Sind Sie hochsensibel? Daran erkennen Sie es

Sind Sie hochsensibel? An diesen Anzeichen können Sie es erkennen

Unter Hochsensibilität versteht die Psychologie Menschen, die besonders stark auf Reize reagieren. Wir verraten Ihnen, an welchen Anzeichen Sie erkennen, ob Sie betroffen sind und geben Tipps für den richtigen Umgang.

Hochsensibilität erkennen
© Edu Grande on Unsplash
Hochsensibilität erkennen

Straßenlärm, laute Musik oder helles Licht machen Sie wahnsinnig? Vielleicht sind Ihnen auch Menschenansammlungen schnell zu viel? Reagieren Sie sehr empfindlich auf äußere Reize wie diese, könnte es sein, dass Sie hochsensibel sind.

Was ist Hochsensibilität?

Wichtig voranzustellen ist, dass es sich bei der Hochsensibilität nicht um eine Krankheit handelt. Vielmehr wird damit eine besondere Art der Reizverarbeitung im Nervensystem bezeichnet. Der Begriff stammt von der US-amerikanischen Psychologin Elaine Aron aus den 1990er Jahren.
Laut Schätzungen sind etwa 20 Prozent der Bevölkerung hochsensibel – nehmen also Reize aus der Umgebung übertrieben stark wahr. Gleichzeitig sind Betroffene sehr feinsinnig und fühlen mit einem hohen Maß an Empathie mit ihren Mitmenschen.

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Anzeichen: Daran erkennen Sie Hochsensibilität

Wer hochsensibel ist, leidet häufig an Reizüberflutungen, etwa an Geräuschen, Gerüchen oder Licht. Betroffene fühlen sich schnell gestresst, wenn sie sich in öffentlichen Räumen oder Menschengruppen befinden.

Bin ich hochsensibel? Diese Anzeichen gibt es:

Gerüche, Geräusche oder helles Licht werden als störend bis unerträglich empfunden
verstärkte Schmerzwahrnehmnung
Neigung zu Erschöpfung und Überforderung
Konflilktscheu
Schwierigkeiten beim Multitasking
Große Sorgfalt, Gewissenhaftigkeit und Gründlichkeit biem Erledigen von Aufgaben
Bevorzugen des Alleinseins
Nachdenklichkeit
Introvertiertheit
Schreckhaftigkeit
Prüfungsangst/Nervosität bei Beobachtung

Treffen mehrere dieser Anzeichen auf Sie zu, ist die Wahrscheinlichkeit hoch, dass Sie hochsensibel sind.

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Diagnose

Bei Hochsensibilität handelt es sich nicht um eine Krankheit, sodass eine konkrete Diagnose umstritten ist. Jedoch gibt es Methoden (z.B. durch Untersuchungen mit MRT), die nahelegen, dass bestimmte Hirnregionen bei Hochsensiblen stärker aktiviert sind.
Klar belegt ist, dass Menschen generell verschieden stark auf Reize reagieren können.
Um eine Hochsensibilität zu diagnostizieren, wird momentan vor allem ein Fragebogen verwendet, anhand dessen die aktuelle Situation des Betroffenen eingeschätzt wird.

Hochsensibilität: So gehen Sie damit um

Sie oder jemand aus Ihrem Umfeld ist hochsensibel? Versuchen Sie, diese besondere Charaktereigenschaft zu akzeptieren und gar schätzen zu lernen.

Akzeptanz

Akzeptieren Sie, dass Sie hochsensibel sind. Es handelt sich dabei um einen Charakterzug, der Sie einzigartig macht und zu Ihrer Persönlichkeit gehört – genau wie alles andere an Ihnen. Auch, wenn hochsensible Personen von außen als ungesellig oder kompliziert empfunden werden – stehen Sie dazu! Es ist völlig in Ordnung, dass Sie gewisse Situationen überfordern – jeder hat diese in bestimmten Bereichen seines Lebens. Je offener Sie damit umgehen, desto mehr Verständnis werden Sie ernten.
Nehmen Sie sich Zeit für sich, ohne sich völlig abzukapseln. Wenn Sie mit Freunden und Verwandten sprechen, finden Sie gemeinsam sicher ein gutes Mittelmaß.

Selbstliebe

Nicht nur in Bezug auf Hochsensibilität – das Thema Selbstliebe ist aktuell wie nie zuvor. Lernen, sich selbst zu lieben, das klappt in der Regel nicht von heute auf morgen. Lassen Sie sich Zeit und seien Sie nicht zu streng mit sich. Vergleichen Sie sich nicht zu sehr mit anderen – jeder Mensch ist verschieden und hat unterschiedliche Bedürfnisse und Voraussetzungen.
Spielen Sie Ihre Empfindungen auf keinen Fall herunter! Hochsensibilität existiert und ist ein Teil von Ihnen. Fokussieren Sie sich auf die positiven Seiten, wie etwa Ihr starkes Einfühlungsvermögen und Ihre Empathie – für die Sie garantiert bei Ihren Freunden oder Ihrem Partner sehr beliebt sind.

Sich der Hochsensibilität stellen

Bei der Hochsensibilität handelt es sich nicht um eine Phobie, etwa einer Flugangst, der Sie sich in diesem Sinne stellen und darüber hinwegkommen könnten. Laut der Psychologin Elaine Aron handelt es sich bei Hochsensibilität eher um eine Charaktereigenschaft, die man nicht ablegen kann. Dennoch können Sie Ihr Reizempfinden etwas herabsetzen, indem Sie betroffene Situationen trainieren.
Verkriechen Sie sich also nicht in Ihren vier Wänden, sondern stellen Sie sich den stressigen Situationen. Setzen Sie sich Ihren Triggern beispielsweise einmal pro Woche aus, je nachdem, wie stark Sie empfinden und wie viel Erholungszeit Sie benötigen. Gönnen Sie sich im Anschluss unbedingt Ruhe und Auszeit. Mit der Zeit werden Sie lernen, besser mit solchen Situationen umgehen zu können.

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