14. März 2010
Die 10 besten alternativen Heilmethoden

Die 10 besten alternativen Heilmethoden

Expertentipps zur Naturheilkunde

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Die 10 besten alternativen Heilmethoden

Naturheilkunde ist zeitaufwendiger als die Schulmedizin – und der Patient muss sich aktiv beteiligen. „Doch unsere wissenschaftlichen Daten beweisen, dass sie nachhaltiger ist“, sagt Professor Dr. Andreas Michalsen, Chefarzt der Abteilung für Naturheilkunde am Berliner Immanuel- Krankenhaus, wo Schulmedizin mit verschiedenen wissenschaftlich fundierten alternativen Heilverfahren verbunden wird. Vor allem chronisch Kranke profitieren von dieser Behandlung. Auch Dr. Volker Schmiedel, Chefarzt an der Kasseler Habichtswaldklinik und Autor des Buches „Natürlich gesund! Das Selbstbehandlungsbuch“ (Haug), ist überzeugt: Eine ganzheitliche Therapie, die den Patienten beteiligt, ist die beste Medizin. Beide Experten haben uns dabei geholfen, die wichtigsten Fragen zu den einzelnen Heilverfahren zu beantworten.

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Sanfte Medizin ist beliebt – doch die Welt der Naturheilkunde ist unübersichtlich. Wir zeigen euch die zehn besten Alternativen Heilmethoden von Ayurveda über Schüssler Salze bis Yoga!

Ayurveda & Homöopathie

Ayurveda: Das älteste Heilwissen der Welt
Wie funktioniert die Therapie?
Das indische „Wissen über das Leben“ ist eines der ältesten Heilsysteme. Im Ayurveda geht man davon aus, dass sich im Spannungsfeld der fünf Elemente Erde, Wasser, Feuer, Raum und Luft unser gesamtes Dasein abspielt. Auch in unserem Körper finden sich diese Elemente wieder, wo sie die drei sogenannten Doshas bilden: Kapha, Pitta und Vata. Jeder Mensch hat ein eigenes Dosha-Muster. Gerät es aus dem Gleichgewicht, bekommt man gesundheitliche Probleme. Durch gezielte Ernährung, Reinigungskuren, Ölmassagen und ayurvedische Heilkräuter werden die Selbstheilungskräfte aktiviert.
Für wen ist sie geeignet?
„Gerade wurde die erste deutsche Ayurveda-Studie abgeschlossen. Sie belegt die Wirksamkeit bei Rückenschmerzen, Schlafstörungen, Magen- Darm-Problemen und Erschöpfungszuständen. Auch neurologische Erkrankungen wie Parkinson und multiple Sklerose können positiv beeinflusst werden“, erklärt Professor Michalsen. Ayurveda-Kuren werden zum Beispiel in der Klinik von Dr. Schmiedel angeboten (www.habichtswaldklinik.de).
Ist Selbstbehandlung möglich?
Ayurveda für zu Hause zielt eher auf einen Wellness-Effekt als auf Heilung. Eine Ganzkörpermassage mit erwärmtem Sesamöl ist so ein Wohlfühl-Ritual, genau wie auf die persönliche Dosha-Konstitution abgestimmte Tees (Bioladen). Einen guten Einstieg ins Thema bietet „Das große Ayurveda-Buch“ von Kerstin Rosenberg (Gräfe&Unzer).
Homöopathie: Ähnliches mit Ähnlichem heilen
Wie funktioniert die Therapie?
Die Homöopathie beruht auf dem Ähnlichkeitsprinzip: Bei einem Kranken wird genau das Mittel eingesetzt, das beim Gesunden die Symptome der Erkrankung hervorruft. Bei Schnupfen mit triefender Nase und tränenden Augen wird etwa Zwiebel verabreicht. Jedoch nicht einfach so: Die Ausgangssubstanz wird stark verdünnt und auf besondere Weise verschüttelt. Erst durch dieses sogenannte Potenzieren entfalten die Tabletten, Kügelchen und Tinkturen aus homöopathischer Sicht ihre Wirkung.

