Kosmetik-Substanzen aus dem Meer!

Kosmetik-Substanzen aus dem Meer!

Perlmutt gegen Falten, Meerseide für glänzendes Haar, Algen als Wirkstoff der Zukunft: Immer mehr Forscher tauchen ab in die Beauty Schatzkammer Ozean – und fördern nicht nur Neues für die Schönheit zu Tage. Auch die Umwelt profitiert!

Frau entspannt bei Schlammaske
© Ridofranz/ Thinkstock
Kosmetik-Substanzen aus dem Meer!

Schon der Gedanke ans Meer versetzt uns in eine wohlige Stimmung: über feinkörnigen Sand laufen, die Füße von Wellen umspülen lassen, im Nachmittagslicht ein paar Runden durchs Wasser ziehen… Auch für Haut und Haare sind Wirkstoffe aus dem Meer der reinste Kurzurlaub. Doch die Tiefen des Ozeans haben deutlich mehr zu bieten als nur die Zutaten für Salzpeelings oder Algenwickel. Auf der Suche nach immer neuen Beauty Substanzen sind Forscher auf Tauchstation gegangen und haben dort für viele Haut- und Haarprobleme Lösungen entdeckt – oft in Zusammenarbeit mit anderen Wissenschaftlern, die für Medizin oder Ökologie tätig sind.

Neue Medizin aus dem Meer
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Warum fühlen wir uns am Meer so richtig fit? Hauptgrund sind die großen Mengen negativ geladener Sauerstoffmoleküle in der Luft. Mit jedem Atemzug tanken wir so Energie und gute Laune. Das ständige Rauschen der Brandung beruhigt zusätzlich die Gehirnwellen, sorgt für ein rundum glückliches Relax-Gefühl.
Zitate
"Wer an der Küste bleibt, kann keine neuen Ozeane entdecken. Vergiss nicht, immer wieder die Segel zu neuen Ufern zu setzen!", Ferdinand Magellan (1480–1521), portugiesischer Weltumsegler.
"Ich fühle mich angenehm leer – wie der Strand, den die Flut von den Überresten des Gestern reingewaschen hat", Anne Morrow Lindbergh (1906–2001), US-Flugpionierin.

Mikroalgen: Hoffnungsträger mit Tiefgang für die Haut

Auch wenn sie nur aus einer oder ganz wenigen Zellen bestehen: Mikroalgen sind groß im Kommen. Sogar das Bundesministerium für Bildung und Forschung sieht darin die „Energiequelle der Zukunft“, aus der z. B. bald Bio-Strom und Bio-Diesel hergestellt werden soll. Aber auch für die Haut sind Mikroalgen ein toller Treibstoff! Sie enthalten nicht nur straffende Proteine und pflegende Linolsäure, sondern konzentrieren in sich auch die geballte Mineralstoff-Power des Meeres: In 1 Gramm Mikroalgen stecken die Wirkstoffe von 1000 Liter Seewasser – z. B. Kalium, Magnesium und Zink, die die Zellerneuerung ankurbeln. Doch das Faszinierendste: Obwohl es Mikroalgen bereits seit 3,5 Milliarden Jahren gibt, haben sie sich bis heute kaum verändert. Eines ihrer Überlebensrezepte hat die israelische Ben-Gurion-Universität jetzt entschlüsselt: In den Zellwänden roter Mikroalgen steckt ein Zucker, der sie gegen Einflüsse von außen wappnet. Eingearbeitet in Cremes klappt das auch auf der Haut – und das sogar doppelt, denn ihre Abwehrzellen werden nicht nur gegen alt machende Angriffe von außen, sondern auch vor solchen von innen geschützt, indem sie die hautreizende Wirkung des Stresshormons Kortisol abpuffern. Produkte: z. B. „45+ Phyto Solutions Total Anti-Aging SlimLift“ von Dr. Scheller, 50 ml ca. 49 Euro; „Physiomarine Schützende Pflege LSF 10“ von Daniel Jouvance*, 40 ml ca. 26 Euro; „Superdefense Age Defense Moisturizer“ von Clinique, 50 ml ca. 43 Euro.

