Natürliche Hilfe bei Erkältung

Natürliche Hilfe bei Erkältung

Schnell wieder fit - ohne Antibiotikum. Spüren Sie ein Kratzen oder schniefen Sie schon? Die häufigsten Erkältungssymptome und wie man sie sanft kuriert.

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Natürliche Hilfe bei Erkältung
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Kaum wird es kalt, steigt die Zahl der Infekte wieder sprunghaft an. Erwischt es uns, greifen wir meist zu Tabletten, Hustensirup oder Nasenspray. Oder auf Empfehlung unseres Hausarztes sogar zu Antibiotika. Dabei warnen immer mehr HNO-Ärzte davor, bei Erkältungen gleich die Chemiekeule zu schwingen. Schließlich helfen alte Hausmittel und die natürliche Heilkraft von Pflanzen oft viel schonender und sogar besser.

Erkältung im Anflug

Wenn um einen herum alles schnieft, hat man sich schnell angesteckt. Am besten bei den ersten Anzeichen die Immunabwehr noch einmal kräftig stärken.

HAUSMITTEL Schon Oma schwor darauf, und moderne Studien bestätigen: Heiße Hühnersuppe kann ein echter Erkältungskiller sein. Sie stärkt und bekämpft die Symptome des Infekts. Auch gut: ansteigende Salz-Fußbäder (pro Liter 250 g, von 37 auf 42 Grad).

PHYTOTHERAPIE Wer erkältet ist, sollte möglichst viel trinken, am besten Kräutertees mit Eukalyptus, Latschenkiefer und Teebaum (Fertigmischungen aus der Apotheke). Der Mix aus Flüssigkeit, Wärme und ätherischen Ölen stärkt die Abwehr.

SCHÜSSLER-SALZE Diese homöopathischen Mittel auf der Basis von Mineralsalzen sind bei allen Stadien der Erkältung eine gute Wahl. Zu Beginn ist Ferrum phosphoricum (Schüßler-Salz Nr. 3) sinnvoll. Es hilft dem Körper, vermehrt Sauerstoff - moleküle an den Entzündungsherd zu bringen und den Stoffwechsel anzuregen. Akut die erste Stunde alle 5–10 Minuten eine Tablette im Mund zergehen lassen, dann auf eine Tablette pro Stunde wechseln.

Halsschmerzen und Schnupfen


Halsschmerzen

Fünf Tipps gegen Halsschmerzen:

5 Tipps gegen Halsschmerzen

  • Ausreichend trinken: Flüssigkeit hält die Schleimhäute feucht und hindert die Erkältungsviren daran, sich auszubreiten. Trinken Sie bevorzugt stilles Wasser oder warme Tees aus Kamille oder Salbei, die zusätzlich reizlindernd wirken.
  • Warm halten: Halten Sie den Hals- und Brustbereich mit einem Schal oder Halstuch warm und vermeiden Sie Zugluft.
  • Äußere Einflüsse eingrenzen: Um die Mund- und Rachenschleimhaut intakt zu halten sollte aktives und passives Rauchen vermieden werden, denn verschmutzte Umgebungsluft kann den Rachen zusätzlich austrocknen.
  • Gurgeln: Um die Anzahl der Krankheitserreger auf der Mundschleimhaut zu verringern, kann das Gurgeln mit Salzwasser oder desinfizierenden Lösungen Linderung verschaffen.
  • Schleimhäute befeuchten: Das Lutschen von Halstabletten mit entzündungshemmenden Inhaltsstoffen (z.B. anginetten® Halstabletten) regt die Speichelproduktion an und befeuchtet die Mund- und Rachenschleimhaut. anginetten® Halsschmerztabletten dolo akut wirken zusätzlich schmerzlindernd und beruhigend auf die entzündeten Schleimhäute.
Es beginnt mit einem leichten Kratzen, doch sehr schnell kann jedes Schlucken zur Qual werden. Halsschmerzen zeigen an, dass die Rachenschleimhaut entzündet ist.

HAUSMITTEL Ein Wickel mit Quark hilft gegen Halsschmerzen und Heiserkeit. Dafür zwei Esslöffel Quark auf ein Stofftaschentuch streichen, um den Hals legen, mit einem Stück Frischhaltefolie abdecken und das Ganze mit einem Wollschal fixieren. Möglichst eine Stunde lang wirken lassen. Anschließend mit Salbeitee gurgeln.

