Patientengeschichten Diagnose Brustkrebs: Und Jetzt?

Carola Christiansen erhielt kurz nach ihrem 50. Geburtstag die Diagnose Brustkrebs. Humor und Lebensmut hat die Hamburgerin trotzdem nicht verloren ...

Carola Christiansen Diagnose Brustkrebs: Und Jetzt? © Andreas Costanzo

„Ich habe nie gedacht: warum ich ...?“ 

Bei der Mammografie wurde in beiden Brüsten etwas gefunden. Da ging der Arzt noch davon aus, dass einer der Knoten gutartig war. Als feststand, dass beide bösartig waren, war das schon ein Schock, weil ich nicht wusste, was kommt. Ich war alleinerziehend, meine Söhne im Teenager-Alter. Nach den OPs kam ich dann ganz schnell ins Tun. Ich habe mich über die Krankheit informiert, alternative Behandlungsmethoden recherchiert und mit Menschen gesprochen, die auch mal betroffen waren. 

Kein Hadern

Was ich nie getan habe: Ich habe nie mit dem Schicksal gehadert und gedacht, warum ausgerechnet ich? Ich fand es schon immer wichtig, die Dinge so zu nehmen, wie sie sind. Als die Chemo anfing, trank ich mit meinem Friseur ein Glas Prosecco und ließ mir die Haare abrasieren. Er schenkte mir eine kupferrote Perücke, von einer Freundin bekam ich eine blonde, von einer anderen eine mit Strähnchen und von der Krankenkasse eine in meinem Farbton. So hatte ich Abwechslung. Wenn es mir schlecht ging, trug ich die auffälligste. 

Das war vielleicht auch ein Selbstschutz. Ich habe mich dem Krebs und den Ärzten nie ausgeliefert gefühlt, ich habe immer in mich hineingehorcht und selbst entschieden, was mir guttut. Die Tabletten, die die Ärzte einem verschreiben, damit der Krebs nicht wiederkommt, habe ich nicht genommen. Stattdessen entschied ich mich für eine Misteltherapie, um mein Immunsystem zu stärken. 

Näher bei mir

Neun Jahre sind seit der Diagnose vergangen. Ich konnte schon immer gut im Hier und Jetzt leben. Aber seit der Krankheit gelingt mir das noch besser, und ich bin heute näher bei mir denn je. Beruflich habe ich vor drei Jahren einen Neustart gewagt. Statt im Schicht- dienst bei einer Fluggesellschaft zu arbeiten, schreibe ich jetzt Krimis und bin Präsidentin der „Mörderischen Schwestern“, einem Autorinnenverein. Dadurch habe ich gelernt, dass es nie zu spät ist, etwas in seinem Leben zu verändern. Was mir hilft, wenn’s mal schwierig wird, ist ein heißes Bad mit Kerzen und Musik. Dabei kann ich entspannen und habe die besten Ideen. 

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