Homöopathie: Globuli
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Für wen ist sie geeignet?
Bei Infekten, Heuschnupfen und Kinderkrankheiten hat sich die Homöopathie bewährt. Auch bei chronischen Krankheiten wie Rheuma gibt es gute Erfolge.
Ist Selbstbehandlung möglich?
Kleinere Beschwerden kann man selbst behandeln (Buchtipp: „Homöopathie Kompass“ von Sven Sommer, GU). Professor Michalsen empfiehlt jedoch, sich an einen Therapeuten mit Diplom des Zentralvereins homöopathischer Ärzte (www.dzvhae.com) zu wenden: „Die homöopathischen Regeln sind meist doch komplizierter, als sie oft dargestellt werden. Dann kann es passieren, dass das Mittel nicht wirkt, weil man es sich zu einfach gemacht hat.“

Kneipp-Therapie & Massagen

Kneipp-Therapie: Kalte Güsse, heiße Wickel
Wie funktioniert die Therapie?
Mitte des 19. Jahrhunderts entwickelte der Pfarrer Sebastian Kneipp eine Therapie, die zu einem erheblichen Teil auf der Heilkraft des Wassers beruht. Sein Buch „Meine Wasserkur“ machte die Hydrotherapie weltberühmt. Sie umfasst über 100 verschiedene Anwendungen, darunter Güsse, Wickel, Armbäder und Abreibungen. Der starke Temperaturreiz stärkt bei regelmäßiger Anwendung das Immunsystem.
Für wen ist sie geeignet?
Kneipp-Anwendungen eignen sich vor allem zur Vorbeugung und Abhärtung. Kreislaufbeschwerden, Venenleiden und Erschöpfungszustände sprechen gut auf die Behandlung an. Positive Wirkungen wurden auch bei Rücken- und Gelenkbeschwerden und bei Verdauungsproblemen beobachtet. Bei Blaseninfekten und Erkältung sind Kaltwasseranwendungen tabu.
Ist Selbstbehandlung möglich?
„Echte Kneipp-Kuren beinhalten natürlich das gesamte Heilsystem – also Wasser- sowie Wärme/Kälte- Anwendungen, Ernährung, Bewegung, Pflanzenheilkunde und Ordnungstherapie“, so Dr. Schmiedel. „Die einzelnen Kneipp’schen Verfahren können jederzeit von jedermann angewendet werden.“ Ein einfaches Beispiel für Hydrotherapie zu Hause ist der kalte Guss zum Abschluss der morgendlichen Dusche. Noch wirksamer wird der Kältereiz mit einem Kneipp-Gießrohr, das an den Schlauch der Dusche geschraubt wird: Den kalten Wasserstrahl von der rechten Wade bis zum Oberschenkel führen, dann sind linkes Bein, rechter Arm, linker Arm, Rücken und Brust an der Reihe. Bei Kreislaufschwäche, etwa durch Hitze, haben sich Armbäder bewährt: Waschbecken mit kaltem Wasser füllen, beide Unterarme langsam bis zum Ellbogen ein bis zwei Minuten lang eintauchen.

Massagen: Wirkungsvolle Streicheleinheiten
Wie funktioniert die Therapie?
Vom sanften Streicheln, Klopfen und Drücken bis zum Durchkneten – Massagen sind in allen Kulturen ein Mittel, um Heilungsprozesse anzuregen. Sie lockern Muskeln und Bindegewebe, fördern die Durchblutung und entspannen.
Für wen ist sie geeignet?
Wer sich verspannt fühlt, ist in den Händen eines Massagetherapeuten gut aufgehoben: Verspannungen werden gelöst, Stoffwechselprozesse in Gang gesetzt, die Nerven beruhigt. Die japanische Shiatsu- Massage, bei der Akupressurpunkte massiert werden, bringt gestaute Energie wieder in Fluss. Ähnlich wirkt die chinesische Tuina-Massage, die insbesondere bei Spannungskopfschmerz sehr wirksam ist. Äußerst sanft ist die Craniosacral- Massage: Durch behutsame Drück- und Drehbewegungen am Schädel und am unteren Rücken werden Blockaden gelöst. Vor allem bei Schwindel und Kieferfehlstellungen hilfreich.
Ist Selbstbehandlung möglich?
Einige Techniken, etwa die Fußreflexzonenmassage, kann man in Kursen oder mit Hilfe von Büchern leicht lernen (z. B. „Massagen: Verspannungen lösen – neue Energie gewinnen“ von Karin Schutt, GU). Auch sanfte Rückenmassagen mit etwas Öl lassen sich gut zu Hause als Partnermassage anwenden.