PHYTOTHERAPIE Als desinfizierend und lindernd haben sich die Wirkstoffe aus unterschiedlichen ätherischen Ölen erwiesen – wie Pfefferminze, Eukalyptus, Wacholderbeeren und Wintergrün.

HOMÖOPATHIE Bei starken Halsschmerzen, die mit Fieber einher - gehen, sowie bei Mandelentzün - dungen hat sich Belladonna D6 bewährt. Im Akutfall stündlich 3 bis 5 Globuli einnehmen.

Schnupfen – Nase dicht

Die Nase läuft oder ist verstopft, der Kopf dröhnt: Schnupfen wird meist durch Viren verursacht. Er ist zwar harmlos, kann aber gewaltig nerven.

HAUSMITTEL Früher inhalierte man bei Schnupfen gern mit einem Kamillen-Aufguss. Heute weiß man: Kamille trocknet die Schleimhäute aus. Besser sind deshalb Dampfbäder mit ätherischen Ölen. Bei Schnupfen ist es außerdem wichtig, möglichst viel zu trinken, damit das Nasensekret flüssig bleibt – das unterstützt die Körperabwehr.

PHYTOTHERAPIE Hat sich der Schnupfen in den Nebenhöhlen fest gesetzt, ist es wichtig, schleimlösende Mittel zu nutzen. Bewährt hat sich das ätherische Öl Myrtol, es hilft, die Bronchien und Nebenhöhlen wieder frei zu bekommen. Wer abschwellende Nasentropfen benutzt: lieber die Kinderdosierung verwenden, um das Risiko einer Gewöhnung zu mindern.

HOMÖOPATHIE Läuft die Nase stark, ist Allium cepa D12 das richtige Mittel. Im Akutfall in der ersten Stunde alle 20 Minuten 5 Globuli, dann stündlich (3-mal) 5 Globuli. Anschließend 3-mal pro Tag 5 Globuli.

Gliederschmerzen und Husten


Müde Glieder

Schmerzende Muskeln und Gelenke sind Zeichen einer heftigen Erkältung. Ruhe und Wärme helfen dem Körper, den Infekt einzudämmen.

PHYTOTHERAPIE Wohltuend ist ein warmes Bad mit ätherischen Ölen, etwa Kiefernnadelöl, Thymianöl, Kampfer und Eukalyptusöl. Es erleichtert das Atmen und fördert die Durchblutung (z. B. in Tetesept „Erkältungs-Bad“).

SCHÜSSLER-SALZE Ferrum phosphoricum (Schüßler-Salz Nr. 3) gilt als das Entzündungssalz in der Mineralsalztherapie. Man nimmt im Akutfall eine Tablette pro Stunde – und reibt 3-mal täglich die schmerzenden Stellen mit Salbe Nr. 3 ein. Diese Kombi hilft, Gliederschmerzen zu lindern.

Husten und Heiserkeit

Er ist ein Schutzreflex des Körpers, der fremde Erreger wieder aus unseren Atemwegen vertreiben soll. Doch eine Entzündung der Bronchien tut nicht nur weh, sie hält uns nachts auch oft wach.

HAUSMITTEL Schleimlösend wirken selbst zubereitete Husten säfte. Dazu eine Zwiebel klein schneiden und mit drei Esslöffeln Honig in ein Schraubglas geben. Das Glas fest verschließen und die Mischung bis zu zwölf Stunden ziehen lassen. Mehrmals täglich löffelweise einnehmen.

KNEIPP-THERAPIE Als Sofortmaßnahme kann ein Armbad helfen, Schleim zu lösen. Ins Waschbecken Wasser laufen lassen (am besten 33 Grad) und die Arme bis zum Ellenbogen hineinlegen. Dann langsam innerhalb der nächsten Viertelstunde die Temperatur auf 39 Grad erhöhen, anschließend ruhen.

Kopfschmerzen und Fieber


Kopfschmerzen

Die Nase ist verstopft, die Augen brennen, der Kopf brummt. Kopfschmerzen gehören zu den klassischen Folgen einer Erkältung. Doch man kann sie sanft lindern.

HAUSMITTEL Häufig schmerzt der Kopf, weil wir durch die Nase nicht genug Luft bekommen. Nasenspülungen mit Salzwasser lösen den Schleim und lassen uns wieder durchatmen. Eine Messerspitze Salz in 0,2 Liter warmem Wasser auflösen. Eine kleine Menge davon in die hohle Hand gießen und nacheinander durch beide Nasenlöcher einziehen. In der Apotheke gibt es auch spezielle Nasenduschen.

