17. Mai 2011
Richtige Körperhaltung: Tipps und Übungen

Richtige Körperhaltung

Kopf hoch, Brust raus – eine aufrechte Haltung sieht nicht nur viel besser aus. Auch die eigene Einstellung verändert sich: Plötzlich ist da mehr Platz für innere Stärke. Wir verraten, was die richtige Körperhaltung ausmacht und wie wir sie verbessern können.

Richtige Körperhaltung: Tipps und Übungen
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Richtige Körperhaltung

Richtige Körperhaltung: Die besten Tipps und Übungen

Was hat der richtige Bürostuhl mit dem Selbstbewusstsein zu tun? Eine Menge! Das fanden US-Forscher der Northwestern University in Illinois in einer Studie zum Thema Führungspotenzial heraus. Und zwar so: Die Hälfte einer Gruppe von Studenten durfte sich fünf Minuten auf einem komfortablen Bürosessel breitmachen, die anderen Teilnehmer mussten sich mit schmalen, unbequemen Stühlen begnügen. In anschließenden schriftlichen Tests zu Stärke und Durchsetzungskraft zeigte sich: Die Probanden auf den ausladenden Sitzpositionen schnitten besser ab.

Tipps für die richtige Körperhaltung

Für die Berliner Diplom-Psychologin und Yogalehrerin Christa Traczinski vollkommen einleuchtend: „Körper und Seele spiegeln einander. Wer sich klein macht oder machen muss, atmet flach, klingt leise – und knickt auch emotional ein.“ Die spürbare Folge: Man traut sich weniger zu, ist innerlich blockiert. Unsere Körperhaltung hat also immer auch Einfluss auf unsere Selbstwahrnehmung.

Die wichtigsten Fakten auf einen Blick, um die Körperhaltung zu verbessern:

  • Körperhaltung, innere Einstellung oder Verfassung spielen zusammen
  • bewegen sie sich frei, offen und selbstbewusst: Strahlen Sie Stärke aus!
  • Richtig stehen und sitzen – entlasten Sie ihren Rücken und ihre Bandscheiben.
  • Stehen und gehen Sie aufrecht, sitzen Sie gerade – die hängenden Schultern können einpacken!
  • Workouts wie Yoga oder funktionales Training verhelfen zu einer gesunden Körperhaltung, vermeiden Schmerzen.
  • Yoga, Pilates oder Tai Chi sind gute Übungen, um die Energie in Fluss zu bringen und Blockaden zu lösen

Körperhaltung verbessern: Übungen für mehr Energie

„Sitzen oder gehen wir aufrecht, kann die Lebensenergie ungestört fließen, alle Zellen sind ausreichend mit Nährstoffen versorgt“, erklärt die Psychologin. Wo Muskeln jedoch verspannt sind, entstehen Fehlhaltungen und Blockaden. Die Folge: Manche Zellen sind unterversorgt mit Sauerstoff, wir fühlen uns nicht wohl in unserer Haut – und das merkt man uns an. Wie gut, dass sich eine bessere Körperhaltung erlernen lässt.

Yoga-Übungen für den Rücken
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Vor allem ganzheitliche Trainingsmethoden wie Yoga, Tai Chi oder Pilates sind ideal, um wieder ins Gleichgewicht zu kommen. Sie richten die Wirbelsäule auf und strecken den Körper. Verbunden mit der richtigen Atemtechnik, kann so die Energie wieder ungehindert fließen. Lunge und Herz werden weit, Blockaden lösen sich. „Man fühlt sich dadurch freier, offener – und auch selbstbewusster“, weiß Traczinski.

Richtige Haltung – Stärke ausstrahlen!

Das Zusammenspiel von Körper und Geist funktioniert auch in umgekehrter Richtung: „Wer ein gutes Selbstbewusstsein hat, strahlt das aus“, erklärt der Mannheimer Psychologe Dr. Rolf Merkle, der sich seit Jahren mit dem Thema beschäftigt: „Die Einstellung zu uns selbst beeinflusst die Körpersprache: unsere Haltung, Mimik, Gestik, den Blick, die Stimme – einfach alles.“ Andere nehmen diese versteckten Signale in Bruchteilen von Sekunden wahr und bilden sich ihr Urteil. Menschen, die aufrecht durchs Leben gehen, so zeigen zahlreiche Studien, wirken attraktiver und kompetenter. Aus evolutionärer Sicht nachvollziehbar, denn wer durch seine Haltung Stärke demonstriert, sammelt Pluspunkte – privat bei der Partnerwahl, im Job signalisiert man, dass man es locker mit der Konkurrenz aufnimmt.

Die innere Zufriedenheit steigern

Leider fällt es den meisten Menschen jedoch nicht leicht, mit sich zufrieden zu sein. Statt uns wohlwollend zu betrachten, sind wir selbst unsere schärfsten Kritiker. „Der Schwerpunkt in unserer Gesellschaft wird mehr auf die Schwächen und Fehler gelegt als auf die Stärken“, so Dr. Rolf Merkle. „Dadurch lernen wir, uns für unsere Defizite zu verurteilen und Erfolge zu übersehen.“ Eine gute Haltung ist mit dieser Einstellung kaum möglich. Wer sich äußerlich aufrichten will, sollte deswegen auch innerlich an seiner Haltung sich selbst gegenüber arbeiten.

