Fasten-Wochenende: Wochenend-Programm zur inneren Reinigung

Fasten-Wochenende: Richtig entschlacken

Die traditionelle Fastenzeit beträgt 40 Tage. Ihnen dauert das zu lang? Wir zeigen, was man in einer 48-stündigen Entschlackungskur erreichen kann.

Frau trinkt Wasser
© Adam Borkowski-Fotolia
Fasten-Wochenende: Richtig entschlacken

Fasten-Wochenende: Richtig entschlacken

Eine Entschlackungskur gleicht für einige Menschen einer Tortur. Eine ganze Woche oder sogar zwei ohne normale Mahlzeiten auskommen? Keinen Kaffee zum Frühstück? Nicht einen Tropfen Alkohol, kein Stück Schokolade? Für die meisten ist so ein Heilfasten-Marathon einfach unvorstellbar. Schließlich hat nicht jeder die Möglichkeit, sich wochenlang zurückzuziehen. Oder es fehlt das Geld für eine Entschlackungskur unter professioneller Anleitung im Fasten-Hotel. Aber auch eine kleine Auszeit wirkt bereits Wunder. „Man kann seinen Körper entschlacken und seine Seele verwöhnen“, sagt Dr. Franz Milz, Facharzt für Rehabilitationsmedizin und Naturheilverfahren und Psychotherapeut aus Bad Grönenbach. Der Fastenexperte hat auf den Grundlagen der bekannten F.X. Mayr-Fastenkur ein Wochenend-Programm zur inneren Reinigung entwickelt. Ein Plan der Kräfte aktiviert und die Laune sprunghaft besser werden lässt.

Nicht nur abnehmen


Nicht nur abnehmen- „Zeit für mich“
Die Grundidee ist einfach: „Der Magen- Darm-Trakt und der Stoffwechsel sollen entlastet werden“, sagt Milz. Für eine 48-Stunden-Kur bedeutet das: Man verzichtet auf die normale Ernährung und isst stattdessen morgens und mittags getrocknete Brötchen mit Joghurt und abends Gemüsebrühe. Auch wenn man so leicht ein Kilo verliert, ist Fasten keine Diät. In diesen 48 Stunden steht Entspannung an erster Stelle. Das Beste ist, Sie sorgen dafür, dass Sie an diesen Tagen keine Verpflichtungen haben. Warum soll sich nicht Ihr Mann um den Wochenend-Einkauf kümmern und die Kinder die Spülmaschine einräumen? „Steigen Sie aus der täglichen Routine aus“, sagt Milz. Gönnen Sie sich mal etwas, wofür lange keine Zeit war: einen Kinoabend, einen Schwimmbadbesuch, ein Entspannungsbad. Fasten am Wochenende ist Wellness für Körper, Geist und Seele.
Wenn man schon seinen Speiseplan auf das Minimum reduziert, muss alles andere stimmen. Die inneren Organe bekommen eine Pause – mental steht ein Verwöhnprogramm an. Wenn der Kopf frei ist, haben auch schöne Gedanken wieder mehr Platz. Das kann die Erinnerung an eine herrliche Urlaubsreise sein. Oder Ideen, die Sie schon lange in die Tat umsetzen wollen. Fragen Sie sich: Was will ich verändern? Sie werden überrascht sein, wie viel Spaß Sie beim Pläneschmieden bekommen.
Schadstoffe loswerden- so reagiert der Körper
Den Anfang macht die körperlich ungewohnte Situation: Entschlacken. „Das heißt, Schlackenstoffe, also ausscheidungswürdige Stoffwechselprodukte, werden verstärkt ausgeleitet“, erklärt Milz. Der Organismus muss so weniger arbeiten und wird geschont. „Bei der kurzen Zeit liegt der Fasten- Effekt in erster Linie auf der Entlastung der inneren Organe“, erklärt Milz. Wichtig bei der Mayr- Methode ist das Kauen. Jeder Bissen des getrockneten Brötchens sollte 30-mal gekaut werden, damit wird die Verdauungsarbeit erleichtert. „Neben Kaffee, schwarzem oder grünem Tee sollten Sie auch Früchtetee, Fruchtsäfte oder Alkohol meiden.“ Aber Vorsicht: Wenn Sie morgens an Kaffee gewöhnt sind, kann der plötzliche Verzicht zu leichten Kopfschmerzen führen! Frische Luft hilft.

