Diabetes-Diät – so gelingt Abnehmen mit Diabetes

Diabetes-Diät – so gelingt Abnehmen mit Diabetes

Übergewicht ist ein entscheidender Risikofaktor für Diabetes mellitus. Bei diagnostizierter Zuckerkrankheit stellt die Gewichtsreduzierung ein wesentliches Ziel dar. Die Diabetes-Diät trägt dazu bei, die Blutzuckerwerte unter Kontrolle zu bringen. Doch vielen Betroffenen fällt das Abnehmen schwer. Wie Sie das ändern, erfahren Sie hier.

Frau in Blau misst Taillenumfang
© B. Boissonnet/BSIP/Corbis

Gibt es eine empfohlene Ernährung bei Diabetes?

Das hängt ganz vom Einzelfall ab. Pauschale Verzehrvorgaben für die Hauptnährstoffe (Kohlenhydrate, Fette und Eiweiße) gibt es heutzutage nicht mehr. (1) Auch wenn Sie zuckerkrank sind, dürfen Sie Ihre Ernährung nach Ihren Vorlieben relativ frei gestalten. Die eine mag auf Kohlenhydrate verzichten (Low Carb), der andere schwört auf fettreduzierte Lebensmittel (Low Fat). Kurzfristige Vorteile zum Abnehmen mit Diabetes bietet eine kohlenhydratarme Ernährung.(2) Auch die mediterrane Kost mit überwiegend pflanzlichen Lebensmitteln, viel Gemüse, Hülsenfrüchten, Nüssen, Fisch und Olivenöl ist eine gute Wahl bei Diabetes. (3)

Diabetes-Diät: Hauptsache energiereduziert

Einig sind sich die Experten darin, dass eine Gewichtsreduktion bei Übergewicht und Diabetes den Stoffwechsel erheblich bessert und damit Folgeerkrankungen vorbeugt. (4) Für den Abnehmerfolg ist letztlich immer das Kaloriendefizit (geringere Energieaufnahme als -verbrauch) entscheidend. Das gilt unabhängig davon, ob die eingesparten Kalorien aus Kohlenhydraten wie Nudeln und Getreide oder Fetten wie Käse oder Wurst kommen.

Bei beiden Nährstoffen gibt es aber Diätsünden. Die Qualität macht den Unterschied. Gummibärchen und Obst sind beide kohlenhydratreich – der Fruchtzucker in Beeren und Kiwi stellt aber natürlich die weitaus bessere Variante dar. Pflanzliche Fette wie Rapsöl, Olivenöl oder Nüsse sind wertvoller als die tierischen Vertreter aus Fleisch, Wurst und Käse. Ausnahmen bestätigen die Regel: Einmal die Woche fettreicher Fisch wie Lachs ist ratsam und der pflanzlichen Kakaobutter (Schokolade!) vorzuziehen!

Lohnenswert: Diabetes-Diät zur Gewichtsabnahme

Das Ziel der richtigen Ernährung mit Diabetes ist ein gut eingestellter Blutzuckerspiegel und damit die Vermeidung von Folgekrankheiten. Wenn Sie zuckerkrank sind, ist Abnehmen das A und O. In der Folge verbessern sich so Insulinwirkung und Kohlenhydratstoffwechsel.

Zur Linderung der Beschwerden wird adipösen Patienten empfohlen, etwa 15 Prozent Gewicht abzunehmen. (5) Die Ernährungs- und Lebensstiländerung kann zur Normalisierung der Blutzuckerwerte beitragen. Maßgeblich für den Erfolg ist ein möglichst früher Beginn der Diabetes-Diät. Forscher stellten den Effekt bis zu sechs Jahre nach Diagnose fest. (6)

Jedes Kilo Gewichtsverlust bringt positive gesundheitsfördernde Effekte. (7) Bereits bei einer Gewichtsabnahme von fünf Prozent sehen Mediziner einen günstigen Einfluss auf die Blutzuckerspiegel sowie auf andere begleitende Erkrankungen wie Bluthochdruck und Fettleber. (8)

Warum Abnehmen mit Diabetes so schwer ist

Diabetes ist eine chronische Stoffwechselkrankheit. Die Bauchspeicheldrüse schüttet dabei vermehrt Insulin aus. Das Hormon reguliert die Aufnahme des Zuckers in die Zellen und sorgt bei gesunden Menschen für normale Blutzuckerwerte.

Bei Typ-2-Diabetes sprechen die Körperzellen nur unzureichend auf das Hormon an. Als Folge steigt der Blutzuckerspiegel weiter an und der Organismus produziert noch mehr Insulin. Je nach Mahlzeitenmuster zirkuliert so fast ununterbrochen Insulin im Blut. Das hemmt den Fettabbau und es entsteht ein Teufelskreis, der das Abnehmen mit Diabetes erschwert.

Besonders Patienten, die eine Insulintherapie erhalten, bemerken dann oft, dass durch die Insulingabe die Herausforderung, Gewicht zu verlieren, noch großer ist.

