Report: Erfolgreiche Unternehmerinnen

Report: Erfolgreiche Unternehmerinnen

Dass nichts so spannend ist wie der eigene Alltag, beweisen diese drei erfolgreichen Unternehmerinnen

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Report: Erfolgreiche Unternehmerinnen

Es fing an mit Angstzuständen und Schweißausbrüchen, meistens nachts. Damals ahnte Susanne Preiss zum ersten Mal, dass ihr der Job als Kundenberaterin in einer Werbeagentur über den Kopf wuchs. Sie war gerade Mitte zwanzig, arbeitete zum Teil 16 Stunden am Tag: Gegen 19 Uhr wurde die erste Pizza bestellt, und wer länger als bis 23 Uhr arbeitete, durfte auf Firmenkosten ein Taxi nehmen. „Ich habe das geliebt und gar nicht gemerkt, dass ich verlernt hatte, Pausen zu machen“, sagt Preiss heute.
Dann ging ihr Mann beruflich ins Ausland, und sie ging mit, anfangs voller arbeitswütiger Pläne. In Shanghai kam das Aha- Erlebnis: Auf einer Wiese in einem Park standen Menschen, die sich in Zeitlupe bewegten. Susanne Preiss merkte, dass ihr diese Ruhe im Leben komplett fehlte. Sie bot dem Mann, der die Gruppe führte, Geld an, damit sie mitmachen dürfe. Der Qigong-Meister jedoch wies sie ab. Aber Preiss kam wieder, Morgen für Morgen. Schließlich gab er nach, und sie bekam eine Lektion: Sie sollte zehn Minuten stehen wie ein Baum. Nach der Übung sagte er: Das machst du jetzt 99 Tage lang allein, dann komm wieder.
Es war eine Übung in Demut, die Susanne Preiss trotzdem durchhielt, „weil ich merkte, dass mir das Innehalten guttat“. Sie lernte mehr Qigong – und stellte fest, dass sie besser schlief, sich gelassener fühlte. Mit der Zeit wurde ihr klar: Das will ich weitergeben. An Menschen, denen es genauso geht wie mir damals. Seitdem bietet die Hamburgerin Wochenend- und Vier-Tage-Kurse für Stressmanagement an. Es kommen Führungskräfte, Hausfrauen, Krankenschwestern, oft Leute, denen alles zu viel wird. Und meist brauchen sie nur ein paar Stunden, um eine erste Veränderung zu spüren. Inzwischen bekommt sie Angebote, das Ganze auf größere Beine zu stellen. Aber Susanne Preiss lehnt ab: Sie will auch Zeit für sich und ihre zwei Kinder haben. Und Luft zum Atmen. www.shenzai.com, www.fit-im-business.com

Imbiss mit Bio-Fast-Food


Kathrin Möntenich, 43 Besitzt einen Imbiss mit Bio-Fast-Food
Sie liebt Essen. Und sie liebt Kochen. Schon als Kind stand Kathrin Möntenich bei ihrer Oma am Herd, guckte in Töpfe, sah zu, wie die Großmutter Kartoffeln schnitt, Petersilie hackte, einen Spritzer Essig an die Linsensuppe tat. Bis heute hat Kathrin Möntenich deshalb eine Vorliebe für deftige Eintöpfe.
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Alles bio: Gutes Essen vermisste Kathrin Möntenich während ihrer Dienstreisen als Managerin. Vor gut einem Jahr eröffnete sie einen Bio-Imbiss.
Trotz ihrer Liebe zum Kochen machte sie eine kaufmännische Ausbildung und arbeitete bald als Managerin in einem Konzern. Und wenn sie mehrmals in der Woche mit Flugzeug und Bahn unterwegs war, wurde ihr Sinn für guten Geschmack plötzlich zum Problem. Ob auf Flughäfen oder in der Bahnhofshalle – nirgendwo fand sie Snacks, die ihr schmeckten. Natürlich hat sie alles probiert, belegte Brötchen und fette Pizza gekauft – und sich immer geärgert. „Ich weiß nicht, wie oft ich damals hungrig am Flughafen gesessen habe“, sagt sie heute.
Als sie dann 2007 überraschend ihren Job verlor, kam ihr sofort die Idee mit dem Bio-Fast-Food-Imbiss. Schon wenige Wochen nach der Kündigung ging sie auf die Suche nach Bio-Fleisch, wälzte mit ihrem Mann Rezepte, stellte eine Speisekarte zusammen: mit Eintöpfen, Bio-Burgern und frischen Salaten. Mit ihrem Businessplan gewann sie 2008 sogar einen Gründerwettbewerb. Wenige Monate später eröffnete sie ihren eigenen Imbiss in einem Kölner Einkaufszentrum.
Dort steht sie sogar zeitweise selbst hinter der Theke, schabt Möhren oder diskutiert mit ihrem Koch, ob an die Suppe nun Thymian gehört oder nicht. Da merkt sie immer wieder, dass sie in Geschmacksfragen ein bisschen eigensinnig ist. Die Rückmeldung ihrer Kunden gibt ihr Recht: Denen schmeckt es. Sie kommen immer wieder. Und es kommen immer mehr. „Bei vielen ist es ein echter Überraschungseffekt, wenn sie das erste Mal in einen Bio-Burger beißen“, erzählt Möntenich. „Sie haben beim Einkaufen Hunger bekommen, sich einen Imbiss bestellt, erwarten nicht viel – und sind dann nach dem ersten Bissen gleich hin und weg.“ Und wenn sie doch mal Kritik hört, dann versucht sie, etwas zu verbessern. Kathrin Möntenich ist sich sicher: Viele ihrer Gerichte hätten sogar ihrer Oma geschmeckt – und die hasste Fast Food.

