24. Juni 2021
Wollläuse bekämpfen: So retten Sie Ihre Pflanzen

Wollläuse bekämpfen: So retten Sie Ihre Pflanzen

Sie befallen Pflanzen im Sommer und sogar im Winter: Wollläuse - auch Schmierläuse genannt. Wie Sie die Schädlinge am schnellsten und gründlichsten bekämpfen, verraten wir hier!

Ihr Name klingt zwar ganz niedlich, doch die Wolllaus hat es faustdick hinter den Ohren. Bekannt ist sie auch als Schmierlaus und befällt Pflanzen nicht nur draußen, sondern auch drinnen. Gut versteckt findet sich das Gelege der Wollläuse meisten an den Blättern, im Substrat sowie in Blattachsen und Hüllblättern. Dort saugen sie den zuckerhaltigen Saft der Pflanzen und schwächen sie. Überschüssig aufgenommener Zuckersaft wird dann als klebriger Belag sichtbar - auch Honigtau genannt. Besonders betroffen sind beispielsweise Pflanzen wie Orchideen, Ananaspflanzen, Zitruspflanzen, Kakteen, Gummibäume, Yuccas, Passionsblume, Korbblütler und Hülsenfrüchtler.

Sind die Larven der Schmierlaus geschlüpft, breiten sie sich extrem schnell aus. Normalerweise verweilen die Tierchen auf der befallenen Wirtspflanze. Läuse der Gattung Phenacoccus sind da schon unternehmungslustiger. Sie bleiben mobil und wechseln den Futterplatz, um die nächste Pflanze als Eiablage, Nahrungsquelle und Winterquartier zu nutzen. Ja, richtig gelesen. Wollläuse sind auch im Winter nicht verschwunden. In den dunklen Monaten sind die Bedingungen für viele Pflanzen nicht gerade ideal. Fehlendes Sonnenlicht und trockene Heizungsluft setzen ihnen zu. Für Schmierläuse der perfekte Zeitpunkt, um der geschwächten Pflanze den Rest zu geben. Auch Pflegefehler und ein zu dunkler Standort können die Schädlinge begünstigen. Oft befinden sich die Tierchen aber auch auf neu erworbenen Pflanzen. Kontrollieren Sie diese vor dem Kauf daher gründlich! Ihre Pflanzen sind bereits befallen? Dann ist es höchste Zeit, zu handeln.

Wollläuse bekämpfen: So retten Sie Ihre Pflanzen

Quarantäne und Isolation

Damit sich die Wollläuse nicht noch weiter ausbreiten und womöglich noch andere Pflanzen in Mitleidenschaft ziehen, gilt es, die betroffene Pflanze umgehend zu isolieren. Stellen Sie die Pflanze in einen hellen und kühlen Raum.

Orangenöl einsetzen

Wollläuse können ganz schön hartnäckig sein. Ihr zarter, weißer Flaum bietet noch dazu den perfekten Schutz. Mit Wasser versetztes Orangenöl kann hier helfen. Das Öl löst die schützende Wolle der Läuse auf und trocknet die Schädlinge aus. Geben Sie hierfür einfach 5 bis 10 Milliliter Orangenöl und einen Liter Wasser in eine Sprühflasche. Schütteln Sie die Mischung vor der ersten Anwendung gut durch, danach können Sie die betroffene Pflanze einfach einsprühen. Stinkt nicht, schont die Umwelt und ist ganz schön effektiv! Für die Behandlung Ihrer Pflanzen empfehlen wir Ihnen das Orangenöl von Wesentlich und das Produkt von Elixr-Store>>

Schlupfwespe, Florfliege und Co.

Sich mit jemandem zu verbünden, ist immer eine gute Idee! Die Larven der SchlupfwespeFlorfliege und des australischen Marienkäfers sind Ihnen bei der Beseitigung von Wollläusen nur zu gerne behilflich. Die Nützlinge machen sich dabei über die Schädlinge her und fressen diese auf. Und Sie? Können sich entspannt zurücklehnen!

