzen. Möglicherweise haben Sie sich schon in Vorfeld angesteckt und die Erkältung tritt jetzt so richtig in Erscheinung.

Im Winter richtig lüften: So vermeiden Sie Schimmel

Gleiches gilt auch für die übrigen Wohnräume. Mit regelmäßigem Stoßlüften können Sie einer Schimmelbildung jedoch gut entgegenwirken. Mehrmaliges und kurzes Stoßlüften über den Tag verteilt lohnt sich aber noch aus zwei weiteren Gründen: Stoßlüften verbessert das Raumklima und spart Energie. Lassen Sie Ihre Fenster oder Türen zum Durchlüften länger als ein paar Minuten geöffnet, entweicht dabei auch viel warme Heizungsluft. Sind die Türen und Fenster nach dem Lüften geschlossen, müssen die Wohnräume erst wieder auf Temperatur gebracht werden.

Auf Dauer verbrauchen Sie also nur unnötig Energie. Eine erhöhte Heizkostenabrechnung ist die Folge. Auch diese Fehler beim Heizen können ganz schön teuer werden, hätten Sie es gewusst? Lüften Sie Ihr Schlafzimmer am besten kurz vor dem Schlafengehen. Um das Raumklima zusätzlich zu verbessern, können Sie übrigens auch einen Luftreiniger oder luftreinigende Zimmerpflanzen wie Calathea, Birkenfeige, Einblatt oder Efeutute im Schlafzimmer aufstellen.

Tipp: Wenn Sie Wäsche im Winter in den Wohnräumen trocknen, ist regelmäßiges Stoßlüften besonders wichtig. So kann die Feuchtigkeit gut entweichen und das Risiko für Schimmel wird minimiert.

Das ist die optimale Schlaftemperatur für eine erholsame und gute Nacht

Hätten Sie gewusst, dass auch die Temperatur im Schlafzimmer darüber entscheiden kann, wie erholsam der Schlaf ausfällt? Dass es nicht gerade von Vorteil ist, bei offenem Fenster zu schlafen, ist bekanntlich aus verschiedenen Gründen eher nachteilig: Verkehrslärm oder laute Nachbarn stören und die Schimmelgefahr in den Wohnräumen steigt, da sie stark auskühlen. Aber eben nicht nur die Räume, sondern auch wir.

Schlafen wir nachts bei offenem Fenster kann es passieren, dass es viel zu kalt wird und wir anfangen zu frieren. Laut Schlafexperten schläft es sich bei einer Temperatur zwischen 15°C und 18°C Grad Celsius am besten. Auch zu warm sollte es im Schlafzimmer nicht sein, da wir sonst eher unruhig schlafen. Der Körper muss dann zusätzlich Energie zur Regulation aufwenden.

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