Yoga-Formel für ein langes Leben

Yoga für Körper, Geist und Seele

Fit bleiben, Ruhe finden, Energie tanken: Yoga ist mehr als nur Gymnastik. Lesen Sie hier, wie die alte indische Lehre ihre volle Wirkung entfaltet und welche Rolle dabei Meditation, Atemübungen und Ernährung spielen.

Yoga Formel
© seasons.agency / Gräfe & Unzer Verlag / Rickers, Jan
Yoga für Körper, Geist und Seele

Yoga für Körper, Geist und Seele

Yoga ist heutzutage in aller Munde und wird in den meisten Fitness-Studios als Kurs angeboten. Wer Yoga praktiziert, tut der Gesundheit etwas Gutes, mobilisiert die Muskulatur, kräftigt den Körper, trainiert die Fitness und stärkt das Körpergefühl.

Auf den folgenden Seiten erklärt Yoga Trainerin Kerstin Linnartz, wie Yoga Körper und Geist gesund hält und welche Philosophie hinter den körperlichen Übungen steckt.

Wussten Sie, dass es auch Yoga für die Augen gibt? Welche Übungen unsere Augen entlasten, lesen Sie hier >>

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Meditation: Den wilden Affen zähmen

„Zufriedenheit, die von äußeren Dingen abhängt, ist gefährlich“, sagt Kerstin Linnartz. „Denn wenn sich die Umstände ändern, ist auch die Zufriedenheit futsch.“ Ein Leben mit Meditation dagegen, so der indische Philosoph Jiddu Krishnamurti, „ist ein Leben ohne Vergleichen und Messen.“ Durch das Versinken in sich selbst lernt man, sich von Stress und Ärger zu distanzieren. „40000 bis 60000 Gedanken schießen uns täglich durch den Kopf“, erklärt Yoga-Lehrerin Linnartz. „Davon sind aber nur drei Prozent aufbauend oder hilfreich. 25 Prozent sind destruktiv und schädlich für einen selbst oder andere. Und der Rest ist einfach nur flüchtig und unbedeutend.“ Indische Yogis nennen diesen Gedankenmüll „den wilden Affen“.

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Yoga-Übungen:

Meditation ist der Weg, ihn zu zähmen. Die Sinne auszuschalten und sich auf sein Inneres zu konzentrieren muss man üben. „Die Zauberwörter lauten geschehen lassen und Passivität“, so Kerstin Linnartz. Ihrer Erfahrung nach ist der beste Weg, zunächst „Savasana“ zu üben – die Totenstellung. Im Liegen bremst man durch langsames Atmen die Körperfunktionen ab, man fährt den Organismus herunter. Schon allein das fördert die Zellerneuerung und verbessert die Konzentrationsfähigkeit. Ab und zu einfach mal zu schweigen ist ebenfalls eine gute Vorbereitung auf das Meditieren. „Probieren Sie mal aus, wie entspannend es ist, eine Weile lang nur das Notwendigste zu sagen“, rät die Yoga-Expertin. Welche Meditationsmethode dann die passende ist, sollte man mit einem Lehrer oder in einem Kurs herausfinden. Die Belohnungen für regelmäßiges Meditieren sind mehr Gelassenheit, Kraft und Lebenszufriedenheit. Zahlreiche Studien belegen, dass Meditation zudem den Schlaf verbessert und Alterungsprozesse bremst.

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Atemübungen: Energie tanken

Nur mit bewusster Atmung ist Yoga mehr als Gymnastik, sagt Kerstin Linnartz. Wer flach und hektisch Luft holt, versorgt sich nicht optimal mit Sauerstoff. Das Besondere am „Pranayama“, der Yoga-Atmung: Man zieht die Luft nicht aktiv in die Lunge, sondern lässt sie ohne Zutun einströmen. Viele Menschen glauben, beim ,richtigen‘ Atmen ginge es darum, möglichst tief Luft zu holen, so die Yoga-Lehrerin. „Tatsächlich sind Ein- und Ausatmen gleichwertig.“ Wer bewusst ausatmet, so die Philosophie, befördert nicht nur mehr Schadstoffe nach draußen, sondern befreit auch die Seele von Ballast. Medizinisch nachweisbar: Aktives Ausatmen vergrößert mit der Zeit die Lungenkapazität und führt dazu, dass der Körper mehr Energie bekommt. Bei vielen Yoga-Übungen konzentriert man sich deshalb auf das Ausatmen – zum Beispiel bei der wechselseitigen Nasenatmung. Luft abwechselnd durch die Nasenlöcher strömen zu lassen führt zudem zu mehr seelischer Ausgeglichenheit.

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Ernährung: Den Körper entgiften


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Gesunder Tee:

„Yogis empfehlen vegetarische Ernährung“, sagt die Moderatorin, „denn Fleisch gilt als ,tamasig‘, das heißt, es führt zu einem nicht so hellen Zustand des Geistes.“ Ganz so streng muss man sich an diese Regel aber nicht halten. „Was dahintersteckt, ist: Schau etwas genauer hin, was du isst“, so Kerstin Linnartz. „Wer bei der Essenswahl bewusste Entscheidungen trifft, wird mit der Zeit spüren, was der Körper braucht und was ihm guttut.“ Was laut Yoga-Lehre „sattvig“ ist, Energie spendend und den Geist klärend, empfehlen auch westliche Wissenschaftler. Dazu gehören Vollkorngetreide, Gemüse, Salate, Obst, Milchprodukte sowie Tofu. Rohkost, da stimmen hiesige Forscher ebenfalls zu, enthält mehr „Prana“ (Lebensenergie) als Gekochtes. Auch das heiße Wasser am Morgen hat medizinisch belegte Wirkung: Es stimuliert den Stoffwechel und entgiftet. Dazu einen Liter Wasser zur Hälfte einkochen und vor dem Frühstück so warm wie einen Tee trinken.

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Asanas: Die Balance finden


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Yoga-Übungen:

„Es ist gut, dass wir im Westen ein so riesiges Angebot an Yoga-Schulen und -Arten haben“, findet Kerstin Linnartz. „Und es ist völlig okay, sich durch die Stile zu ,yogen‘, bis man den gefunden hat, der perfekt passt.“ Im Grunde reicht allerdings die „Rishikesh“-Reihe, eine Abfolge von zwölf Stellungen. Denn bei Yoga-Körperübungen geht es nicht um „schneller, höher, weiter“. Sie sind ein Weg, zu seinem Körper Kontakt aufzunehmen. „In Indien lassen einige Lehrer die Schüler sogar selbst herausfinden, wie sie die Asanas am besten machen, und zeigen sie ihnen nur einmal“, berichtet Kerstin Linnartz. Hierzulande sollten Einsteiger aber die Hilfe von erfahrenen Yoga-Lehrern in Anspruch nehmen, empfiehlt sie – allein schon, um gebremst zu werden, wenn man sich zu viel zumutet. Denn Asanas sind fließende Bewegungen, die den Körper nicht stressen, sondern in Balance bringen. Dass er dabei beweglicher, straffer und gesünder wird, ist eigentlich der angenehme Nebeneffekt.

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Das Fitnessstudio ist zu, der Yoga-Kurs findet nicht statt? Wer den ganzen Tag schon im Home Office sitzt, braucht erst recht einen sportlichen Ausgleich...
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