Psychologie: 9 Sätze sind typisch für toxisch positive Menschen

9 Sätze, die typisch für toxisch positive Menschen sind

Nicht nur Pessimismus hat seine Schattenseiten, gleiches gilt auch für Optimismus und Positivität. Wer es damit übertreibt, bewirkt nicht selten das Gegenteil: Toxic Positivity. Doch woran erkennt man toxisch positive Menschen eigentlich? Diese 9 Sätze sind besonders typisch für Menschen, die es mit ihrer Zuversicht völlig übertreiben.

Toxisch positiv: Was ist das?

Gegen eine gesunde Lebenseinstellung ist erst mal nichts einzuwenden. Denn eine Prise Optimismus und Positivität in Freundschaft, Beziehung und Job können nicht nur uns, sondern auch unseren Mitmenschen das Leben enorm erleichtern. Doch Vorsicht. Wie bei vielen anderen Dingen im Leben gilt auch hier: Zu viel des Guten solle es nicht sein. Denn dann wird aus der positiv gemeinten Weltansicht ganz schnell Toxic Positivity. Lesen Sie hier, an welchen 9 Beispiel-Sätzen Sie erkennen können, wenn Ihr Gegenüber es mit dem Positivdenken übertreibt. 

9 Sätze sind typisch für toxisch positive Menschen

1. Satz: "Sieh es doch mal positiv."

Was toxisch positive Menschen gerne mal vergessen: Das Leben besteht eben nicht nur aus positiven Aspekten. Manchmal mischen sich auch Trauer, Wut, Verzweiflung und Angst in das Bild. Und genau mit diesen Facetten müssen wir lernen, umzugehen. Denn was bringt es, das Ganze positiv zu sehen, wenn man dabei vielleicht sogar sich selbst und seinen eigenen Anteil an der Situation (z.B. bei einer Trennung) aus den Augen verliert?

2. Satz: "Es könnte auch schlimmer sein..."

Dass die Situation noch aussichtsloser sein könnte, mag tröstlich sein. Wie schlimm und unangenehm eine Situation bewertet wird, ist jedoch sehr individuell und sollte keinen Anlass geben, die Angelegenheit herunterzuspielen. Lassen Sie sich also nicht einreden, dass Ihre Gefühle falsch oder unangebracht wären!

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3. Satz: "Nicht aufgeben, du schaffst das!"

Ermutigende Sätze von Familie und Freunden können unser Selbstbewusstsein stärken und uns dabei helfen, unser Ziel zu erreichen. Doch genau hier liegt das Problem. Im Leben läuft es eben nicht immer glatt oder nach Plan. Gewisse Dinge können und sollten wir einfach nicht erzwingen. Aufzugeben hat nichts mit Schwäche zu tun. In gewissen Situationen (gerade dann, wenn wir dem Weg besonders verbissen folgen) ist Aufgeben oft sogar die bessere Option. Das zu erkennen, zeugt von wahrer Stärke.

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4. Satz: "Dir fehlt einfach die richtige Einstellung!"

Eine gesunde Einstellung zum Leben kann uns dabei helfen, bestimmte Dinge zu schaffen. Aber müssen wir eigentlich alles schaffen? Nein. Und auf Knopfdruck klappt das schon gar nicht. Erschöpfung, Traurigkeit, Frustration, Wut und fehlende Ausdauer haben ebenfalls eine Daseinsberechtigung. Lassen Sie sich also bloß nicht einreden, dass Ihre Einstellung falsch wäre. Manchmal klappt es eben einfach nicht und das ist auch völlig in Ordnung.

5. Satz: "Die Zeit heilt alle Wunden!"

Wahrscheinlich haben Sie diesen Satz auch schon mal gehört. Und so positiv diese Worte vielleicht auch gemeint sind, sie lassen sich tatsächlich in die Kategorie "toxisch positiv" einordnen. Denn nicht alle Menschen verarbeiten (schwere) Traumata oder einschneidende Erlebnisse gleich gut. Einige haben vielleicht ihr ganzen Leben lang mit den Folgen der Situation zu kämpfen. Seien Sie mit diesem Satz also unbedingt vorsichtig. Gerade bei Menschen, die Sie noch nicht gut kennen, kann das fatale Folgen haben. Probieren Sie es stattdessen doch mal mit einem etwas neutraleren Satz: "Es tut mir leid, dass du das durchmachen musst. Ich bin ganz bei dir und hoffe, dass es dir bald wieder besser geht."

6. Satz: "Das hat alles einen Grund", "Das ist ein Zeichen des Schicksals"

In der Spiritualität Halt zu finden, ist erst mal nichts Schlechtes und kann sogar helfen, neue Hoffnung zu schöpfen. Wer sich jedoch bei wirklich jeder Angelegenheit darauf beruft, sollte dringend einen Gang zurückfahren. Dieser positiv anmutende Satz ist nämlich typisch für toxisch positive Menschen. Denn das "Schicksal" kann manchmal auch ziemlich unfair und gemein sein. Und es ist völlig okay, diese Gefühle zu haben. Menschen, die Sätze wie diese sagen, können einem jedoch schnell das Gefühl geben, dass die eigenen Gefühle nicht angebracht oder sogar falsch sind.

7. Satz "Ach, du machst dir viel zu große Sorgen"

Quatsch! Und: Woher weiß unser Gegenüber eigentlich, wann man sich zu große Sorgen macht? Jeder Mensch geht unterschiedlich mit stressigen Situationen um. Auch, wie unangenehm oder nervenaufreibend wir etwas empfinden, ist völlig individuell. Toxisch positive Menschen neigen oft dazu, Probleme über einen Kamm zu scheren. Die Person fühlt sich dann natürlich missverstanden und hilflos. Ein unschönes Gefühl!

8. Satz: "Anderen Menschen geht es doch noch viel schlechter als dir..."

Das größte Problem bei Ängsten, Sorgen und Problemen? Außenstehende neigen dazu, die Situation herunterzuspielen oder die Gefühle durch Sätze wie "Kopf hoch, anderen Menschen geht es noch viel schlechter" abzuwerten. Die Folge? Wir glauben, dass unsere Gefühle falsch sind und keine Berechtigung haben. Wie schlimm und unerträglich wir eine Situation wahrnehmen, ist jedoch von Person zu Person unterschiedlich. Was für den einen der Weltuntergang ist, muss auf die andere Person also noch lange nicht zutreffen. Wollen Sie Ihrem Gegenüber kein schlechtes Gewissen machen, sollten Sie sich diesen Satz also besser sparen.

9. Satz: "Don't Worry, Be Happy!"

Auch wenn wir Sorgen und Ängste lieber von uns wegschieben: In bestimmten Situationen können uns diese Gefühle sogar helfen. Sofern die Gefühle nicht den Lebensinhalt bestimmen und von Dauer sind. Und: Ängste und Sorgen gehören zum Leben dazu! Toxisch positive Menschen neigen jedoch dazu, diese Gefühle runterzuspielen. Es ist jedoch völlig okay, sich angesichts von Geldsorgen, beruflicher Ungewissheit oder (ganz aktuell) des Ukraine-Kriegs ohnmächtig und hilflos zu fühlen. Lassen Sie sich also nicht einreden, dass diese Gefühle falsch wären. Das Leben kann nicht immer von Glück bestimmt sein.

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