9. November 2021
9 Wechseljahre-Mythen, die Sie ganz schnell vergessen sollten

9 Wechseljahre-Mythen, die Sie ganz schnell vergessen sollten

Ob Beschwerden, Dauer, Hormone oder Libido. In den Wechseljahren hat jede Frau eine ganz persönliche (Leidens)Geschichte parat. Doch nicht allen sollten Sie auch unbedingt Gehör schenken. Höchste Zeit, die 9 krassesten Wechseljahre-Mythen endlich zu entlarven.

Um kaum ein Thema ranken sich so viele Forenbeiträge, Erfahrungsberichte und Artikel wie über die Wechseljahre. Was viele dabei vergessen: Jede Frau erlebt das Klimakterium ganz unterschiedlich. Während die einen nur mit Scheidentrockenheit oder Einschlafstörungen zu kämpfen haben, haben andere Frauen es gleich mit der ganzen Bandbreite an Beschwerden zu tun. Gerade Frauen, die (noch) nicht in den Wechseljahren sind, kann das verunsichern. Denn nicht alles, was in den Wechseljahren passiert, trifft auch auf jede Frau gleichermaßen zu. Diese 9 Mythen sollten Sie also ganz schnell über Bord werfen.

Wechseljahre: 9 Mythen, die Sie ganz schnell vergessen sollten

Wechseljahre-Mythos 1: Die Wechseljahre beginnen erst im "hohen" Alter

Bei vielen Frauen beginnen die Wechseljahre ab etwa Mitte 40, andere erleben die Menopause sogar erst Mitte 50. Doch auch das Gegenteil kann der Fall sein. Nicht alle Frauen können bei diesem Thema in eine Schublade gesteckt werden. So können die Wechseljahre bei einigen Frauen auch schon mit 30 oder 35 Jahren eintreten. Als Ursache für verfrühte Wechseljahre kommen neben den Genen auch Erkrankungen wie Schilddrüsenfunktionsstörungen oder der systemischem Lupus erythematodes infrage. Auf der Suche nach der Ursache für verfrühte Wechseljahre sollten auch Stoffwechselerkrankungen, Chromosomenanomalien oder Probleme mit den Eierstöcken ausgeschlossen werden.

Wechseljahre-Mythos 2: Nur Hormone können Beschwerden lindern

Ob Hitzewallungen, Stimmungsschwankungen, Herzrasen, Verdauungsbeschwerden oder Libidoverlust. In den Wechseljahren kommen häufig gleich mehrere Beschwerden zusammen. Ganz schön anstrengend! Die Behauptung, dass Wechseljahresbeschwerden nur mit Hormonen in den Griff zu bekommen sind, ist jedoch falsch. Sie können auch mit einer auf das Klimakterium abgestimmten Ernährung schon viel gegen unerwünschte Nebenwirkungen in den Wechseljahren tun. Unter folgenden Links finden Sie eine Übersicht mit Lebensmitteln, die Sie in den Wechseljahren essen oder vielleicht sogar besser meiden sollten: 

Lebensmittel gegen Östrogenmangel

> Lebensmittel gegen Progesteronmangel

> Lebensmittel, die Ihre Wechseljahre verschlimmern können

Tipp: Welche Lebensmittel in den Wechseljahren unbedingt öfter auf Ihrem Speiseplan stehen sollten, können Sie hier nachlesen.

Wechseljahre-Mythos 3: Nach zwei Jahren ist es schon wieder vorbei

Haben Sie die letzte Regelblutung hinter sich, ist es mit den Wechseljahren oft aber noch lange nicht vorbei. Bis die Hormonumstellung ganz abgeschlossen ist, kann es unterschiedlich lange dauern. Von 6 Monaten, über 2 Jahre bis hin zu 10 Jahren ist alles dabei. Wie lange eine Frau mit den Wechseljahren zu tun hat, ist sehr individuell und lässt sich nicht pauschal sagen. Lassen Sie sich also bloß nicht stressen, sollten Ihre Wechseljahre deutlich länger andauern als bei Ihrer Freundin oder Kollegin.

Wechseljahre-Mythos 4: Eine Schwangerschaft ist ausgeschlossen

Durch die hormonelle Umstellung während der Wechseljahre kommt es zu starken Schwankungen im weiblichen Zyklus. Heißt: Der Eisprung wird zwar seltener, ist aber nicht zu 100 Prozent ausgeschlossen. Es besteht also immer noch die Möglichkeit, auch in den Wechseljahren schwanger zu werden. Zur Sicherheit und zum Schutz vor einer ungewollten Schwangerschaft, sollten Sie also auch in den Wechseljahren nicht auf Verhütungsmittel wie Kondome, ein Diaphragma oder die Kupferspirale verzichten.

