1. Dezember 2011
Verändert durch Yoga

Yoga - Wie Yoga das Leben verändern kann

„Moppel-Ich“-Autorin Susanne Fröhlich übt jetzt Yoga. Weil eine Freundin versprochen hat: „Das macht was mit dir!“ Ein exklusiver Einblick in den neuen Fröhlich-Bestseller – ein Yoga-Trip in Tagebuch-Form.

Mein Yoga-Tagebuch von Susanne Fröhlich
© PR
Yoga - Wie Yoga das Leben verändern kann

Yoga - Wie Yoga das Leben verändern kann


Tag 1, Woche 1: Auf den Hund gekommen

Ich entscheide mich für die Anfänger-DVD „Power-Yoga“ von Ursula. Stellungsnamen prasseln auf mich ein, irrsinnig viele Tiernamen, von der Kobra über den Fisch bis zum Hund. Komme mir vor wie im Zoo. Der immer wieder auftauchende Hund macht mich fertig. Ich habe Hunde bisher immer gemocht. Das ändert sich gerade.

Tag 2, Woche 1: Bald bauchfrei?

Es zwickt überall. Ich habe Gliederschmerzen. Zunächst denke ich, eine Grippe ist im Anmarsch. Von wegen: Mein Körper scheint sich an Muskeln zu erinnern, die er völlig vergessen hatte. Peinlich – Muskelkater durch Yoga! Oder ist das gut? Ich sollte über die Anschaffung eines eng anliegenden Tops nachdenken. Am besten bauchfrei! Ansonsten: Muss schon ein bisschen weniger den Kopf verrenken, um auf den Bildschirm zu gucken.

Tag 8, Woche 2: Relax

„Du bist so gelassen!“, sagt mein Sohn beim Mittagessen. Heißt das etwa, ich bin ausnahmsweise mal gelassen? Aber tatsächlich fühle ich mich auch selbst so, befinde mich in einer Art Mir-doch-egal-Stimmung: wach, aber unaufgeregt. Fahre neuerdings im Auto auch freiwillig rechts. Nein, nicht zum Überholen. Ich habe es irgendwie nicht mehr so eilig. Ommm!

Tag 9, Woche 2: Hundeliebe

Die Hundestellung soll eine entspannende Stellung sein. Zu Beginn meiner „Yoga-Karriere“ war es mir ein Rätsel, wie man sich beim Hund entspannen soll. Mittlerweile geht es einigermaßen. Der Körper ist – selbst in meinem Alter – anscheinend noch anpassungsfähig. Das ist etwas sehr Schönes beim Yoga: Man macht ziemlich schnell Fortschritte. Danke, lieber Hund. Apropos Hund: In den USA gibt es DOGA. Dog and Yoga. Man darf seinen Hund mit in die Yoga-Kurse nehmen und lernt, gemeinsam zu entspannen. Habe heute ein ernstes Wort mit meinem Retriever gesprochen und ihn eingeladen, mit mir Yoga zu machen. Er scheint mindestens so skeptisch wie ich …

Tag 15, Woche 3: Luft nach unten

Gill kommt, eine Freundin, gebürtige Australierin, die Yoga-Lehrerin ist. Ich habe Gill gebeten zu kontrollieren, ob ich es einigermaßen richtig mache. Gill beruhigt mich, sie habe schon „weitaus Schlimmeres“ gesehen. Sie klingt wie ich damals in meiner Schulzeit, wenn ich mit einer Vier nach Hause kam und sofort betonte, dass es sogar noch eine Fünf und eine Sechs gab. Aber wie hat meine Mutter schon damals so schön gesagt: Nach unten ist immer Luft. Nach oben allerdings auch!

Tag 22, Woche 4: Sektenhotel

Ich muss beruflich weg und habe mir auf mein iPad einen Yoga-Podcast geladen. Statt zum Frühstück zu gehen, rolle ich meine Matte im Hotelzimmer aus. Das Video beginnt, und ich bin entsetzt. Es wird andauernd gesungen, man nennt es chanten. Der Gedanke, was andere denken könnten, wenn sie diese Geräusche aus meinem Zimmer hören, macht mir Sorgen. Bei der Tonkulisse könnte man vermuten, hier fände ein Sektentreffen statt. Peinlich. Ich drehe den Ton runter. Gebe aber schnell auf und lege mich in die Totenstellung. Shavasana geht immer.

Tag 23, Woche 4: Ich mag Fleisch

Yoga und Vegetarismus gehören zusammen wie Fisch und Wasser, argumentieren viele. Dummerweise mag ich Fleisch. Darf ich trotzdem Yogi sein? Gehört zum Yoga ein gewisser Verhaltenskodex? Gewaltlosigkeit, Sensibilität und eben auch Vegetarismus? Das ist es, was mich immer ein bisschen abgeschreckt hat. Mein Yoga muss ab und an ein Scheibchen Wurst oder Fleisch aushalten! Auch mal ein Ei oder zwei.

