Job und Familie Kind krank? So melden Sie es Ihrem Arbeitgeber

Welche Mutter oder welcher Vater kennt es nicht? Man hat ein kleines Kind, alles läuft prima. Das Kind ist tagsüber im Kindergarten, die Eltern arbeiten und abends ist dann für alle Entspannung angesagt. Irgendwann passiert es – das Kind wird krank. Nun stellt sich die Frage der Organisation.
 

Krankes Kind - was tun? Kind krank? So melden Sie es Ihrem Arbeitgeber © Zinkevych/iStock

Welche Rechte habe ich als Arbeitnehmer?

Wenn das Kind krank wird, wird den Eltern die Möglichkeit gegeben ihr Kind zu Hause zu betreuen. Falls ihr Kind noch keine zwölf Jahre alt ist, können Sie diese Möglichkeit nutzen. Für die Betreuung des kranken Kindes können Eltern bis zu 10 Tagen im Jahr der Arbeitsstelle fernbleiben. Selbstverständlich muss die Notwendigkeit der Betreuung des Kindes von einem Kinderarzt bestätigt werden. Diese 10 Tage gelten für jeden Elternteil. Also die Mutter wie auch der Vater können im Jahr für je 10 Tage für die Betreuung des kranken Kindes der Arbeitsstelle fernbleiben. Sind Sie alleinerziehend haben Sie einen Anspruch auf 20 Kalendertage pro Jahr für die Betreuung des kranken Kindes. 

Bekomme ich während der Krankheit meines Kindes weiterhin Gehalt?

Dies kann so pauschal nicht beantwortet werden. Zwar gilt hier der Paragraph 616 des Sozialgesetzbuches, aber nur für eine kurzzeitige Erkrankung des Kindes. Meistens für 5 Tage am Stück. Dies ist ausreichend für eine normale Erkältung. Sollte das Kind aber eine schwerere Erkrankung haben, sind diese 5 Tage in den meisten Fällen natürlich nicht genug. Auch kann der Arbeitsvertrag eine Lohnfortzahlung im Krankheitsfall des Kindes ausschließen. Dies ist in Deutschland nicht einheitlich gesetzlich geregelt. Was nicht ausgeschlossen werden kann, ist die Freistellung von der Arbeit bei Krankheit des Kindes. 

Was tun wenn der Arbeitsgeber keine Lohnfortzahlung leistet?

Wenn das Kind erkrankt und Mutter oder Vater ihr Kind zu Hause betreuen müssen, gibt es die Möglichkeit, Kinderpflegekrankengeld zu beantragen. Dies gilt für den Fall, wenn keine Lohnfortzahlung durch den Arbeitgeber besteht. Dieses Krankengeld wird von der Krankenkasse gezahlt. Es beträgt in der Regel 70% des Bruttoeinkommens, allerdings darf die Summe nicht 90% des Nettoeinkommens übersteigen. Voraussetzung ist, dass Ihr Kind jünger als zwölf Jahre ist. Auch hier muss eine Krankschreibung vom Arzt vorliegen und es darf keine Person im Haushalt leben, die die Betreuung des Kindes übernehmen könnte. Leben Sie beispielsweise mit den Großeltern des Kindes unter einem Dach und sind diese geistig und körperlich gesund, könnten diese ja tagsüber die Betreuung des kranken Kindes übernehmen. 

Ich habe zwei oder mehr Kinder, welcher Anspruch besteht da?

Meistens werden die Kinder ja nicht alle zur gleichen Zeit krank. Oftmals gibt es in Familien mit zwei oder mehr Kindern die Problematik, dass sich ein Kind beim anderen ansteckt. Die Tochter muss mit einer Erkältung zu Hause bleiben und vierzehn Tage später hat dann der Sohn die gleichen Symptome. Für die Eltern ist dies keine leichte Situation. Bei der Tochter war man schon acht Tage von der Arbeit freigestellt. Rechtlich hat man bei zwei Kindern, pro Elternteil, das Recht 20 Tage pro Jahr von der Arbeit freigestellt zu werden. Bei Alleinerziehenden sind es 40 Tage pro Jahr. Bei mehr als zwei Kindern gibt es eine Obergrenze von 25 Tage pro Jahr und Elternteil. Für Alleinerziehende gelten hier 50 Tage. 

Welche Möglichkeiten gibt es noch, wenn mein Kind erkrankt ist?

Rein rechtlich ist ja alles klar. Bei Erkrankung des Kindes stehen dem Arbeitnehmer pro Elternteil 10 Krankentage zu, in denen er oder sie das Kind betreuen kann. In der Realität ist es aber so, das sich gerade Kinder im Kindergartenalter nicht an diese 10 Tage halten. Kleine Kinder bekommen rund zehn Erkrankungen pro Jahr. Das können Erkältungen sein, Magen-Darm-Erkrankungen oder auch die typischen Kinderkrankheiten wie Scharlach oder Windpocken. Da sind die genehmigten Krankheitstage schnell aufgebraucht. Daher ist es sinnvoll, wenn sich Eltern vorab Gedanken machen, wie sie dies im Falle eines Falles regeln können. Eventuell haben Sie die Möglichkeit Ihre Arbeit in so einem Fall im Homeoffice zu erledigen. Dies ist natürlich nur dann möglich, wenn Sie beispielweise eine Tätigkeit im Büro ausüben. Sprechen Sie diese Möglichkeit doch einfach mal bei Ihrem Vorgesetzten an, bevor das Kind erkrankt. Manche Arbeitgeber wissen es zu schätzen, wenn der Mitarbeiter bestrebt ist, auch unter schwierigen Umständen seine Arbeiten zu erledigen. Auch ist es ratsam sich ein Notfall Netzwerk im Krankheitsfall des Kindes anzulegen. Das können Großeltern sein, die im Notfall das kranke Kind betreuen können oder auch gute Freunde. In einigen Städten gibt es auch sogenannte Notmütterdienste. An diese können sich Eltern wenden, die eine Betreuung für ihr krankes Kind brauchen. Allerdings ist es schon besser, wenn das Kind die Person, von der es betreut wird, schon kennt. Gerade wenn ein Kind krank ist, ist es für das Kind und auch für die Eltern hilfreich, eine Person zu haben, der man vertraut. 

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