AROMATHERAPIE Hilfreich bei Kopf - schmerzen jeder Art ist Pfefferminzöl: einfach etwas Öl auf Zeigeund Mittelfinger geben und sanft an den Schläfen einmassieren.

HOMÖOPATHIE Der Wasserhanf (Eupatorium) wird auch als „homöopathisches Aspirin“ bezeichnet. Gerade bei pochenden Kopfschmerzen hinter den Augen hat er sich bewährt. Im Akutfall stündlich 3 bis 5, danach täglich 3-mal 5 Globuli.

Fieber

Wenn sich der Organismus gegen Erreger wehrt, steigt die Körpertemperatur. Fieber selbst ist ein Helfer – keine Krankheit. Fühlt man sich zu schlecht dabei, kann man die Temperatur dennoch sanft nach unten regulieren.

HAUSMITTEL Wadenwickel wirken bei Fieber wahre Wunder. Dafür zwei Geschirrtücher in kaltes Essigwasser tauchen, auswringen und um die Waden wickeln. Danach mit trockenen Tüchern umwickeln.

PHYTOTHERAPIE Viele Inhalts stoffe von Pflanzenprodukten sind in Arzneien eingegangen, die Fieber bekämpfen, etwa die Weidenrinde in Mittel mit Acetylsalicylsäure (ASS) oder die Heilpflanze Wasserdost (z.B. in „Contramutan“, Klosterfrau): Sie enthält Wirkstoffe, die Viren und Bakterien im Körper unschädlich machen. So werden Fieber und andere Grippesymptome gelindert.

SCHÜSSLER-SALZE Steigt das Thermometer auf über 39 Grad, ist Kalium phosphoricum (Schüßler-Salz Nr. 5) das Mittel der Wahl. Eine Tablette jede Stunde. Ist das Fieber am nächsten Morgen nicht deutlich gesunken,sollte man besser zum Arzt gehen.

Experteninterview

„Antibiotika? Verschreiben wir noch zu oft“

FÜR SIE hat Professor Matthias Tisch, Facharzt für Hals-Nasen-Ohren-Heilkunde aus Ulm, zu Behandlungen mit Antibiotikum befragt.

FÜR SIE: Jede zweite Antibiotikum-Verschreibung ist angeblich unnötig. Wie beurteilen Sie diese Schätzung?

PROF. TISCH: Das hängt natürlich ganz von den Erkrankungen ab. Aber im klassischen Hals-Nasen-Ohren-Bereich dürfte mehr als jedes zweite Antibiotikum unnötigerweise eingenommen werden.

FÜR SIE: Woran liegt das?

PROF. TISCH: 95 Prozent der Infekte werden durch Viren ausgelöst – und etwa 5 Prozent durch Bakterien. Und nur Letztere bekämpft das Antibiotikum ja.

FÜR SIE: Was hat das für Konsequenzen?

PROF. TISCH: Es entwickeln sich bei den Bakterien Resistenzen, sie sind gegen die Wirkstoffe bestimmter Antibiotika immun. Das hat weitreichende, katastrophale Folgen. Weltweit sterben mehr Menschen an Antibiotika-Resistenzen als an Aids.

FÜR SIE: Ab wann ist ein Antibiotikum doch sinnvoll?

PROF. TISCH: Bei den durch Bakterien bedingten Infekten und bei denen, die bakteriell übersiedelt sind. Wenn aus einem Schnupfen etwa eine eitrige Nebenhöhlenentzündung wird, kann ein Antibiotikum richtig sein. Es hängt aber auch sehr von der individuellen Situation des Patienten ab. Bei einem Kind mit einer schmerzhaften Mittelohrentzündung ist ein Antibiotikum zum Absichern und Vermeiden von Komplikationen sinnvoll.

FÜR SIE: Was muss man beachten, wenn man Antibiotika nimmt?

PROF. TISCH: Nehmen Sie es strikt nach Anweisung Ihres Arztes. Es darf nie zu kurz eingenommen und zu niedrig dosiert werden. Auch das passiert viel zu oft.

FÜR SIE: Was ist ein wirksamer Schutz gegen Infektion, und was tun, wenn man sich schon angesteckt hat?

PROF. TISCH: Häufiges Händewaschen, das Immunsystem stärken, etwa mit gesunder Ernährung, Sport und viel Schlaf. Studien belegen die positive Wirkung vom Gurgeln mit Salbeitee, dem pflanzlichen Mittel Umckaloabo und einer Tasse heißer Milch mit Honig.

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