Perlmutt und Meerseide sind glänzende Stärkungsmittel

Frau liegt im Meer
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Schönheit und Gesundheit: Das Meer ist, wie eine Schatztruhe der Schönheit und Gesundheit. Diese Artikel könnten Sie auch noch interessieren:
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Wind, freie Radikale, Abgase: Da wünscht man Haut und Haaren einen Schutzpanzer, an dem das alles abprallt… Können Sie haben – und zwar mit den Tricks der Muscheln! Die wehren sich nämlich gegen Eindringlinge wie z. B. ein Sandkorn, indem sie bis zu tausend Schichten Perlmutt produzieren. Dieser schimmernde Mantel hat’s echt in sich: Er besteht zu 95 Prozent aus Kalziumkarbonat, das eine Schlüsselrolle in der Zellkommunikation spielt und so das Bindegewebe kräftigt. Da Perlmutt super das Licht reflektiert, mogelt es nebenbei kleine Falten weg und wird als Glanzspender in Haarprodukten eingesetzt. Auch gut: Meerseide aus den Eiweißfäden von Miesmuscheln, die sich damit an Felsen und Schiffe heften. Mediziner der Uni Rostock entwickeln daraus gerade eine Art Klebstoff für Wunden. Eingebaut in Haarpflege, legt sie sich um jedes einzelne Haar, gibt dadurch super Halt. Produkte: z. B. „Perle de Jeunesse Yeux“ von Carita, 15 ml ca. 67 Euro; „DermaSel Perlen Körpercreme“ von Fette, 250 ml ca. 9 Euro; „Glanz Faszination Balsam- Spülung Perlmutt & Moringa“ von Guhl, 200 ml ca. 6 Euro; „Pashmisilk Delight Vitamin Shampoo“ von Marlies Möller* mit Meerseide, 200 ml ca. 33 Euro.

Rotalgen als Feuerwehr gegen Juckreiz und Rötungen

Gerollt um Sushi-Fisch, sind sie schon lange ein Hit. Immer öfter landen Rotalgen aber nicht mehr nur im Kochtopf, sondern auch im Cremetopf. Kosmetisch genutzt werden z. B. Meerespetersilie und Korallengras für empfindliche Haut. Forschern war aufgefallen, dass Rotalgen sogar in 300 Meter Wassertiefe überleben können, obwohl dorthin kaum noch Licht vordringt. Verantwortlich dafür ist vor allem der rote Farbstoff Phycoerythrin, der die Energiegewinnung in den Zellen kickt und auch die Haut zu Höchstleistungen bei der Zellerneuerung und der Reparatur von Irritationen anspornt. Spezielle Schleimstoffe, die Galactane, wirken zusätzlich heilend und beruhigen Juckreiz. Super zur Anti-Age-Pflege bei empfindlichem Teint und sensibler Kopfhaut! Produkte: z. B. „Green Paradise Crème Douceur Anti-Âge“ von Jeanne Piaubert, 50 ml ca. 56 Euro; „Advanced Marine Biology Cream“ von La Prairie, 40 ml ca. 154 Euro; „S.O.S. Calm Shampoo“ von Revlon Professional*, 250 ml ca. 15 Euro. Krabbenschalen schützen vor krebsroten, rissigen Händen. Von der Hand in den Mund schmecken Krabben echt lecker. Für Ihre Hände sind dagegen eher die Schalen ein echter Leckerbissen! Aus diesem Panzer lässt sich nämlich Chitin gewinnen – ein Zuckerstoff, der gleichzeitig Feuchtigkeit bindet und vor Bakterien schützt. Ähnlich wie Glycerin, das ebenfalls für seine Eigenschaft als „Wassermagnet“ bekannt ist, wird es deshalb besonders gern in Handpflege-Produkten verwendet. So können Sie Ihre Hände unbesorgt auch öfter waschen, ohne dass die Haut rot und rissig wird. Produkte: z. B. „Hand-Wasch-Creme“ von Sebamed, 200 ml ca. 5 Euro; „Hand- und Nagelcreme“ von Biomaris, 75 ml ca. 7 Euro.

