14. September 2020
Bindungsangst erkennen: Das sind die Symptome

Bindungsangst erkennen: Das sind die Symptome

Leide ich etwa unter Bindungsängsten? Meist fällt es schwer, eine Bindungsangst überhaupt als solche zu erkennen und sich diese als Grund für das Single-Dasein einzugestehen. Dabei ist sie in Wirklichkeit weiter verbreitet, als man denken mag. Wir verraten, an welchen Symptomen Sie erkennen, ob Sie an Bindungsängsten leiden und was dagegen hilft.

Die Dates laufen super, man ist kurz davor, den nächsten Schritt zu wagen – und Zack, plötzlich ist Schluss? Wer an einer Bindungsangst leidet, hat häufig Schwierigkeiten damit, sich auf eine andere Person einzulassen. Eine ernste Beziehung ist mit viel Vertrauen, Intimität und somit auch vielen Ängsten verbunden – denn all das macht uns verletzlich.

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Bindungsangst erkennen: Das sind die Symptome

Bei Bindungsangst handelt es sich um eine sehr individuelle, psychische Angelegenheit, weshalb sich die Symptome sehr verschieden äußern können. Auch der Ausprägungsgrad bestimmt die auftretenden Symptome. Dennoch gibt es einige Anzeichen, die besonders typisch mit der Bindungsangst einher gehen:

  • emotionaler Rückzug
  • räumliche Distanz durch viel Arbeit oder eigene Hobbys
  • körperlicher Abstand, Verhindern von körperlicher Zuwendung
  • Probleme über Gefühle zu sprechen
  • keine gemeinsamen Pläne für die Zukunft
  • Keine engen Freunde

Typisches Verhalten von Personen mit Bindungsangst

Als Folge der Bindungsängste entstehen typische Verhaltensmuster, die vielen Menschen bekannt vorkommen:

  • Sobald es ernst wird, oder sogar während einer bereits bestehenden Beziehung, wird der Partner aus heiterem Himmel abserviert – ohne nachvollziehbare, erklärliche Gründe
  • Teils jahrelange On-Off-Beziehungen, die dadurch entstehen, dass der Partner bei zu viel Nähe verstoßen wird, dann aufgrund der vorhandenen Gefühle und dem Bedürfnis nach Zuneigung wieder zurückgeholt wird
  • Das klassische Bild einer Person mit Bindungsproblemen: Die Befriedigung des Bedürfnisses nach menschlicher Zuneigung wird in lockeren Affären und One-Night-Stands erfüllt
  • Sie verlieben sich ständig in Menschen, die unerreichbar oder vergeben sind? Auch dahinter könnte eine Bindungsangst stecken. Unterbewusst halten Sie sich so von einer funktionierenden Beziehung fern. Gleiches gilt für das Phänomen, immer an „den Falschen“ zu geraten

Ursachen: So entstehen Bindungsängste

Tatsächlich empfinden die meisten Menschen mit Bindungsängsten ein starkes Bedürfnis nach Liebe, Zuneigung und einer festen Beziehung. Mehr oder weniger bewusst wird letztere jedoch auch als starke Bedrohung wahrgenommen. Immer wieder überwiegt die Furcht vor emotionaler und körperlicher Intimität aufgrund der damit einhergehenden Verletzlichkeit.

Dabei können die Ängste sehr unterschiedlich aussehen und auch verschieden stark als solche wahrgenommen werden. Während einige ihre Furcht gar nicht erkennen und eingestehen, ist anderen ganz klar, dass sie sich zum Beispiel von einem klammernden Partner eingeengt fühlen.

Die Gründe dafür können sowohl aus schlechten Erfahrungen eigener Liebesbeziehungen resultieren, als auch durch prägsame Kindheitserfahrungen oder als traumatisch erlebte Trennungen in der Familie. Schon ein distanziertes oder einengendes Verhältnis zur Mutter oder dem Vater kann zur Beziehungsunfähigkeit führen.

Auch ein niedriges Selbstbewusstsein kann Bindungsängste verursachen: Hierher resultiert die alte Weisheit, dass man sich selbst zuerst lieben muss, damit es andere können. Denn Personen, die ein stark negatives Selbstbild von sich haben, können häufig nicht glauben, dass sie jemand anderes lieben kann – und sich infolge dessen nicht darauf einlassen.

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Therapie: Das hilft gegen Bindungsangst

Wie bereits angedeutet, ist die größte Herausforderung, die Bindungsangst selbst einzugestehen. Hierbei handelt es sich häufig um viele unterbewusste Prozesse, die zum Beispiel dazu führen, dass wir uns immer wieder die falschen Partner auswählen. Wer erkennt, dass das das Resultat von Bindungsängsten ist, hat bereits den schwierigsten Schritt getan.

Stellen Sie sich folgende Fragen zur Selbstreflexion:

  1. Möchte ich gerade wirklich gerne mein Single-Leben genießen oder halten mich nicht doch vielleicht Ängste von einer ernsten Beziehung ab?
  2. Was genau macht mir Angst? Enttäuschung, verletzt zu werden, emotionale Abhängigkeit oder vielleicht eingeschränkte Freiheiten?
  3. Woher könnte meine Angst kommen? Ist meine Mutter überbeschützend, bin ich schon mal verletzt worden, habe ich schlimme Trennungen mit ansehen müssen?

Können Sie diese Fragen ehrlich für sich beantworten, kann nach einer praktischen Lösung für das Problem gesucht werden. Den meisten Menschen hilft bereits das Auseinandersetzen mit ihren Ängsten, um diese schwächer werden zu lassen und sich langsam voran zu tasten.

Leiden Sie unter starken Bindungsängsten, holen Sie sich professionelle Hilfe. Dies ist keinesfalls verwerflich – ganz im Gegenteil. Überlegen Sie sich, was Sie für einen Mehrwert für Ihre Zukunft daraus ziehen, diese Ängste zu bekämpfen. In der Regel macht eine individuelle Psychotherapie Sinn, um ganz persönliche Auslöser aufzuarbeiten und geeignete Lösungswege zu finden.

Befinden Sie sich bereits in einer Beziehung, sind intensive Gespräche sowie eine Paartherapie eine sinnvolle Option.

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