Emotionale Widerstandskraft Resilenz: Mit Schicksalsschlägen besser umgehen

Ob der Tod eines geliebten Menschen, Krankheiten oder andere schlimme Tiefschläge: Menschen mit einer besonderen Stärke, die sich von den Turbulenzen des Lebens zwar durch­schütteln lassen, aber nicht an ihnen zerbrechen und am Ende sogar gestärkt mit neuen Er­kenntnissen aus Krisen hervor­gehen, verfügen offenbar über eine besondere innere Stärke. Ärzte sprechen bei dieser emotionalen Kraft von Resilenz. Wir erklären das genauer!

Resilenz: emotionale Widerstandskraft Resilenz: Mit Schicksalsschlägen besser umgehen © iStock

Was ist Resilenz

Resilenz nennen Ärzte und Psychologen diese besondere emotionale Wider­standskraft. Der Begriff stammt ursprünglich aus der Physik: Er beschreibt elastische Materialien, die nach ihrer Beanspru­chung in ihren ursprünglichen Zustand zurückspringen. Woher diese Stärke beim Einzelnen kommt, warum der eine mehr davon hat, der ande­re weniger, darüber ist die Forschung uneins, sagt Sabine Jansen (57), Heilpraktikerin für Psychotherapie und Resilienz-Trainerin aus Baden-Baden. „Unsere Gene spielen eine Rolle genau wie unser Umfeld und unsere Erfahrungen. Wenn wir in einer Familie aufwachsen, in der das Leben nicht als Drama gesehen, sondern eine optimistische Grundhaltung vorherrscht, haben wir auch in Krisenzeiten einen zuversichtlicheren Blick aufs Leben.“

Kann man Residenz lernen?

Resiliente Menschen verfügen nicht nur über einen gesunden Optimismus, sie empfinden sich auch als Gestalter ihres Lebens. Eine Eigenschaft, die in schweren Zeiten besonders wichtig ist. Denn: Wer Krisen überwinden will, muss handeln, statt unaufhörlich nach dem Warum zu fragen. Passiv zu bleiben, im Schmerz und in der Opferrolle zu verharren, bringt uns nicht weiter und sorgt erst recht nicht für neue Lebenskraft. Wir müssen uns bewegen, auch wenn es schwerfällt, damit wir nicht so aus dem Gleichgewicht kommen. Wie man mit Schicksalsfragen umgeht ist daher ein Stück weit Veranlagungs- und Erziehungssache – man kann sich aber auf jeden Fall eine gewisse Haltung antrainieren, zur Not mit Hilfe. Das ist wichtig, denn manche Menschen zerfließen förmlich in ihrem Leid und kommen selbst gar nicht mehr heraus. Das Umfeld leidet ebenfalls mit. Menschen, die einen Hang zum Negativem haben sollten ihre Resilenz daher stärken oder darin gefördert werden. Es gibt Menschen, die Schlimmes erlebt haben und trotzdem ein erfülltes Leben führen können, während andere daran zerbrechen. 

Die Resilenzfaktoren

Unsere innere Widerstandskraft gegenüber Stress kann durch mehrere Faktoren gestärkt werden - man spricht hier auch von Resilenzfaktoren oder den sieben Säulen der Resilenz: 

  1. Kontrolle über eigene Emotionen. Resilente Menschen lassen sich auch unter Stress nicht von Gefühlen übermannen. 
  2. Resilente Menschen sind grundsätzlich positiv gestimmt und haben einen realistischen Optimismus. 
  3. Resilente Personen vertrauen auf ihre eigenen Stärken und zermartern sich nicht ständig selbst. Misserfolge und auch Erfolge werden realistischer eingeschätzt.
  4. Veränderungen sind kein Hindernisse oder gar Bedrohungen. Sie akzeptieren Gegebenheiten schneller und erkennen ihre eigenen Möglichkeiten.
  5. Resilente Menschen denken nicht immer in Problemen, sondern suchen nach guten Lösungen. 
  6. Sie können Hilfe annehmen und auch aus den Fehlern anderer lernen.
  7. Resilente Personen übernehmen Eigenverantwortung und fühlen sich nicht ständig als Opfer der Umstände.

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