4. Mai 2021
Impfpass verloren: Das müssen Sie jetzt tun

Impfpass verloren: Das müssen Sie jetzt tun

Schon im Juni soll eine Corona-Impfung für alle möglich sein. Für viele beginnt jetzt die große Suche nach dem Impfpass. Doch was, wenn dieser nicht mehr auffindbar ist? Hier beantworten wir die wichtigsten Fragen rund um den Impfpass für Sie.

Wissen Sie, wo sich Ihr Impfpass befindet? Angesichts der gestrigen Beschlüsse beim Coronagipfel von Bund und Ländern, dürften sich diese Frage jetzt wohl viele Deutsche stellen. Denn schon im Juni soll eine Impfung mit den Vakzinen von Biontech und Pfizer für alle möglich sein. Falls Sie die Frage nur mit einem "Nein" beantworten können, sind Sie nicht alleine.

Impfpass verloren: Der Hälfte der Deutschen geht es ähnlich

Gut die Hälfte der Deutschen steckt in einer ähnlichen Situation wie Sie, so eine Befragung des Digitalverbands Bitkom: 51 Prozent der Deutschen wissen demnach spontan nicht, wo sich ihr Impfpass befindet. Ein Viertel (23 Prozent) hat ihn sogar schon einmal verloren. Immerhin 48 Prozent der Befragten wissen sofort, wo sich das gelbe Heftchen befindet. Doch welche Bedeutung hat ein Verlust bei der Corona-Impfung? Muss ich möglicherweise sogar auf eine Impfung verzichten? Wir klären Sie auf!

Impfpass verloren: Muss ich jetzt auf meine Corona-Impfung verzichten?

Natürlich ist eine Corona-Impfung auch ohne den Impfpass weiter möglich. Sollten Sie also im Juni einen Impftermin ergattert haben, Ihren Impfpass bis dahin aber nicht finden, geht es auch ohne das Dokument. Doch auch unabhängig von der Corona-Impfung sollten Sie sich bei Ihrem Hausarzt unbedingt einen neuen Impfpass ausstellen lassen. Aus dem Dokument ist ersichtlich, welche Impfungen Sie bereits erhalten haben oder welche Sie vielleicht sogar noch brauchen. Eine Impfung gegen Tetanus und Diphtherie sollte bei Erwachsenen beispielsweise alle zehn Jahre aufgefrischt werden. Auch die Impfung gegen Pneumokokken und die Grippe werden empfohlen. Zudem werden in den Impfpass auch spezielle Immunisierungen eingetragen, die im Rahmen einer bevorstehenden Urlaubsreise unverzichtbar sind.

Impfpass verloren: Das müssen Sie jetzt tun

Bisherige Impfungen sind auch ohne Impfpass nicht "verloren". Denn normalerweise erfolgen die Impfungen beim Hausarzt. Falls Sie diesen in der Vergangenheit nicht gewechselt haben, ist die Rekonstruktion bisheriger Impfungen kein Problem. Sollten Sie durch einen Umzug oder eine Praxisauflösung den Hausarzt gewechselt haben, wird es schon schwieriger. Aber nicht unmöglich. Stressen Sie sich nicht! Denn auch für dieses Problem gibt es eine Lösung

Impfungen nicht nachvollziehbar: Was jetzt?

Auch wenn Sie Ihre Impf-Historie nicht zurückverfolgen können, ist das kein Weltuntergang. Wichtig ist nur, dass Sie Ihren Hausarzt darüber in Kenntnis setzen. So können die Impfungen nachgeholt werden. Zwar ist auch eine Antikörperbestimmung per Bluttest möglich, diese sollte aber nur bei Menschen mit möglichen Impfrisiken (Kontraindikation) erfolgen. Dies kann zum Beispiel ein geschwächtes Immunsystem sein. 

Auch interessant: Pro und Contra: Macht Impfen wirklich Sinn? >>

Doppelte Impfung erhalten: Ist das schädlich?

Eine Gefahr durch eine doppelte Impfung besteht nicht. Wenn nicht sicher ist, wie es um Ihren Impfstatus steht, wird mit der Immunisierung üblicherweise ohnehin immer von vorne begonnen. So wird sichergestellt, dass die Impfung - vor allem jene, die mehrere Injektionen erfordern -  auch wirklich wirkt. Sprich: der Schutz sich komplett aufbaut und nicht etwa nach kürzester Zeit schon wieder abflaut. 

Digitaler Impfnachweis: Das "Grüne Zertifikat" kommt

Die Botschafter der EU-Staaten haben sich kürzlich auf das "Grüne Zertifikat" geeinigt. Mit diesem kostenlosen, digitalen Nachweis, soll das Reisen in der Europäischen Union vereinfacht werden. Neben Informationen zu einer Corona-Impfung soll das digitale Dokument außerdem Angaben über aktuelle PCR- und Schnelltestergebnisse sowie eine überstandene Corona-Erkrankung beinhalten. Bevor dieser jedoch grenzübergreifend funktionieren kann, müssen digitale Nachweissysteme geschaffen werden. Im nächsten Schritt kann der digitale Impfnachweis dann beispielsweise in Impfzentren, Arztpraxen und Krankenhäusern ausgestellt werden.

"Grünes Zertifikat": Habe ich besondere Vorteile oder Befugnisse?

Welche Vorteile das Zertifikat Geimpften genau verschafft, ist noch nicht ganz klar. Jedes Land kann diese selbst festlegen. Die Regeln können sich von Land zu Land also stark unterscheiden. Fraglich ist auch, ob Impfungen mit Vakzinen anerkannt werden, die nur in bestimmten Ländern, aber eben nicht in der gesamten EU zugelassen sind. Hierzu zählen etwa Impfstoffe aus Russland und China. Es ist jedoch sehr wahrscheinlich, dass viele Länder bei der Einreise von nachweislich Geimpften Personen auf die Test - oder Quarantänepflicht verzichten. Möglich wäre außerdem, dass Geimpfte vor Ort nur mit leichten Einschränkungen zu rechnen haben – beispielsweise um Orte wie ein Restaurant, Kino, Bar oder Museum zu besuchen.

Brauch ich meinen "alten Impfpass" überhaupt noch?

Ihren "alten" Impfpass sollten Sie unabhängig vom "Grünen Zertifikat" aber unbedingt aufbewahren, da in Deutschland ohnehin ein digitaler Impfpass geplant ist. Auch eine Neuausstellung bei Verlust ist empfehlenswert. Denn der digitale Impfnachweis "ist ein freiwilliges und ergänzendes Angebot", so das Bundesministerium für Gesundheit auf seiner Internetseite. Personen, die kein Smartphone haben oder dieses vielleicht sogar verloren haben, werden also nicht ausgeschlossen.

Tipp: Damit Sie Ihren Impfpass nicht lange suchen müssen, legen Sie einen festen Platz für das Dokument fest. Etwa in der Schublade im Sekretär oder Schreibtisch, wo Sie auch Ihren Reisepass aufbewahren. Auch eine beschriftete Schachtel oder eine Schublade kann hilfreich sein.

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