Mini-Kur für mehr Power

Mini-Kur für mehr Power- Das 48-Stunden-Programm
Es gibt keinen Zeitplan, an den man sich halten muss, aber die grobe Einteilung der folgenden Tage hilft bei der Orientierung
Vorbereitung: Kaufen Sie zwei bis drei Tage vorher vier Dinkelbrötchen und lassen Sie diese unter einem dünnen Tuch trocknen. Alternativ können Sie auch zu Reiswaffeln greifen, wenn Sie diese lieber mögen. Zusätzlich brauchen Sie 500 Gramm ungesüßten Joghurt. Außerdem etwas Gemüse für die Brühe: etwa Kartoffeln, Karotten oder Sellerie. Dazu Bitteroder Glaubersalz zum Abführen (Apotheke).
Freitagabend: Zeit für die erste Gemüsebrühe. Zutaten: ein halbes Pfund Kartoffeln mit Schale, zwei bis drei Karotten, eine halbe Sellerieknolle, etwas Petersilie und Kümmel. Alles zerkleinern und ca. 15 Minuten kochen. Das Ganze durchpassieren. Anstelle von Salz beispielsweise mit Dill, Muskatnuss, Basilikum oder Petersilie würzen.
Samstagmorgen: Wenn Sie ausgeschlafen haben, kommt jetzt eine kleine Pflichtübung fürs Fasten: das Abführen. Lösen Sie dafür ein bis zwei Teelöffel Bitter- oder Glaubersalz in einem Glas mit warmem Wasser auf. Es schmeckt vielleicht etwas unangenehm, beschleunigt aber den nötigen Entschlackungseffekt.
Frühstück: Ein getrocknetes Brötchen, ein kleiner Becher Joghurt: Jeder Bissen wird ca. 30-mal gekaut, erst dann einen Teelöffel Joghurt dazu. Bevor man den „Brei“ runterschluckt, wieder kauen.
Samstagvormittag: Am Vormittag haben Sie Zeit für sich. Machen Sie es sich mit einem Schmöker gemütlich oder entspannen Sie bei einer Atemübung. Beispiel: Gerade hinsetzen und beim Einatmen sanft die Wirbelsäule aufrichten bis zum Hohlkreuz. Anschließend atmen Sie aus, bis der Rücken sich rundet. 10-mal wiederholen. So massieren Sie die inneren Organe und fördern die Entgiftung.
Samstagmittag: Es gibt wieder ein getrocknetes Brötchen und einen kleinen Becher Joghurt.
Samstagnachmittag: Nach dem Mittagessen ist Ruhe angesagt. Vielleicht haben Sie ja Lust auf ein heißes Bad? Rezept für den Badezusatz: Übergießen Sie 100 Gramm getrocknete Brombeerblätter mit 200 ml heißem Wasser und lassen Sie den Sud 7 Minuten ziehen. 4 EL Honig und 4 Tropfen ätherisches Öl (Apotheke) unterrühren. In 38 Grad warmes Badewasser geben. 20 Minuten lang genießen ...
Samstagabend: Wieder eine Gemüsebrühe. Lassen Sie den Tag doch mit einem Kinobesuch ausklingen oder legen Sie eine DVD ein. Ein schöner Film ist die ideale Stressbremse.
Sonntag: Wiederholen Sie den Ablauf vom Samstag. Wichtig: Das Motto lautet weiter: „Zeit für mich“!
Montag früh: Sie können wieder ein normales Frühstück essen, auch wieder wie gewohnt arbeiten. Wenn Sie sich damit wohlfühlen, können Sie die Kur aber auch um ein bis zwei Tage verlängern.

Ende der Fastenzeit


Ende der Fastenzeit - Zurück in den Alltag
Mit neuer Power geht es zurück in den Alltag. „Eine Mini-Kur hat natürlich nicht dieselbe Wirkung wie eine richtige Mayr-Kur“, erklärt Dr. Milz. Trotzdem hilft ein Wochenende bereits, mehr Energie zu tanken, sich auf sich selbst zu konzentrieren und gesundheitliche Veränderungen anzugehen (siehe Kasten auf der linken Seite). Um diese Wirkung zu vertiefen, empfiehlt der Experte, die Kur am besten einmal im Monat zu wiederholen. „Dadurch gewöhnen sich Körper und Seele an das Fasten und Einkehr. Und das sorgt für mehr Lebensqualität.“
Erkenntnisse – Langfristig Nutzen
Wir sprachen mit Fastenleiter Frank Ahlers (www.fasten-sylt.de), wie man Hochgefühl und Selbsterkenntnis der Fastenzeit bewahren kann.
Holt der Alltag einen nicht sofort wieder ein? Wenn man es schafft, alte Rituale zu brechen, muss das nicht passieren. Zum Beispiel den Kaffee am Morgen durch Tee zu ersetzen ist ein guter Anfang für Alltagsveränderungen.
Reicht dafür ein Wochenende? Um den Körper zu entlasten und mental zu entspannen schon. Für das richtige Fasten mit extra angeregtem Fettstoffwechsel nicht.
Ist die Mini-Kur eine Alternative zum Fasten? Ja. Wer innehalten möchte, kann das damit gut erreichen. Organisiert in einer Gruppe fällt es aber vielen leichter.

Alternative Fasten-Methoden

Alternative Fasten-Methoden

Neben der beschriebenen Mayr- Methode gibt es noch etliche andere Ansätze. Eine Auswahl: Buchinger Vor knapp 100 Jahren entwickelte der deutsche Arzt Otto

Buchinger seine Methode. Fastende nehmen dabei nur Gemüsebrühe, Kräutertees, Mineralwasser und Säfte zu sich.

Saftfasten Bei dieser Methode gibt es nur Wasser, Obst- und Gemüsesaft. So bekommt der Körper ausreichend Vitamine, Mineralstoffe und Spurenelemente.

Basenfasten Dabei muss man nicht auf feste Nahrung verzichten. Der Körper soll entsäuern: Für ein bis zwei Wochen besteht die Ernährung aus nur basenbildenden Lebensmitteln (viele Obst- und Gemüsesorten). Sie schwemmen überschüssige Säuren aus.

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