15. Juni 2021
Spinnmilben bekämpfen: So werden Sie die Schädlinge los

Spinnmilben bekämpfen: So werden Sie die Schädlinge wieder los

Nicht nur wir lieben den Sommer, auch Spinnmilben schätzen die Jahreszeit ganz besonders. Und zwar um ordentlich Schaden anzurichten. Wie Sie die Schädlinge erkennen und was Sie gegen den Befall unternehmen können, verraten wir hier!

So sehr wir den Sommer für seine Unbeschwertheit auch schätzen. Im Garten, auf dem Balkon und in der Wohnung sieht es meistens anders aus. Denn nicht nur wir lieben die warmen Temperaturen, auch Spinnmilben schätzen sie. Gerade bei trocken-warmem Wetter fahren die zur Höchstform auf und befallen so ziemlich alles, was ihnen unter den Rüssel kommt.

Spinnmilben erkennen: Daran erkennen Sie einen Befall

Spinnmilben sind nur wenige Millimeter klein - hinterlassen im Beet und Blumentopf aber ziemlich große Schäden. Erkennen können Sie Spinnmilben vor allem an ihren Gespinsten und den Saugschäden, die als gesprenkelte Punkte und Flecken auf den Blättern sichtbar sind. Wie Blattläuse haben es auch Spinnmilben auf den bekömmlichen Pflanzensaft abgesehen. Schon nach kurzer Zeit beginnen die Blätter sich einzurollen und sterben ab.

Gefährlich sind aber nicht nur die Saugschäden. Spinnmilben schädigen die betroffene Pflanze zusätzlich durch die Absonderung eines giftigen Speichels, der sogar Viren übertragen kann. Im Sommer sind Spinnmilben sowohl im Freiland als auch im Gewächshaus zu finden, wo sie mit Vorliebe Gurken, Bohnen und Rosen zerstören. Beim Obstanbau wird die Obstbaumspinnmilbe gefürchtet. Sie befällt Apfel, Pfirsich, Zwetschge, Pflaume und Birne. Auch Beerenobst wie Himbeere, Erdbeere, Johannisbeere und Stachelbeere schmecken ihr köstlich. Doch nicht nur draußen, auch vor Zimmerpflanzen schrecken Spinnmilben nicht zurück. Im Winter bieten die beheizten Innenräume noch dazu die perfekten Bedingungen, um das Überleben der Schädlinge zu sichern. So hartnäckig Spinnmilben auch sind. Sie zu bekämpfen ist nicht schwer.

Spinnmilben bekämpfen: So werden Sie die Schädlinge los

Mit Wasser fernhalten

Spinnmilben lieben es trocken und warm. Mit Wasser können Sie es den Schädlingen richtig schön ungemütlich machen. Oft reicht es im Sommer schon, die Pflanzen drinnen wie draußen regelmäßig mit ein wenig Wasser aus der Sprühflasche zu besprühen. Damit Spinnmilben erst gar keine Chance haben sollten Sie außerdem darauf achten, Ihre Pflanzen ausreichend zu gießen. Ausgetrocknete Pflanzen sind das gefundene Fressen für Spinnmilben. Eine Mulchschicht kann ebenfalls helfen die Feuchtigkeit länger im Boden zu halten.

Regelmäßige Pflege

Geschwächte und gestresste Pflanzen sind anfälliger für Schädlinge aller Art. Beugen Sie Spinnmilben durch gute Pflege vor. Kaliumhaltige Dünger machen die Pflanzen deutlich widerstandsfähiger gegenüber Schädlingen. Eine sehr stickstoffhaltige Düngung kann das Blattwerk dagegen weich und anfällig machen. Auch der Standort sowie die individuellen Licht- und Wasserbedürfnisse sollten Sie stets im Blick behalten. 

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Nützlinge fördern

Auch bei der Bekämpfung von Spinnmilben lassen sich zahlreiche Nützlinge einsetzen. Raubmilben  (Phytoseiulus persimilis) vertilgen Spinnmilben in jedem Wachstumsstadium sehr zuverlässig. Auch räuberische Gallmücken freuen sich über den Spinnmilben-Snack. Raubwanzen, Laufkäfer, Marienkäfer und Florfliegen können von dem Schädling ebenfalls nicht genug bekommen. Um die Tierchen im Kampf gegen Spinnmilben im heimischen Garten oder auf dem Balkon zu fördern, können Sie ein Insektenhotel oder eine Nützlingswabe aufstellen. Auf chemische Mittel sollten Sie zum Schutz von Nützlingen lieber verzichten.

Neemöl verwenden

Ob Blattläuse, Thripse oder eben Spinnmilben. Neemöl versetzt Schädlinge in Angst und Schrecken. Und das aus gutem Grund! Neemöl töten Larven ab und hindert auch erwachsene Schädlinge daran, der Pflanze noch mehr zuzusetzen. Die Pflanze ist meist schon nach wenigen Tagen komplett schädlingsfrei. Um Spinnmilben erfolgreich zu beseitigen, können Sie die Pflanze mit einer Mischung aus Neemöl und Wasser besprühen und abwischen. Auch die Erde sollte sicherheitshalber mitbehandelt werden. Versetzen Sie Ihr Gießwasser hierfür einfach mit ein wenig Neemöl. Pluspunkt: Neemöl trägt auch zur Gesundheit bei, da es die Pflanze über die Wurzeln von innen heraus stärkt. Ein echter Geheimtipp unter Gärtnern ist dieses Neemöl>>

Mit Plastikfolie ersticken

Betroffene Zimmerpflanzen sollten Sie bei einem Befall mit Spinnmilben im ersten Schritt gründlich abduschen. Um die Schädlinge zu ersticken, können Sie die betroffene Pflanze nun zusätzlich komplett in eine durchsichtige Plastikfolie einwickeln. Die Pflanze sollte erst nach ca. zwei Wochen wieder ausgepackt werden. Die konstante Luftfeuchtigkeit macht den Spinnmilben schwer zu schaffen - sie sterben ab.

Mit Rapsöl gießen

Auch ein Gemisch aus Rapsöl und Wasser kann gegen Spinnmilben helfen. Vermischen Sie hierfür 1 Liter Wasser und 250 Milliliter Rapsöl. Vor dem Sprühen müssen Sie die Sprühflasche noch ordentlich durchschütteln. Die Fetttropfen verkleben die Atemöffnungen der Spinnmilben, sodass sie schon nach kürzester Zeit ersticken.

Lauge herstellen

Als Hausmittel gegen Spinnmilben hat sich auch eine Mischung aus Wasser, Spiritus und Seife bewährt. Lösen Sie für die Lauge einfach 20 Gramm Kernseife in einem Liter Wasser (möglichst heiß) auf. Hinzu kommen jetzt noch 30 Milliliter Spiritus. Die abgekühlte Mischung können Sie dann mit einer Sprühflasche auf die betroffenen Pflanzen geben.

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