Abwischen

Als Vorbereitung auf die eigentliche Bekämpfung können Sie die weißlichen Gespinste mit einem angefeuchteten Küchenpapier entfernen - danach wird die Pflanze noch vorsichtig abgebraust. Gleiches gilt auch für die klebrigen Hinterlassenschaften der Wollläuse - den Honigtau. Verbleibt dieser auf der Pflanze, kann die Fotosynthese gestört werden.

Zurückschneiden

Ist die Pflanze stark befallen, lohnt es sich auch, die Pflanze zurückzuschneiden. Danach kann sich die Pflanze wieder erholen und wird - sofern die Bekämpfung erfolgreich war - sogar zu neuem Wachstum angeregt.

Umtopfen

Wollläuse finden sich leider nicht nur auf der Pflanze, sie machen es sich auch gerne im Erdreich gemütlich. Topfen Sie die Pflanze bei einem Befall mit Schmierläusen daher umgehend um. Um die alte Erde vollständig zu entfernen, können Sie die Wurzeln der Pflanze auch vorsichtig in einem Wasserbad reinigen oder mit dem Duschkopf abbrausen.

Lauge aus Schmierseife herstellen

Lösen Sie 2 EL Schmier- oder Kernseife in 1 L heißem Wasser auf und rühren Sie die Mischung so lange um, bis sich die Seife vollständig aufgelöst hat. Ist die Lösung abgekühlt, können Sie diese in eine Sprühflasche füllen. Nun kann das Mittel unverdünnt auf die Pflanze gegeben werden. 

Spiritus verwenden

In Kombination mit Schmierseife wirkt Spiritus besonders effektiv gegen Wollläuse. Mischen Sie dazu 15 Milliliter Spiritus, 1 Liter Wasser und 15 Milliliter Kernseife miteinander. Danach kann das selbstgemachte Schädlingsbekämpfungsmittel mit einer Sprühflasche auf die betroffene Pflanze gegeben werden.

Paraffinöl sprühen

Als Hausmittel gegen Wollläuse lohnt sich auch der Einsatz von Paraffinöl. Das Öl verklebt den wollähnlichen Flaum der Schädlinge und erstickt sie. Mischen Sie hierfür einfach 15 Gramm Paraffinöl auf einen Liter Wasser. Achten Sie darauf, die Mixtur gut durchzumischen. Die Pflanze können Sie nun im Abstand von 2-3 Tagen damit einsprühen.

Sud aus Knoblauch kochen

Mit Knoblauchgeruch lassen sich nicht nur Mitmenschen in die Flucht schlagen, auch Wollläuse treten den Rückzug an. Hacken Sie für den Sud ca. 50 Gramm Knoblauch sehr fein. Anschließend wird der Knoblauch mit 1,5 L kochendem Wasser übergossen. Nun 30 Minuten ziehen lassen. Danach alles durch ein Sieb und in eine Sprühflasche geben. Gerade für Orchideen ist die pflanzliche Variante besser verträglich.

Alternativ können Sie auch einen Sud aus Rainfarn, Oregano und Wermut herstellen. Die Rezepte finden Sie hier>>

Schachtelhalmkraut kochen

Getrocknetes Schachtelhalmkraut kann ebenfalls gegen hartnäckige Schmierläuse eingesetzt werden. Kochen Sie etwa 20 Gramm getrocknetes Schachtelhalmkraut für 30 Minuten. Fügen Sie danach noch etwas Pflanzenöl (z. B. Rapsöl) und etwas Spülmittel hinzu. Danach kommt die Mischung in eine Sprühflasche und ist sofort einsatzbereit.

Chemische Mittel

Sie haben alles versucht, die Pflanze ist aber immer noch befallen? Letztes Mittel Ihrer Wahl sollten Schädlingsbekämpfungsmittel auf chemischer Basis sein. Besonders effektiv lassen sich Wollläuse mit diesem Mittel mit Paraffinöl bekämpfen>> Kommen die Tierchen mit dem Öl in Kontakt, ersticken Sie.

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