Zufriedener vom Friseur kommen Wie gut verstehen Sie Ihren Friseur?

Den gewünschten Haarschnitt exakt zu beschreiben kann eine haarige Angelegenheit sein. Wir haben unsere Experten gebeten, mal zu dolmetschen.

Wie gut verstehen Sie Ihren Friseur? Wie gut verstehen Sie Ihren Friseur? © iStock


Frauen und Friseure: Ein ewiges Missverständnis

Viele Frauen gehen mit weichen Knie zum Friseur, denn oft ist das Ergebnis leider nicht so wie gewünscht. Wenn die Haare verschnitten oder verfärbt sind, können sich wahre Dramen abspielen – und wenn man Pech hat, zahlt man dafür auch noch viel Geld. Aber warum gibt es beim Haareschneiden und Co. so viele Missverständnisse? Mache Frauen suchen ihr halbes Leben nach dem EINEN Friseur, der sie versteht und der es kann! Zum Teil liegt es wirklich an der Kommunikation – was Sie meinen und was der Friseur versteht – und umgekehrt – können manchmal zwei verschiedene Sachen sein. Wir haben daher unsere Experten um einen kleinen Sprachkurs in Sachen friseurisch gebeten: 

Das meint die Kundin

1. Länge behalten

Die Kundin sagt: „Einmal Spitzen schneiden.“

Der Friseur versteht: „Beim Spitzenschneiden geht es in erster Linie darum, trockene, poröse Enden zu entfernen, damit das Haar wieder gesund aussieht. Das können je nach Haarlänge gern einmal bis zu zehn Zentimeter sein.“

Das sollten Sie sagen: „Ich möchte die Länge beibehalten, bitte nur so viel wie nötig und so wenig wie möglich kürzen.“

2. Mehr Fülle

Die Kundin sagt: „Bitte einmal durchstufen.“

Der Friseur versteht: „Stufen bedeuten nicht gleich mehr Volumen. Es kommt darauf an, wie man die Stufen in welchem Bereich setzt. Vorsicht: Mehr Stufen heißen manchmal sogar auch weniger Volumen, weil die Längen dadurch ausgedünnt werden könnten.“

Das sollten Sie sagen: „Ich möchte mehr Volumen und Bewegung im Haar, gern durch ein paar Stufen.“

3. Softe Highlights

Die Kundin sagt: „Bitte einmal blond strähnen.“

Der Friseur versteht: „Die Kundin wünscht sich die klassische Folientechnik.“

Das sollten Sie sagen: „Wie von der Sonne geküsst mit einem weichen Farbverlauf. Der Ansatz sollte dunkler als die Spitzen sein.“ Dann weiß der Friseur, dass die Balayage-Technik gemeint ist.

4. Moderner Clavi-Cut

Die Kundin sagt: „Ich möchte einen Bob.“

Der Friseur versteht: „Das Haar auf Kinnlänge kürzen und klassisch über eine Rundbürste föhnen.“

Das sollten Sie sagen: „Die Haare bis zum Schlüsselbein schneiden und nach vorn länger auslaufen lassen. Die Kontur darf etwas fransig sein.“ Tipp: Bei besonderen Schnitten oder Färbungen besser als Beispiel ein Foto mitbringen, so sind Sie auf der sicheren Seite.

5. Mal was Neues

Die Kundin sagt: „Ich habe Lust auf eine große Veränderung.“

Der Friseur versteht: „Klasse, jetzt habe ich freie Hand und kann endlich mal eine Kurzhaarfrisur umsetzen ...“

Das sollten Sie sagen: „Ich möchte meinen Typ mehr betonen, was könnte mir stehen?“ Danach Vorschläge gemeinsam erarbeiten und dann zusammen entscheiden, was für ein Umstyling möglich ist.

Das meint der Friseur

1. Mehr Pflege

Der Friseur sagt: „Ihr Haar ist ganz schön angegriffen, darf es nach dem Waschen noch etwas Pflege sein?“

Das bedeutet es: Die Intensivkur, die der Friseur vorschlägt, kostet sicher extra. Fragen Sie deswegen direkt nach, auf wie viel sich die Pflege beläuft. Das könnten je nach Salon nämlich schon mal bis zu 20 Euro sein.

2. Kritik äußern

Der Friseur sagt: „Ich zeige Ihnen die Frisur gern noch mal im Spiegel von hinten. Sind Sie zufrieden?“

Das bedeutet es: Jetzt ist der richtige Zeitpunkt, um anzumerken, ob es wie gewünscht geworden ist. Wenn nicht, bitte kommunizieren. So hat der Stylist die Chance, es sofort zu korrigieren.

3. Stylen

Der Friseur sagt: „Haben Sie heute Abend noch etwas vor? Soll ich beim Styling darauf eingehen?“

Das bedeutet es: Achtung, jetzt könnte er beim Frisieren in die Vollen gehen – etwa viel Produkt, wilde Locken, extrem geglättet oder auf Volumen geföhnt. Wenn Sie es lieber natürlich wünschen, jetzt äußern.

4. Neue Technik

Der Friseur sagt: „XXL-Bangs würden bei Ihrem Gesicht toll aussehen!“

Das bedeutet es: Auch wenn Sie vielleicht verstanden haben, dass der Stylist einen extralangen Pony meint – bitten Sie ihn, den Begriff genau zu erklären, um Missverständnisse auszuschließen.

5. Farbe richtig benennen

Der Friseur fragt: „Was ist Ihr eigentlicher Naturton?“

Das bedeutet es: Der Coiffeur versucht, Ihre ursprüngliche Haarfarbe zu ermitteln – nur so kann er abschätzen, wie Ihre Haare eine neue Coloration aufnehmen. Egal ob Rot, Aschblond oder Grau: Beschreiben Sie Ihre Haarfarbe präzise. Tipp: Wenn Ihre natürliche Haarfarbe so gut wie gar nich mehr zu erkennen ist, dann bringen Sie ein Foto mit. Denn: Was Sie beispielsweise als Dunkelblond bezeichnen würden, ist für die meisten Friseure ein Mittelblond.

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