Diabetes-Diät – so durchbrechen Sie die Insulinresistenz

Werden Kohlenhydrate nicht durch körperliche Aktivität verbrannt, lagern sie sich als Fettpolster an innere Organe an und beeinträchtigen den Stoffwechsel. Die Zuckerverbrennung erreichen Sie ganz hervorragend mit Bewegung und Sport. Denn dabei werden zur Energiegewinnung Kohlenhydrate verbraucht.

In der Folge senkt das den Blutzucker- und Insulinspiegel. Niedrige Werte des Hormons sind notwendig für eine erfolgreiche Diabetes-Diät. Zudem optimiert die Muskelaktivität die Insulinwirkung. Selbst schnelles Spazierengehen nach dem Essen verbessert das Blutzuckerprofil und hilft so auf dem Weg zum Wunschgewicht. Schnüren Sie Ihre Wanderschuhe und laufen Sie dem Diabetes davon!

Um die Fettverbrennung anzukurbeln, sind längere Pausen zwischen den Mahlzeiten empfehlenswert. Bei der Essensplanung sollten Sie berücksichtigen, dass sich die Insulinempfindlichkeit je nach Tageszeitpunkt unterscheidet. Morgens ist die Wirkung am höchsten, abends und nachts schwächer. Das erklärt, warum spätes Abendessen oder der Mitternachts-Snack kontraproduktiv in der Ernährung bei Diabetes sind. Experten empfehlen regelmäßige Mahlzeitenmuster, gleichmäßig über den Tag verteilt, einschließlich Frühstück. (9)

Vorteilhafte Lebensmittel in der Ernährung bei Diabetes

Essen Sie viel Gemüse und Hülsenfrüchte (Bohnen, Erbsen Linsen), denn die enthaltenen Ballaststoffe senken den Blutzucker. (10) Genießen Sie die doppelte Portion Gemüse und Salat und reduzieren Sie dafür sehr stärkehaltige Beilagen wie Nudeln, Reis oder Kartoffelprodukte.

Vollkornprodukte gehören zum Abnehmen mit Diabetes dazu. Hafer liefert einen besonders günstigen Ballaststoff – das Beta-Glucan. Er vermag die Insulinempfindlichkeit zu verbessern und ist somit ein überaus geschätzter Bestandteil jeder Diabetes-Diät. (11) Spezielle Hafertage können die Insulinresistenz durchbrechen.

Eine eiweißhaltige Ernährung hält länger satt und verringert den Insulinbedarf. Fisch, weißes Fleisch, Quark und Hülsenfrüchte dürfen daher bei Diabetes regelmäßig auf dem Speiseplan stehen. Setzen Sie außerdem immer auf frische Lebensmittel, statt verarbeiteten Produkten.

 

Quellen:

(1) Deutsche Diabetes Gesellschaft (DDG): Stellungnahme des Ausschuss Ernährung der DDG zum Consensus Report: Nutrition Therapy for Adults with Diabetes or Prediabetes. https://www.deutsche-diabetes-gesellschaft.de/fileadmin/user_upload/06_Gesundheitspolitik/01_Stellungnahmen/2019/20190927_Ausschuss_Ernaehrung_DDG_Stellungnahme_zu_den_ADA_Ernaehrungsempfehlungen.pdf (abgerufen am 09.04.2022).

(2) Skurk, Thomas u. a., für den Ausschuss Ernährung der DDG: Empfehlungen zur Ernährung von Personen mit Typ-2-Diabetes mellitus. In: Diabetologie 2021; 16 (Suppl 2): S. 258.

(3) ebd. S. 259.

(4) ebd. S. 256.

(5) ebd.

(6) Deutsche Gesellschaft für Ernährung: DiRECT-Studie: Lebensstilintervention kann Diabetes mellitus Typ 2 rückgängig machen. URL: https://www.dge.de/wissenschaft/weitere-publikationen/fachinformationen/direct-studie/ (09.04.2022).

(7) Aberle, Jens u. a.: Adipositas und Diabetes. In: Diabetologie 2021; 16 (Suppl 2): S290–S298. DOI:10.1055/a-1515-8779.

(8) ebd.

(9) Deutsche Diabetes Gesellschaft (DDG): Gibt es eine optimale Mahlzeitenfrequenz und ein optimales Mahlzeitentiming? URL: https://www.deutsche-diabetes-gesellschaft.de/fileadmin/user_upload/01_Die_DDG/03_Ausschuesse/02_Ernaehrung/20190926_DDG-Stellungnahme_meal_timing_frequency_042017.pdf (10.04.2022).

(10) Aberle, Jens u. a.: Adipositas und Diabetes. In: Diabetologie 2021; 16 (Suppl 2): S. 290-298. DOI:10.1055/a-1515-8779.

(11) Remppis, Bjoern Andrew/Morcos, Michael: Hafertage zur Entlastung des Stoffwechsel. In: Diabetes mellitus – Aktuelles zu Ernährung, Prävention und Therapie. 2021 Verband für Ernährung und Diätetik (VFED).

 

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