Der Weg bis zur Abhängigkeit


Tag 31, Woche 5: Asphalt-Kakasana

Wow! Mache abends die Krähen-Übung auf dem Trottoir vor der Kneipe. Führe sie meinen Freundinnen vor. Ich bin wirklich eine Angeberin! Aber: Alle sind beeindruckt. Der große Yoga-Gott scheint mir den Applaus zu gönnen. Das ist doch schon mal was!

Tag 34, Woche 5: Sexbomb

„Yoga hilft, länger und besser Sex zu haben“, behauptet der Musiker Sting. Wow! Das sind die Argumente, die mir genannt wurden: 1. Man ist viel entspannter. 2. Man fühlt sich wohler in seinem Körper. 3. Man hat mehr Körperspannung. 4. Man ist beweglicher. Mal schauen, was mein Praxistest ergibt. Ich gebe hier aber keine Auskunft – das muss schon jeder für sich selbst ausprobieren.

Buch und DVD : Susanne Fröhlichs Yoga-Tagebuch „Der Hund, die Krähe, das Om … und ich!“ (GU, 15,90 Euro)  im Handel erhältlich. Dazu zeigt die Autorin zusammen mit ihrer Yoga-Lehrerin Gill ihre Lieblingsübungen auf DVD: „Yoga macht Fröhlich“ (WVG Medien, 14,99 Euro)

Tag 53, Woche 8: Ich will ’nen Yogi als Mann?

Ist so ein Yogi alltagstauglich? Kann man mit einem Yogi-Mann richtig streiten? Oder ist er friedfertig und omt vor sich hin, wenn es hart auf hart kommt? Werde ich mein Sofa entsorgen müssen, weil wir nur im Lotossitz auf dem Boden hocken? Bei wahren Yogis spielt außerdem eine gewisse Askese eine Rolle. Ein Wort, das mir Angst einjagt. Es klingt so freudlos. Aber mal abwarten, da ist ja noch die Sache mit dem besseren Sex …

Tag 71, Woche 11: Schweinehundaufmarsch

Muss ich wirklich jeden Tag Yoga machen? Heute fehlt mir jegliche Motivation. Keine Ahnung, warum. Ich habe keine Schmerzen, bin nicht übermüdet, nicht gestresst (wie auch, ich mache ja täglich Yoga ...). Aber ich glaube, mein Schweinehund hat gerade einen sehr guten Tag. Mit solchen Kerlen muss man extrem vorsichtig sein, das weiß ich nur zu gut. Ich rolle meine Matte aus und zeige dem Schweinehund, wer hier das Sagen hat.

Tag 78, Woche 12: Meine Freundin, die Wand

Eine Stelle in meinem Wohnzimmer sieht nicht mehr ganz so weiß aus. Diese Stelle ist meine Yoga-Assistentin. Hier übe ich all das, wofür mir der Mut fehlt. Wie Fahrradfahren mit Stützrädern. Schwimmen mit Flügelchen. Kopfstand mit Wand.

Tag 81, Woche 12: Endlich auf dem Kopf

Ich habe erstmals frei auf dem Kopf gestanden. Endlich! Umkehrstellungen gelten beim Yoga als verjüngend. Krampfadern, Besenreiser und all die kleinen Fieslinge, die auch meine Beine bevölkern, zittern enorm vor Umkehrstellungen. Sie entstauen. Es ist für die Beine eine Art Superwellnessmoment.

Es geht weiter: Abhängig

Ich bin voll drauf. Auf dem Yoga-Trip. Ursula hat Recht behalten. Ich bin kein neuer Mensch, das wäre definitiv übertrieben. Aber: Es macht mich fröhlicher. Ich habe an Haltung gewonnen, innerlich und äußerlich. Und was mein Aussehen angeht, bin ich geradezu überwältigt von den Veränderungen. Yoga frisst Speck. Yoga formt. Yoga weckt Muskeln. Ich habe viele Kilos verloren. Ich bin jedoch keineswegs dünn. Mich so zu nehmen, wie ich bin – dabei hat Yoga mir sehr geholfen. Und noch etwas anderes hat mich Yoga gelehrt: zufrieden zu sein. Mit mir und meinem Leben. Und das wünsche ich Ihnen auch, von ganzem Herzen. Namaste!

Workout für Zuhause
Das Fitnessstudio ist zu, der Yoga-Kurs findet nicht statt? Wer den ganzen Tag schon im Home Office sitzt, braucht erst recht einen sportlichen Ausgleich...
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