Ratgeber Lohnt sich ein Thermomix?

Lohnt sich ein Thermomix? Das fragten sich die FÜR SIE-Food-Ladys Kerstin Görn und Brigitte Kesenheimer. Und kochten mit dem „Küchen-Porsche“. Hier ist ihr Test-Ergebnis sowie drei leckere Rezepte.

Kerstin Görn und Brigitte Kesenheimer aus der FÜR SIE Redaktion Ressort Food Lohnt sich ein Thermomix? © Jalag Syndication

Ein Surren wie von einer Nähmaschine erfüllt die Küche. Dann der „Piep“. Die Marmelade ist fertig! Wir sind supergespannt. Der Thermomix soll ja angeblich alles können – und Pürierstab, Mixer, Getreidemühle, Dampfgarer, Eierkocher, Handrührgerät, Milchaufschäumer, Küchen- und Eismaschine in einem sein. Der neue Thermomix TM6 hat sogar fünf neue Funktionen: anbraten, fermentieren, karamellisieren, Sous-vide-Garen (Vakuumgaren) und Slow Cooking. Sogar Starköche wie Juan Amador, Sarah Wiener und Holger Stromberg haben einen. Für uns ist er aber noch Neuland. Wir wissen so viel: mixen, rühren, kneten oder kochen findet alles im Mixtopf statt.

Was klappt mit dem Thermomix, was nicht?

Das Einmachen hat uns begeistert: kein Kleckern beim Umfüllen, keine Fruchtspritzer beim Kochen. Wir machen weiter im Thermomix-Grundkochbuch: Eiweiß und Sahne steif schlagen, Tomatensuppe oder Risotto kochen, Strudelteig kneten. Klappt super! Aus gefrorenem Obst und Sahne zaubert die Maschine in Sekunden cremiges Eis. Jetzt machen wir uns an Hollandaise und gedünstetes Gemüse. Die Soße kommt uns ein bisschen dünn vor, schmeckt aber. Beim Gemüse sind wir etwas enttäuscht: Die Möhren sind matschig, der Brokkoli leicht verfärbt, die Röschen trocken. Da könnte man das Rezeptbuch mal überarbeiten. Apropos: Ohne diese Fibel wären wir bei der Einstellung von Zeiten, Rührstärke oder Temperatur etwas ratlos.

Rechnet sich so ein Thermomix?

Der „Küchenporsche“ beeindruckt uns durch seine Möglichkeiten. Aber auch durch den stolzen Preis von knapp 1.020 Euro für den TM5 und knapp 1.360 Euro für den neuen TM6 (seit März 2019 erhältlich). Allerdings: Er ersetzt ja eine ganze Reihe anderer Geräte. Und die kosten zusammen in der preislichen „Mittelklasse“ auch schon knapp 1.000 Euro. Es ist also eine Frage, ob man alle Funktionen des Thermomix braucht und nutzten möchte. Dies sollte überwiegend der Fall sein, sonst rechnet sich das Gerät nicht.

Vor- und Nachteile des Thermomix

Lohnt sich das Küchengerät oder nicht? Wir haben die wichtigsten Punkte in einem Pro und Kontra für Sie zusammengefasst:

Pro Thermomix:

1. Täglich frisch und fettarm kochen ist sehr komfortabel – die Gerichte stehen dazu ruckzuck auf dem Tisch. 
2. Das Gerät hat viele Funktionen - das spart die Neuanschaffung zusätzlicher Geräte.
3. Mit über 42.000 Rezepten und der Guided-Cooking-Funktion ist das Modell für Anfänger und Profis gleichermaßen geeignet.
4. Es fällt weniger Abwasch an, denn Sie brauchen weniger Kochgeschirr.

Kontra Thermomix:

1. Das Gerät ist sehr groß und nicht gerade schön – ein Problem für kleine Küchen und für alle, denen das Design von Geräten und ihrer Küche wichtig ist. Etwas stylisher ist beispielsweise der „KitchenAid Cook Processor“.
2. Das Fassungsvermögen reicht für zwei Erwachsene und ein bis zwei kleine Kinder. 
3. Der Anschaffungspreis ist hoch –  nach einem halben Jahr kostet die Nutzung der Cookidoo-Rezept-Datenbank 36 Euro/jährlich.
4. Der Thermomix ist nicht gerade leise – bei offenen Wohnküchen kann der Geräuschpegel stören.

Welche Alternativen gibt es zum Thermomix?

Überlegen Sie vor einer Anschaffung, wie Ihre Kochroutine wirklich ist. Auch Sie kennen es bestimmt: Anfangs ist man beigeistert und nach ein paar Wochen stehen die Geräte in der Ecke. Vielleicht reicht für Ihre Bedürfnisse bereits ein Hochleistungsmixer? Je hochpreisiger die Anschaffung, desto genauer sollte man sich im Vorwege Gedanken machen. Mittlerweile gibt es Hersteller, die den Markt mit ähnlichen, aber günstigeren Geräten erobern wollen. Für unter 500 Euro gibt es beispielsweise diese Einsteigergeräte:

Krups Prep&Cook HP5031 Classic für ca. 445 Euro
Klarstein GrandPrix für ca. 300 Euro

Der Thermomix-Billig-Variante von Lidl für rund 360 Euro wurde bei Markteinführung bejubelt und zahlreich verkauft  – der „Monsieur Cuisine Connect“ ist aber in die Kritik gekommen

Fazit unserer beiden Redakteurinnen

Brigitte Kesenheimer: Bei langem Rühren auf hoher Stufe ist das Surren etwas nervig. Super finde ich die fixe Reinigung im Geschirrspüler. Für jemanden, der die vielen Funktionen wirklich nutzt, ist das Gerät top.

Kerstin Görn: Die Zuwiegefunktion ist toll! Man stellt die Waage auf null und kann alles grammgenau einfüllen. Wow ist auch die Geräte-Power: Getreide mahlen für Brot, Puderzucker selbst machen für Desserts – das alles geht wirklich ruck, zuck. Trotzdem: Der Thermomix fühlt sich für mich nicht wie richtiges Kochen an.

Für wen lohnt sich ein Thermomix – und für wen nicht?

Von der Preis- und Platzfrage abgesehen, sind es folgende Punkte, die für oder gegen eine Anschaffung sprechen.

Der Thermomix lohnt sich für alle, die

  • täglich gern frisch, fettarm und zeitsparend kochen möchten.
  • kochen lernen möchten, Lust auf mehr haben und gern durch Rezepte geführt werden.
  • die frische Küche lieben, aber eigentlich kochfaul sind.
  • die Profis in der Küche sind und das Gerät mit den vielseitigen Funktionen als praktische Küchenhilfe betrachten.

Der Thermomix lohnt sicht nicht für alle, die

  • die wirklich nur gelegentlich kochen und/oder lieber essen gehen.
  • die umfangreichen Funktionen nicht nutzen.