Wirkstoffe in Kosmetikprodukten Peptide als Hautstraffer?

Hautcremes mit Peptiden sollen die Haut straffen. Aber lassen uns die Proteine wirklich jünger aussehen? Was Peptide wirklich können, wir erklären es.

Peptide in Kosmetika: Ratgeber und Tipps Peptide als Hautstraffer? © Poike/iStock

Peptide sind Eiweißverbindungen: Sie bestehen aus mehreren Aminosäuren, die durch sogenannte Peptidbindungen zusammengehalten werden. Diese sind schließlich auch für die Namensgebung der Proteine verantwortlich. In der Natur haben sie ganz unterschiedliche Funktionen, z.B. als bioaktive Botenstoffe in Pflanzen, als Hormone beim Menschen oder wirken entzündungshemmend. In der Kosmetik gelten Peptide als neue Wunderwaffe gegen Falten!

Peptide: Wirkung auf die Haut

Viele Kosmetikfirmen bewerben ihre Beauty-Produkte und die darin enthaltenen Peptide als Anti-Aging-Helfer. Kann das wirklich funktionieren? Tatsächlich gibt es zahlreiche Peptide mit unterschiedlichen Aufgaben und Funktionen. Nicht alle haben eine hautstraffende Wirkung, aber manche Peptide helfen tatsächlich bei der Produktion von Kollagen, indem sie sich an den Zellen einlagern und dort spezielle Reaktionen auslösen, die letztlich zu einem jüngeren Hautbild führen können. Außerdem haben manche Peptidarten einen entzündungshemmenden Effekt oder können den Feuchtigkeitsgehalt der Haut erhöhen.

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Andere dieser Proteine wirken ähnlich wie Botox, indem sie sich an die Muskelfasern anlagern und übermäßige Kontraktionen verhindern. Sie wirken also wie ein Muskelrelaxans, das die Gesichtsmimik besänftigen und Falten vorbeugen soll. Das hört sich vielversprechend an, aber ob die Inhaltsstoffe tatsächlich so wirken wie die Theorie und Hersteller von Kosmetik versprechen, ist leider noch nicht durch klinische Studien belegt. Um seine guten Eigenschaften entfalten zu können, muss das Peptid in Cremes oder anderen Kosmetikprodukten bis in die tieferen Hautschichten vordringen. Ob es das schafft ist fraglich, denn die Haut weiß sich gegen Fremdstoffe zu wehren – auch dann, wenn diese ihr eigentlich gut tun sollen. 

Peptide für Bodybuilder

In der Bodybuilding-Szene erfreuen sich Peptide ebenfalls wachsender Beliebtheit. Denn anders als bei anderen Anabolika, entfaltet sich die Wirkung für den Muskelaufbau über einen längeren Zeitraum und hält länger an. Die Peptide bewirken eine Ausschüttung von Wachstumshormonen, die in Kombination mit gezieltem Training die Muskeln definierter und größer werden lassen können. Dennoch kann die Einnahme von Peptiden, wie andere Anabolika auch, starke Nebenwirkungen mit sich bringen. Dazu gehören zum Beispiel Kopfschmerzen, Erbrechen und Kreislaufprobleme. Denn künstlich herbeigeführte Peptide wirken im Körper sehr potent und fungieren als Botenstoffe, von denen normalerweise nur sehr geringe Dosen im Körper zirkulieren. Das Zuführen von Substanzen zum Muskelaufbau ist generell sehr kritisch zu betrachten, da diese in den allermeisten Fällen den Stoffwechsel stören oder sogar belasten können – auch Herz und Niere können dadurch Schaden nehmen.

Alternativen zu Peptiden

Wenn Sie etwas für Ihre Haut und Ihren Körper tun möchten, sollte der erste Weg immer eine Ernährungsumstellung und regelmäßige Bewegung sein. Gesunde Ernährung und Sport in Kombination werden Ihnen in kürzester Zeit nicht nur eine straffere, strahlendere Haut verschaffen, sondern auch ein paar Pfunde purzeln lassen. Der Muskelaufbau kommt dann ganz von allein. Egal, in welchem Anwendungsbereich – die Wirksamkeit von Peptiden muss noch weiter erforscht werden. Insbesondere im Beauty-Bereich fehlt derzeit noch der klare Beweis, dass der Wirkstoff "Peptid" auch in der Zelle ankommt und somit überhaupt erst einen positiven Effekt auf unsere Haut haben kann.

 
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