Ratgeber Heuschnupfen: Fragen und Antworten

Pollenalarm! Jeder Dritte reagiert auf Blütenstaub wie auf ein Giftstoff. Was können Sie gegen Heuschnupfen tun? Die wichtigsten Fragen und Antworten hier auf einem Blick.

Heuschnupfen Heuschnupfen: Fragen und Antworten © iStockphoto

Heuschnupfen - eine Volkskrankheit

Die Nase läuft, die Augen jucken – Diagnose: Heuschnupfen. Worunter viele Heuschnupfengeplagte vor zehn Jahren erst ab dem Frühjahr litten, beginnt heutzutage oft schon Ende Januar. Denn die Natur erwacht in milden Wintern vor der gewohnten Zeit. Und mit dem ersten Grün entwickeln sich auch die ersten Pollen – bei der Birke beispielsweise schon bei Temperaturen um 15 Grad Celsius. Auch Erlen und Haselnussbäume sind typische Frühblüher.  Wie schafft man es, gut über die Pollenflug-Saison zu kommen? Fragen und Antworten rund um das Thema Heuschnupfen.

Allergie-Therapien

Mehr Informationen über Heuschnupfen finden Sie hier:

Einmal Allergiker, immer Allergiker?

Nein, gegen viele Allergien gibt es heute Impfungen. Bei dieser Hyposensibilisierung wird die Körperabwehr schrittweise mit dem Stoff vertraut gemacht, auf den der Organismus allergisch reagiert. Die Idee dahinter: Konfrontiert man das Immunsystem immer wieder mit winzigen Mengen der Allergie auslösenden Substanzen, gewöhnt es sich mit der Zeit daran und massive Beschwerden bleiben aus. Mehr als 80 Prozent aller Patienten mit Heuschnupfen werden ihr Leiden damit für immer los oder brauchen zumindest weniger Medikamente. Je nach Allergie art dauert die Therapie unterschiedlich lange. Die Kurzzeit-Immunisierung funktioniert schon innerhalb kürzester Zeit. Abhängig von der Heuschnupfenart kann es aber auch sein, dass man bis zu drei Jahre lang alle vier bis sechs Wochen zum Arzt muss, um sich eine Immunisierungsspritze geben zu lassen. Welche Methode infrage kommt, entscheidet übrigens der Arzt. Meist übernehmen die Krankenkassen die Kosten. Spezialisten für die Allergie-Impfung finden Sie auf der Homepage des Ärzteverbands Deutscher Allergologen e.V., www.aeda.de.

Sollte man als Pollen-Allergiker beim Sex vorsichtiger sein?

In der Tat! So ist es zum Beispiel ratsam, bei Heuschnupfen auf viele der handelsüblichen Kondome zu verzichten. Hintergrund: Heuschnupfenpatienten sind in Gefahr, eine Kreuzallergie zu entwickeln. Ihr Abwehrsystem kann die Überreaktion ausdehnen – etwa auf Lebensmittel und Materialien, die ähnliche Eiweiße enthalten wie Blütenstaub. Unter anderem besteht auch der Naturstoff Latex aus solchen Eiweißen. Dennoch können Sie sich beim Sex schützen. Es gibt nämlich auch latexfreie Kondome (aus Polyurethan (PU), z.B. in Apotheken).

Können Akupunktur und Globuli bei Heuschnupfen wirklich helfen?

Die Behandlung der Pollenallergie mit Homöopathie sowie die chinesische Nadelbehandlung regen die Selbstheilungskräfte an und können die Symptome nachweislich lindern. Für die Akupunkturbehandlung sind in der Regel acht bis zwölf Sitzungen nötig. Die Kosten (ca. 30 bis 70 Euro pro Termin) werden von den meisten Kassen nicht erstattet. Falls Sie diese Methoden ausprobieren möchten, starten Sie am besten in Ihrer heuschnupfenfreien Zeit damit, denn auch Homöopathie wirkt oft erst nach zwei bis drei Wochen.

Fliegen bei Sonnenschein mehr Pollen herum?

Für die Pollenkonzentration ist es egal, ob Sie sich ein Sonnenplätzchen zum Entspannen suchen oder im Schatten sitzen. Allerdings haben Sie als Heuschnupfenpatient eine halbe Stunde nach einem Regenschauer eine richtig gute Zeit. Regen drückt den Blütenstaub zu Boden – die Luft ist dann supersauber. Diese Zeit kann auch gut zum Durchlüften genutzt werden. Allerdings kommt es auch auf den Regen drauf an: Bei starkem Regen quellen die Pollen erst auf, fallen zu Boden und platzen dann, sodass die Pollenkonzentration in der Luft in den ersten 20 bis 30 Minuten höher ist als vor dem Regen. Bei leichtem Regen ist das weniger der Fall.

Wer unter Heuschnupfen leidet, checkt durch die milden Winter mittlerweile das ganze Jahr über die Pollenflugvorhersage, um in Peak-Zeiten den Tag danach zu planen. Schauen Sie hierzu beispielsweise auf www.pollenstiftung.de. Es gibt auch kostenlose Apps wie „Pollen-Radar“ (über iTunes Store oder Google Play).

So kann sich eine Allergie übertragen

Leider bleibt es oft nicht bei einer Allergie: Menschen mit Heuschnupfen können wie eingangs schon erwähnt eine Kreuzallergie entwickeln. Sie reagieren dann auch auf Stoffe, die eine ähnliche chemische Struktur haben wie Pollen. Häufig sind diese in Lebensmitteln enthalten, die Sie bei Allergie-Anzeichen meiden sollten.

Allergie auf

  • Baumpollen (beispielsweise Birke, Erle, Hasel). Vorsicht u.a. bei Nüssen, Steinobst, Kiwi, Nektarine, Karotte, Sellerie, Soja, Zwiebel, Basilikum, Knoblauch
  • Kräuterpollen (beispielsweise Beifuß, Gänsefuß). Vorsicht u.a. bei Sellerie, Karotte, roher Kartoffel, Erdnuss, Kamille, Fenchel, Gewürzen, Knoblauch, Paprika, Pfeffer, Ingwer
  • Gräser- und Getreidepollen. Vorsicht u.a. bei Soja, Erdnuss, Erbse, Bohne, Tomate, Mehl, Getreide

Mehr Informationen rund ums Thema “Hilfe bei Allergien“ finden Sie hier.

Datum: 09.04.2020