Online-Beratungs-Agentur


Brigitte Hild, 49 Leitet eine Online-Beratungs-Agentur für Familien, die ins Ausland gehen
China, Schweden, Marokko. 13 Jahre verbrachten Brigitte Hild und ihre Familie im Ausland. „Ich habe diese Jahre genossen, doch zwischendurch gab es auch finstere Momente“, sagt sie. Etwa die ersten Wochen, als die Firma ihres Mannes ihn von Marokko nach Finnland versetzte. Als Hild, die damals Hausfrau war, mit einem Säugling und einem Dreijährigen an einem dunklen Novembertag auf der Treppe ihres Hauses saß und sich heimwehgeplagt fragte: Was machen wir hier?
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Online-Beratung: Multikulti war für Brigitte Hild nicht immer leicht, als sie im Ausland lebte. Jetzt berät sie Familien, wie man in der Fremde klarkommt.
Oder später in Schweden, als die gelernte Luftverkehrskauffrau nicht wusste, wie sie im Ausland den Wiedereinstieg ins Berufsleben schaffen sollte.
Dann traf sie Mitte der 90er Jahre in einem Flugzeug einen Unternehmensberater für „interkulturelle Kommunikation“, der Seminare für Manager anbot, die ins Ausland geschickt wurden. Brigitte Hild hörte zu und wusste: Das ist mein Thema. Der Berater spürte das – er lud sie ein, mit ihm Seminare zu geben. Als sie Ende der 90er nach Deutschland zurückkehrte, war für sie klar: Ich gründe eine Internetberatung. Damit Frauen und Männer, die verzagt im Ausland sitzen, wie sie damals in Finnland, einen Ansprechpartner haben. Hilds Team aus Psychologen, Juristen und Erziehungsexperten hilft etwa, wenn die Kinder in der neuen Schule nicht zurechtkommen oder es mit der Arbeitserlaubnis Probleme gibt. Wenn sie manchmal auf den Anmeldebögen die Länder liest, in die ihre Klienten geschickt werden, bekommt sie sogar Fernweh. www.goingglobal.de

Wie wird aus einer guten Idee ein gutes Geschäft?

Wie wird aus einer guten Idee ein gutes Geschäft?

Gründerberaterin Kristiane von dem Bussche empfiehlt, die eigene Situation anhand dieser Checkliste zu prüfen. Bin ich ein Gründertyp? Es gibt Frauen, die Herausforderungen lieben, andere ziehen die Sicherheit eines festen Jobs vor. Welcher Typ Sie sind, zeigen Tests und Checklisten wie die auf www.existenzgruender.de. Wie viel Zeit habe ich? Frauen, die Teilzeit arbeiten möchten, sollten prüfen, ob sie ihre Geschäftsidee mit 25 Wochenstunden auf die Beine stellen können. Buchtipp: Birgit Torbrügge, „Teilzeit Selbstständigkeit“, Frauenoffensive, 14,90 Euro. Gibt es einen Markt für meine Idee? Fragen Sie mögliche Kunden und Branchenkenner.
Achtung: Wenn es schon viele Anbieter gibt, zum Beispiel in der Ernährungsberatung, heißt das nicht, dass man die Finger davon lassen muss. Es kann ja sein, dass man eine neue Idee zu einem alten Thema hat. Außergewöhnliche und kostspielige Ideen kann man prüfen, indem man einen Businessplan erstellt und bei einem Gründerwettbewerb einreicht: www.deutscher-gruenderpreis.de oder www.enable2start.de. Wie betroffen bin ich? Nach einer überwundenen Krise berührt das Thema manche Menschen noch zu sehr, um sachlich damit umzugehen. Alternative: Die Idee wachsen lassen und die Gründung später wagen.

Die Aktion Equal Pay Day macht auf die klaffende Gehaltslücke aufmerksam, die immer noch zwischen Männern und Frauen besteht. Doch welche Gründe gibt es dafür?...
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