Meditation & Phytotherapie

Meditation: Die Kunst des Abschaltens
Wie funktioniert die Therapie?
Man sitzt ruhig da, die Augen sind geschlossen. Mit etwas Übung stellt sich nach einiger Zeit ein Zustand innerer Versenkung ein, die Gedanken ziehen vorbei – Ruhe und Gelassenheit kehren ein.
Für wen ist sie geeignet?
Eine sehr positive Wirkung hat Meditation bei Herz-Kreislauf-Erkrankungen und zu hohem Blutdruck sowie bei allen Krankheiten, die mit Schmerzen verbunden sind. Professor Michalsen: „Hier gibt es viele klare, greifbare Ergebnisse, die auch in Studien nachgewiesen sind.“
Ist Selbstbehandlung möglich?
Meditation erlernt man am besten in Kursen. Dann sollte man möglichst jeden Tag 30 Minuten lang meditieren.

Phytotherapie: Die Heilkraft der Pflanzen
Wie funktioniert die Therapie?
Dass viele Pflanzen Wirkstoffe enthalten, die bei Krankheiten helfen können, weiß man seit Urzeiten. Das Wissen über die Heilkräfte von Pflanzen wurde in Europa ab dem Mittelalter in Klöstern gesammelt und ständig weiter erforscht. Rund 400 Heilpflanzen werden zur Arzneiherstellung verwendet – als Tee, Tinktur oder in Tablettenform.
Für wen ist sie geeignet?
Es gibt heute viele wissenschaftlich erwiesen wirksame Phytotherapeutika: Johanniskraut bei leichten Depressionen, Teufelskralle bei Rückenschmerzen, Weißdorn zur Herzstärkung oder Pestwurz bei Migräne, um nur einige zu nennen. Tabletten haben meist einen standardisierten Wirkstoffgehalt, bei Tees und Tinkturen kann die Wirkstoffmenge schwanken.
Ist Selbstbehandlung möglich?
„Bei Rückenschmerzen, Schlafstörungen und Erkältung würde ich immer erst ein pflanzliches Mittel probieren. Wichtig ist jedoch, immer den Arzt zu informieren, da es Wechselwirkungen zwischen Schulmedizin und Phytotherapie geben kann“, so Professor Michalsen.

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Schüssler-Salze & Traditionelle Chinesische Medizin

Schüssler-Salze: Einfach, praktisch, übersichtlich


Wie funktioniert die Therapie?
Der Arzt und Homöopath Wilhelm Heinrich Schüßler (1821–1898) war auf der Suche nach einer Therapie, die es Laien ermöglicht, sich gezielt und einfach selbst zu behandeln. Seine These: In jeder Körperzelle befinden sich Mineralsalze, die wichtige Abläufe steuern. Ist ihr Haushalt gestört, entstehen Krankheiten. Schüßler entwickelte zwölf homöopathisch potenzierte Mineralsalze. Sie senden Signale an die Zellen, die fehlenden Salze verstärkt aufzunehmen.

