5. Juli 2021
Corona-Impfung: Welche Nebenwirkungen sind normal?

Corona-Impfung: Welche Nebenwirkungen sind normal?

Die Impfstoffe gegen das Corona-Virus sind da und werden langsam aber sicher an die Bevölkerung verabreicht. Doch nach der Impfung machen sich auch Beschwerden breit: Welche Nebenwirkungen sind nach der Corona-Impfung normal, und wann sollten wir lieber einen Arzt aufsuchen?

Deutschland hat im Dezember 2020 mit der lang ersehnten Impfung gegen das Corona-Virus begonnen. Mittlerweile sind mit Biontech/Pfizer, Moderna, AstraZeneca sowie Johnson & Johnson vier verschiedene Corona-Impfstoffe in der EU zugelassen.

Doch wie verträglich sind die Impfstoffe? Welche Nebenwirkungen sind normal, und bei welchen Symptomen sollten unsere Alarmglocken schrillen? Diese Fragen tauchen spätestens auf, nachdem man den sehnlichst erwarteten Impfstoff verabreicht bekommen hat. Wir verraten Ihnen, mit welchen Nebenwirkungen Sie nach der Corona-Impfung rechnen müssen, und was dabei ganz normal ist.

Wie verträglich sind die Corona-Impfstoffe?

Alle in Deutschland zugelassenen Corona-Impfstoffe sind klinisch getestet und strengstens überprüft worden. Erst nach ausreichender Prüfung werden Impfstoffe auf den Markt gebracht.

Die Überprüfung unterteilt sich in präklinische und klinische Phase, Zulassungsprüfung, Auflagen der Zulassungsbehörden und Marktzulassung sowie die Nachzulassungsbeobachtung. Die klinischen Studien zu den Corona-Impfstoffen haben mehrere zehntausend Probanden eingeschlossen, die dabei stets auf Verträglichkeit, Sicherheit und Wirksamkeit der Impfung überprüft wurden.

Generell befindet die Ständige Impfkommission (STIKO), dass alle zugelassenen Impfstoffe einen guten bis sehr guten Schutz vor der Erkrankung liefern und dabei insgesamt alle als gut verträglich gelten.

Nebenwirkungen der Corona-Impfung: Diese Impfreaktionen sind normal

Wie bei jeder Impfung können auch bei der Corona-Impfung Nebenwirkungen und Impfreaktionen auftreten. Dabei handelt es sich nicht um ein schlechtes Zeichen: Die Symptome zeigen in der Regel, dass Ihr Immunsystem, wie beabsichtigt, auf den Impfstoff reagiert und mit der Herstellung der Antikörper beginnt. 

Die Nebenwirkungen treten normalerweise kurz nach der Verabreichung des Impfstoffes auf und halten einen bis wenige Tage an. Dabei handelt es sich meist um leichte Symptome, die einer Grippe oder einem Infekt ähneln.

Am häufigsten auftretende Nebenwirkungen:

  • Schmerzen an der Einstichstelle, die in den Arm ausstrahlen (ähnlich wie Muskelkater)
  • Abgeschlagenheit
  • Kopfschmerzen
  • Fieber, Schüttelfrost, erhöhte Temperatur
  • Muskel- und Gliederschmerzen

Je nach Immunsystem und Impfstoff können die Reaktionen nach der ersten oder zweiten Impfdosis stärker ausfallen. Vor allem junge Menschen zeigen insgesamt deutlichere Reaktionen, da ihr Immunsystem aktiver ist und deshalb stärker reagiert.

Direkt nach der Injektion sollten Sie außerdem etwa 15 bis 30 Minuten lang beim Arzt verweilen, um eine seltene, allergische Reaktion auf den Impfstoff auszuschließen.

Nebenwirkungen nach Corona-Impfung: Wie sollte ich mich verhalten?

Treten einige Stunden bis einen Tag nach Ihrer Corona-Impfung Symptome wie Kopfschmerzen, Fieber oder Abgeschlagenheit auf, verhalten Sie sich dementsprechend. Hören Sie auf Ihren Körper und gönnen Sie sich die Pause, die Sie brauchen. Je nach Stärke der Symptome sollten Sie sich ausruhen, bis das Fieber und andere Nebenwirkungen abgeklungen sind. Verzichten Sie in diesem Zeitraum auf Alkohol und körperliche Belastung, um Ihr Immunsystem nicht unnötig zu strapazieren.