Perlmuschel Pinctada Maxima
© Jürgen Freund
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Braunalgen sind Kraftfutter für die Konturen

Wetten, dass Sie schon mal ein Produkt mit Braunalgenextrakt benutzt haben? Aus den Zellwänden dieser Algenart, die bis zu 70 Meter lang werden kann, wird nämlich Alginat hergestellt – ein gelartiger Stoff, der sowohl für Pudding als auch für Cremes eingesetzt wird. Wissenschaftler haben jetzt herausgefunden, dass in Braunalgen auch Wirkstoffe gegen erschlaffendes Bindegewebe stecken. Einer davon ist der Pflanzenfarbstoff Fucoxanthin, der die Kollagenbildung ankurbelt. Aus den Ästen des weiblichen Knotentangs lassen sich sogar Phytoöstrogene gewinnen, die der Haut nach den Wechseljahren neue Spannkraft verleihen. Auch Phytokollagen stammt aus Braunalgen. Dahinter verbirgt sich zwar kein „echtes“ Kollagen, da dieses nur von Menschen und Tieren gebildet werden kann, aber immerhin ein Eiweiß, das nahezu identisch wirkt. Produkte: z. B. „Solution Power Eye Glow Augencreme“ von Laveré mit Phytokollagen, 15 ml ca. 33 Euro; „Corps d’Exception Körpercreme“ von Thalgo* mit Algenhormonen, 200 ml ca. 138 Euro; „Fluidum Emulsion Tag“ von Tautropfen mit Braunalgen, 30 ml ca. 14 Euro; „Me Time Anti-Aging Moisturizer“ von Voya mit Braunalgen, 50 ml ca. 70 Euro.

Was ist anders an ökologischer Algen-Ernte?

Ozean
© Thinkstock
Umweltschutz: Der Ozean muss geschützt werden
Glück kann man nicht kaufen. Aber eine etwas heilere Welt! Immer mehr Kosmetikhersteller gewinnen deshalb ihre marinen Wirkstoffe umweltverträglich oder spenden Teile ihres Verkaufserlöses für den Schutz des Ökosystems Meer. Handarbeit Traditionell werden Algen von Schiffen aus geerntet, die die Pflanzen maschinell herausreißen. Ökologischer geht es, wenn man – wie der irische Kosmetikhersteller Voya – per Hand erntet und dabei nur das obere Drittel der Algen abschneidet. So können sie innerhalb weniger Wochen komplett nachwachsen. Anbau an Land Um unsere Meere zu schonen, züchten Firmen wie Daniel Jouvance oder La Prairie die Algen für ihre Kosmetik in Forschungszentren. So bleibt die Welt unter Wasser unangetastet. Außerdem finanziert ein Teil der Verkaufseinnahmen Projekte zum Schutz der Meere (siehe Interview) oder zur Erforschung von Algen als Nahrungsmittel gegen den Hunger in der Dritten Welt. Das „Bio-Meer“ Sie sind selten geworden, aber es gibt sie noch: Meeresabschnitte, in denen die Natur intakt ist. Werden sie zu „Biosphärenreservaten“ erklärt, dürfen sie nur umweltschonend genutzt werden. Bio-Beauty-Firmen wie Laveré und Tautropfen und beziehen ihre Algen z. B. aus solchen Reservaten in der Bretagne.

Mit Kosmetik das Meer retten?

VITAL: Warum ist das Meer so wichtig für unser Ökosystem Erde?

CÉLINE COUSTEAU: Allein die Tatsache, dass 71 Prozent unserer Erde durch Meer bedeckt ist, zeigt seine Bedeutsamkeit fürs Klima. Die Hälfte all unseres Kohlendioxids wird z. B. von Plankton und Muscheln neutralisiert. Außerdem regulieren die Ozeane einen Teil der Welttemperatur durch Verdunstung. Doch dieser Kreislauf gerät zunehmend aus dem Takt. Dagegen müssen wir was tun!

VITAL: Wofür verwendet die Ocean Futures Society das gespendete Geld?

CÉLINE COUSTEAU: Unter Wasser laufen die Umweltkatastrophen oft unsichtbar ab. Deshalb verwenden wir einen Großteil der Spenden zur Sichtbarmachung in Form von Dokumentarfilmen. Einer davon, der im Weißen Haus in Washington gezeigt wurde, hat z. B. bewirkt, dass ein Seegebiet vor Hawaii heute unter Naturschutz steht. Dort gibt es noch intakte Korallenriffe und viele seltene Fischarten.

VITAL: Der Kosmetikhersteller La Prairie z. B. spendet 1 Euro je verkaufte „Advanced Marine Biology Cream“ an OFS. Ist das nicht zu wenig für ein Produkt, das 154 Euro kostet?

CÉLINE COUSTEAU: Überhaupt nicht! Wenn 100.000 Cremes über den Ladentisch gehen, entspricht das doch einer Spende von stolzen 100.000 Euro! Hinzu kommt, dass die Ocean Futures Society durch die Aktion bekannter wird.

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