Körperhaltung verbessern: Diese Übungen helfen!


Tipp: Werden Sie Ihr größter Fan

Rücken Sie Ihre Stärken in den Mittelpunkt. Wie das geht? Schreiben Sie beispielsweise alles auf, was Sie in letzter Zeit geschafft haben. Im Job ein Problem gelöst, zu Hause endlich den Kleiderschrank ausgemistet, mit dem Sohn erfolgreich Vokabeln gepaukt, die Joggingrunde locker bewältigt – vielleicht alles nur Kleinigkeiten. Aber in der Summe doch viel. Ergänzen Sie diese Liste regelmäßig und schauen Sie immer wieder drauf. So lernen Sie in kleinen Schritten, Ihre Wahrnehmung auf Ihre Stärken zu lenken. Und das wirkt sich auch auf Ihre Ausstrahlung aus.

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Schlechte Haltung adé: Machen Sie sich groß!

Und wenn ganz schnell eine Extraportion Standfestigkeit und Haltung nötig ist, etwa vor der Gehaltsverhandlung oder einem konfliktreichen Gespräch? „Verbannen Sie aus Ihrem Kopf, was Sie klein macht“, sagt Psychologin Christa Traczinski. Dazu empfiehlt sie folgende kurze Übung: „Halten Sie Ihr Gedankenkarussell an mit einem deutlichen: Stopp! Atmen Sie tief und gleichmäßig. Spüren Sie bewusst nach, wie Lunge und Herz weit werden, wie sich Schultern und Nacken entspannen, Ihre Mimik weich wird, und Sie beruhigen sich. So schaffen Sie Platz für ein positives Ich-Gefühl.“ Entscheidend ist aber ebenso das körperliche Fein-Tuning. Wer sich in stressigen Situationen kurz die Zeit nimmt zu prüfen, wie er steht, sich bewegt, die Schultern strafft, wird zufriedener durchs Leben gehen – und auf Dauer positiv Haltung zeigen.

Gesund und stark: 6 Workouts für eine tolle Körperhaltung

Sie schulen den richtigen Sitz, wenn Sie den ganzen Tag im Büro verbringen, bringen Ihnen ausreichend Bewegung, stärken ihren Rücken und sorgen für eine aufrechte Körperhaltung: Ganzheitliche Übungen helfen, Ihre Körperhaltung zu verbessern und Rückenschmerzen zu vermeiden, aber gleichzeitig ihre innere Einstellung zu schulen, sie lernen auf sich und Ihren Körper zu hören. Diese Methoden helfen besonders gut, um die richtige Körperhaltung zu erreichen:

  • PILATES Hier stehen der Beckenboden und die tiefliegende Bauch- und Rückenmuskulatur im Zentrum: Denn von hier kommt die Kraft für die langsamen, fließenden Bewegungsabläufe. Entwickelt hat das Training für eine schöne Körperhaltung der deutsche Turnlehrer Joseph Pilates (1883–1967).
  • PROGRESSIVE MUSKELENTSPANNUNG Die Abfolge von gezieltem Anspannen bestimmter Muskeln, plötzlichem Lösen und intensivem Nachspüren bewirkt Tiefenentspannung. Dient vor allem dem Stressabbau. Entwickelt wurde die Methode 1938 vom amerikanischen Psychologen Edmund Jacobson.
  • FELDENKRAIS Der israelische Physiker Dr. Moshé Feldenkrais (1904–1984) hat dieses Körpertraining entwickelt. Es macht Fehlhaltungen bewusst und schult durch kleine Übungen Alternativen zu eingefahrenen Verhaltens- und Bewegungsmustern.
  • TAI CHI Sehr langsame, meditative Bewegungen sind die Grundlage des chinesischen Schattenboxens. Es erfordert hohe Konzentration und gute Körperbeherrschung. Tai Chi verbessert die Wahrnehmung und fördert das innere Gleichgewicht.
  • YOGA Die ganzheitliche indische Lehre verbindet Körper, Geist und Seele. Mit Atemtechnik und Bewegungsabläufen kräftigt Yoga die Muskeln und macht sie geschmeidig. Der Körper streckt sich. Und dadurch verbessert sich die Haltung.
  • FUNCTIONAL TRAINING Dieses Training konzentriert sich darauf, den gesamten Bewegungsapparat zu trainieren um Verletzungen, Schmerzen oder Fehlhaltungen zu vermeiden und verbessert aber dadurch die Körperhaltung automatisch. Trainiert wird mit dem eigenen Körpergewicht.
  • BALLETT-WORKOUT Absolut im Fitness-Trend liegt diese Mischung aus klassischem Tanz und sanftem Fitness-Programm. Sie sorgt für eine tolle Haltung, innere Balance und starke Muskeln.
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