In der Regel verschwinden die Symptome bereits nach wenigen Stunden bis zwei Tagen, da es sich um keine echte Infektion handelt, sondern lediglich um eine Reaktion Ihres Immunsystems.

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Verzichten Sie jedoch auf die prophylaktische Einnahme von Schmerzmitteln wie Paracetamol oder Ibuprofen VOR der Corona-Impfung, da sie in Verdacht stehen, die Impfwirkung herabzusetzen. Sicherheitshalber empfehlen Experten die Einnahme von Schmerzmitteln frühestens 6 Stunden nach der Impfung, und das nur bei Auftreten von akuten Beschwerden.

Seltene Hirnvenenthrombosen nach AstraZeneca-Impfung

Nach Impfungen mit den Corona-Impfstoffen von AstraZeneca sowie Johnson & Johnson gab es einige Fälle von Hirnvenenthrombosen, woraufhin die Bundesregierung einen vorsorglichen Impfstopp anordnete. Nach ausführlicher Überprüfung der Impfstoffe durch die Europäische Arzneimittelbehörde (EMA) wurden die Vakzine als sicher und effektiv befunden und werden weiterhin verimpft.

Die Impfempfehlung der Ständigen Impfkommission (STIKO) für das AstraZeneca-Vakzin lautet seitdem: Vor allem Menschen im Alter von 60 bis 69 Jahren sollen mit AstraZeneca geimpft werden. Diese sind nach eingehenden Prüfungen scheinbar weniger anfällig für die seltenen, aufgetretenen Hirnvenenthrombosen. Junge Menschen sollen stattdessen einen anderen Impfstoff für die Zweitimpfung verabreicht bekommen.

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Das sind die Anzeichen für eine Hirnvenenthrombose

Eine Hirnvenenthrombose im Zusammenhang mit einem Vektor-Impfstoff wie AstraZeneca oder Johnson & Johnson ist weiterhin extrem selten und äußerst unwahrscheinlich. Dennoch sollten Sie die Anzeichen für diese schwere Nebenwirkung kennen:

  • Heftige Kopfschmerzen innerhalb von zwei bis drei Wochen nach der Impfung
  • Neurologische Symptome wie halbseitige Lähmungen, Gefühlsstörungen, Sprachstörungen
  • Epileptische Anfälle
  • Blutergüsse oder kleine, punktförmige Einblutungen auf der Haut

Stellen Sie diese Symptome bei sich nach der Impfung mit AstraZeneca oder Johnson & Johnson fest, konsultieren Sie sofort einen Arzt.

Herzmuskelentzündung nach Biontech-Impfung

Eine aktuelle, israelische Corona-Studie hatte kürzlich gezeigt, dass der Wirkstoff von Biontech zu Herzmuskelentzündungen führen kann. Vor allem junge Männer seien davon betroffen. Deutsche Institute konnten diesen Zusammenhang bisher nicht nachweisen.

Die Herzmuskelentzündung war bei insgesamt 275 Fällen von mehr als 5 Millionen Geimpften festgestellt worden. Vor allem nach der zweiten Impfdosis traten die Beschwerden bei Männern im Alter zwischen 16 und 30 Jahren auf. Rund 95 Prozent der Fälle wurden dabei als mild eingestuft. Das Auftreten der Herzmuskelentzündung ist also insgesamt sehr selten und meist ohne Komplikationen verlaufen. Ein Risikofaktor für die Entstehung der Herzmuskelentzündung ist vor allem anstrengende, körperliche Aktivität. Nach der Impfung sollten Sie deshalb unbedingt darauf achten, sich körperlich zu schonen und vor allem ein bis zwei Wochen auf Sport zu verzichten.

Insgesamt sind Experten der Ansicht, dass das Risiko, an Corona zu erkranken viel höher sei, als etwaige Nebenwirkungen des Impfstoffes – die außerdem nur vorübergehend und äußerst unwahrscheinlich seien.

Symptome Herzmuskelentzündung

Wer nach der Impfung folgende Symptome feststellt, sollte schnellstmöglich einen Arzt aufsuchen.

  • Schmerzen hinter dem Brustbein
  • Herzklopfen und oder Herzstolpern
  • Atemnot (vor allem bei Anstrengung)
  • Kopfschmerzen
  • Appetitlosigkeit
  • Abgeschlagenheit und Erschöpfung

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