Wechseljahre-Mythos 5: Sex ist nur noch unangenehm

Die hormonelle Veränderung in den Wechseljahren führt bei vielen Frauen dazu, dass die Schleimhäute in der Scheide trockener und dünner werden. Auch das Feuchtwerden klappt in den Wechseljahren dann meist nicht mehr gut und der Sex wird als eher unangenehm wahrgenommen. Das Problem lässt jedoch gut mit einem Gleitgel oder (östrogenhaltigen) Cremes in den Griff bekommen. So kann Sex auch in den Wechseljahren wieder Spaß machen. Tipp: Auch bestimmte Medikamente (z.B. Antidepressiva) können sich negativ auf die Libido auswirken. Leiden Sie besonders darunter, sollten Sie das Gespräch mit Ihrem Arzt oder Ihrer Ärztin suchen. Ggf. kann Ihnen auch mit einem Alternativ-Medikament geholfen werden, das sich nicht allzu negativ auf Ihre sexuelle Lust auswirkt.

Wechseljahre-Mythos 6: Nicht alle Frauen kommen in die Wechseljahre

Sie haben gehört, dass jemand aus Ihrem Freundes- oder Bekanntenkreis gar nicht erst in die Wechseljahre gekommen ist? Ein Mythos, dem Sie keinen Glauben schenken sollten. Denn jede Frau kommt früher oder später in die Wechseljahre. Doch nicht alle Frauen erleben das Klimakterium gleich, bzw. haben mit den gleichen Symptomen und Beschwerden zu kämpfen. Es kann also gut sein, dass einige Frauen die Wechseljahre als weniger belastend empfinden. Ab welchem Alter sie beginnen und wie lange sie dauern, ist demnach individuell zu betrachten. Die Wechseljahre lassen sich zwar nicht vermeiden, Sie können sie jedoch hinauszögern. Sport und Bewegung, der Verzicht auf Alkohol sowie eine gesunde Ernährung können aktiv dazu beitragen.

Wechseljahre-Mythos 7: Sie können bedenkenlos zugreifen

In den Wechseljahren klagen viele Frauen über lästiges Bauchfett und überschüssige Kilos. Schuld daran ist der Überschuss an Östrogen, der zu Wassereinlagerungen und zusätzlichen Kilos auf der Waage führt. Um Begleiterscheinungen, Wechseljahrsbeschwerden sowie Erkrankungen wie Schlaganfällen, Diabetes oder Herzinfarkten vorzubeugen, sollten Sie Ihre Ernährung unbedingt ein wenig anpassen. Eine salzarme Ernährung, wenig Zucker und Weißmehl, aber auch entwässernde Obst- und Gemüsesorten wie Gurken, Melonen, Avocados oder Himbeeren können Ihnen dabei helfen, in den Wechseljahren fit und gesund zu bleiben.

Tipp: Haben Sie gewusst, dass einige Lebensmittel Ihre Wechseljahre sogar verschlimmern können? Lesen Sie hier, welche Lebensmittel Sie im Klimakterium unbedingt meiden sollten>>

Wechseljahre-Mythos 8: Wechseljahre sind verantwortlich für Depressionen

Hitzewallungen, Libidoverlust, Scheidentrockenheit, Herzrasen, Schlafstörungen... Die Symptome der Wechseljahre sind vielfältig. Und auch Depressionen werden in diesem Zusammenhang häufig genannt. Doch sind wirklich alle Frauen depressiv, verstimmt und ein Häufchen Elend, sobald sie in die Wechseljahre kommen? Nein. Vielmehr sind es die veränderten Lebensumstände, mit denen Frauen in den Wechseljahren konfrontiert werden: Die Kinder ziehen aus, im Job machen jüngere Kolleginnen und Kollegen einem den Platz streitig, die Eltern werden pflegebedürftig oder sterben. Und oft fühlen wir uns vielleicht auch an unsere eigene Sterblichkeit erinnert. Sich in dieser Zeit emotionaler und trauriger zu fühlen, sich also nicht unüblich.

Wechseljahre-Mythos 9: Blutungen nach der Menopause sind völlig normal

Kommt es nach der Menopause noch zu Blutungen, kann dies mehrere Ursachen haben. Zum Beispiel können Polypen oder Myome in der Gebärmutter Blutungen auslösen. Da es sich hierbei um gutartige Wucherungen handelt, gibt es keinen Grund zur Sorge. Auch ein erneutes Aufflackern der Eierstöcke ist als Ursache in Betracht zu ziehen. Es ist jedoch wichtig, dass Sie die Ursache für Blutungen nach der Menopause von Ihrem Gynäkologen oder Ihrer Gynäkologin abklären lassen. Denn die Blutungen können im schlimmsten Fall auch ein Anzeichen für Gebärmutterkörperkrebs sein.

Video: 10 Veränderungen in den Wechseljahren, die Sie selbst beeinflussen können

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