Schüßler-Salze
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Für wen ist sie geeignet?
Die Wirksamkeit von Schüßler- Salzen wurde noch in keiner Studie erwiesen. Die Erfahrungsmedizin zeigt jedoch gute Erfolge bei Alltagsbeschwerden wie Kopfund Magenschmerzen, Erkältungskrankheiten, Verdauungsstörungen oder Muskelkater.
Ist Selbstbehandlung möglich?
Dr. Schmiedel: „Die zwölf Schüßler- Salze sind durch die begrenzte Anzahl der Mittel und die klar zugeordneten Indikationen eine ,abgekürzte Homöopathie‘, die auch von Laien gut zu praktizieren ist.“ Einen schnellen AnwendungsÜberblick verschafft der „Quickfinder Schüßler-Salze“ von Günther H. Heepen (GU).
Traditionelle Chinesische Medizin (TCM): Yin und Yang im Gleichgewicht
Wie funktioniert die Therapie?
Das jahrtausendealte Heilwissen der Chinesen umfasst Akupunktur, Heilkräuterbehandlung, Bewegungstherapien wie Qigong und Tai Chi sowie Ernährung und Massage. Die TCM geht davon aus, dass sich Gesundheit und Lebensenergie aus dem Wechselspiel der Gegensätze Yin und Yang speisen. Um die Ursache einer Störung zu erkennen, bedienen sich TCM-Ärzte diagnostischer Mittel, die hierzulande ungewöhnlich scheinen. Der Patient wird etwa berochen oder auf spezielle Art abgeklopft.
Für wen ist sie geeignet?
„Während in China Pflanzenheilkunde und Ernährung Vorrang haben, ist die häufigste TCM-Anwendung bei uns die Akupunktur“, so Schmiedel. Sie wird vor allem bei Rückenschmerzen, Knieproblemen, Tennisarm und Migräne eingesetzt. Bei bestimmten Indikationen zahlen die gesetzlichen Krankenkassen. „Die chinesische Kräuterheilkunde ist eine wahre Schatzkiste. Prinzipiell lohnt sich damit ein Behandlungsversuch bei jeder chronischen Erkrankung“, so Professor Michalsen. Da die Wirkweise sehr komplex ist, empfiehlt er, die Behandlung seriösen Therapeuten zu überlassen. Man findet sie über die Fachgesellschaften, etwa die Societas Medicinae Sinensis (www.tcm.edu) oder die Deutsche Gesellschaft für traditionelle chinesische Medizin (www.dgtcm.de).
Ist Selbstbehandlung möglich?
Während Kräuter und Nadeln ein Fall für den Experten sind, kann man Tai Chi und Qigong sehr gut selbst lernen – Sportvereine und Fitness-Studios bietenKurse an. Die sanften, fließenden Übungen stärken die Abwehr und helfen dabei, Stress abzubauen.

Volksheilkunde & Yoga

Volksheilkunde: Von Quarkpack bis Zwiebelsack
Wie funktioniert die Therapie?
In jedem Kulturkreis gibt es überlieferte Hausmittel, die sich bei Verletzungen und Krankheiten seit Jahrhunderten bewährt haben.
Für wen ist sie geeignet?
Dr. Schmiedel empfiehlt etwa Wadenwickel zur Fiebersenkung und das Trinken von Heilerde bei Magenbeschwerden. Auch Professor Michalsen ist ein Fan von Hausmitteln: „Man kann damit viele Beschwerden lindern. Bei allen banalen Erkältungskrankheiten und leichten Schmerzen empfehle ich, es erst einmal mit natürlichen Mitteln zu versuchen.“
Ist Selbstbehandlung möglich?
Zwiebelsäckchen bei Ohrenentzündung, Quarkpackungen bei Gelenkschmerzen, Heublumenauflagen bei Verspannungen und viele weitere Mittel warten darauf, von Ihnen wiederentdeckt zu werden. Anregungen finden Sie in „Jetzt helfe ich mir selbst – Die besten Hausmittel für alle Fälle“ von Dr. Jörg Zittlau (Südwest Verlag).
Yoga: Training für die innere Mitte
Wie funktioniert die Therapie?
Yoga gehört zum ayurvedischen Heilwissen und wird in Indien seit Jahrtausenden praktiziert. Die Übungen, bei denen man oft lange ruhig atmend in einer Position verharrt, geben Kraft, stärken die Konzentration und entspannen.
Für wen ist sie geeignet?
Yoga hat sich bewährt bei Rückenschmerzen, Migräne, Kopfschmerzen und Arthrosen. Auch Schlafstörungen, Erschöpfungszustände und leichte Depressionen bessern sich, wenn man, möglichst täglich, Yoga praktiziert.
Ist Selbstbehandlung möglich?
Am besten besucht man regelmäßig einen Yoga-Kurs. So lernt man die Übungen am schnellsten und vermeidet Fehler. Von den zahlreichen Yoga-Varianten empfiehlt Professor Michalsen Iyengar-Yoga, da es am besten medizinisch erforscht ist. Buchtipp: B.K.S. Iyengar, „Mein Yoga: Entspannung, Fitness, Inspiration“ (Dorling Kindersley).

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