Corona: Tipps zur Geldanlage in Krisenzeiten

Geldanlage in Krisenzeiten: Die besten Börsen-Tipps während Corona

Sie haben angefangen, Geld an der Börse zu investieren und nun steht alles auf rot? Gerade für Neulinge ist der Blick ins Wertpapierdepot zu Krisenzeiten alles andere als beruhigend. Anke Pauli, die Gründerin des Finanzportals geldfreundinnen.de, beschäftigt sich bereits seit vielen Jahren mit Finanzthemen. Ihr Geld hat sie u.a. langfristig an der Börse investiert und kann hierzu Tipps geben, wie man in unruhigen Zeiten mit der Geldanlage umgehen sollte.

Geldanlage in Krisenzeiten
© Adobestock
Geldanlage in Krisenzeiten: Die besten Börsen-Tipps während Corona

Momentan durchleben wir mit Covid-19 eine noch nie in solcher Form dagewesene Krise. Viele mussten auf Homeoffice umstellen, Eltern versuchen Arbeit und Kinderbetreuung sowie Homeschooling unter einen Hut zu bekommen, einige Selbstständige müssen gar um ihre Existenz fürchten. Und beim Einkaufen sowie in Bus und Bahn müssen wir vielerorts nun fortan einen Gesichtsschutz tragen.

Die Krise spiegelt sich auch an der Börse wieder

Auch an den Börsen geht es rauf und runter. Der Deutsche Aktienindex - kurz DAX - misst die Wertentwicklung der 30 größten börsengehandelten Unternehmen in Deutschland. Seit Beginn der Corona-Pandemie büßte er deutliche Verluste ein und lag Mitte März 2020 gar bei unter 9000 Punkten. Vor Beginn der Krise im Februar sah das noch ganz anders aus - hier lag er noch bei weit über 13.000 Punkten.
Wer an der Börse investiert hat und in solchen Zeiten einen Blick in sein Wertpapierdepot wirft, wird dies sehr wahrscheinlich mit einem dicken Minus vorfinden. Gerade für BörseneinsteigerInnen ist dies ein Anblick, der die Nerven strapaziert. Es scheint, als würde sich das investierte Geld auf einmal in Luft auflösen.

Wie geht man jetzt also mit seinem Geld um, das z.B. in Aktien, Fonds oder ETFs angelegt ist?

Zu allererst gilt: Keine Panik und Ruhe bewahren

Das Minus im Depot bzw. der negative Betrag, der dort zu sehen ist, stellt selbst noch gar keinen Verlust dar. Es handelt sich erst einmal nur um einen virtuellen Verlust. Erst wenn Sie Ihre Aktien-, Fonds- oder ETF-Anteile verkaufen - und das zu einem niedrigeren Kurs als zu dem Kurs zu dem Sie sie gekauft haben - erleiden Sie einen Verlust.
Das gleiche gilt im übrigen auch andersherum - Gewinne erzielen Sie bei steigenden Kursen erst, sobald Sie Ihre Anteile verkaufen. Davor sind sie rein virtueller Natur.
Sollten Sie auf Ihr investiertes Geld in der aktuellen Situation nicht zugreifen müssen, ist es sinnvoller, die Krise auszusitzen und investiert zu bleiben.

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Eine Krise als Chance nutzen

Wer über Geldreserven verfügt, kann Krisen in Bezug auf die Geldanlage auch als Chance sehen. Wertpapiere können somit oft zu wesentlich niedrigeren Preisen gekauft werden als noch Monate zuvor zu teils Höchstpreisen. Nachkäufe oder auch ein Neueinstieg an der Börse kann sich langfristig lohnen.
Bei Einzelaktien sollte das Unternehmen, in das man investieren möchte, jedoch gut ausgewählt werden. Bei jeder Krise gibt es Gewinner und Verlierer, so werden manche Branchen stärker von einer Krise betroffen sein als andere und manche wiederum werden sogar Zuwächse verzeichnen.
Den Notgroschen sollten wir hierfür übrigens nicht antasten, auch wenn das bei niedrigen Kursen für manche AnlegerInnen verlockend sein mag. Gerade in Krisenzeiten ist ein gutes Finanzpolster wichtiger denn je, um diese Zeiten entspannt überbrücken zu können.

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ETFs zur Risikostreuung durch Diversifikation und Zeit

Eine gute Möglichkeit bei der Geldanlage an der Börse - gerade auch für EinsteigerInnen - bieten ETFs.

ETF steht für Exchange Traded Funds - auf deutsch Passive Indexfonds. Sie bilden einen Index nach, beispielsweise den DAX oder den noch breiter aufgestellten Index MSCI World und beinhalten einen ganzen Topf an Wertpapieren. Mit einem entsprechend großen Index lassen sich Risiken auf diese Weise noch einfacher verteilen wie bei Einzelaktien.
Zudem sind ETFs kostengünstig und man kann bereits mit sehr kleinen Beträgen starten.

ETF-Anteile werden wie Aktien-Anteile gekauft. Man hat hier die Möglichkeit, über Einmalanlagen oder auch über regelmässiges Sparen mit sogenannten Sparplänen zu investieren. Wer zum Beispiel regelmässig über einen ETF-Sparplan Geld anlegt, profitiert in der Krise doppelt. Einmal eingerichtet, braucht man sich gar nicht weiter um das Investieren zu kümmern. Mit einem Sparplan erfolgt das Sparen dann ganz automatisch und erfordert keine Disziplin. In der Krise erhalten wir bei niedrigen Kursen dann sogar noch mehr Anteile als bei hohen Kursen.
Ein Pausieren eines Sparplans in Krisenzeiten wäre deshalb auch nicht sinnvoll, sondern sollte möglichst weiterlaufen, vorausgesetzt natürlich man benötigt das Geld nicht. Wer Geld zum Investieren verfügbar hat, sollte hier besser die Gelegenheit nutzen und den Sparbetrag entsprechend erhöhen.

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Ein langer Atem an der Börse zahlt sich aus

Eine Studie des Deutschen Aktien Instituts, das sogenannte Renditedreieck, belegt, dass sich das Investieren in Aktien auf lange Sicht lohnt. Die Studie stellt dar, dass wer beispielsweise seit 1995 DAX-Aktien kaufte und diese bis Ende 2010 hielt, erzielte in diesem Zeitraum durchschnittlich eine jährliche Rendite von 7,8 Prozent. Eine Rendite, von der SparbuchbesitzerInnen nur träumen können.

Langfristig gesehen gehen wir davon aus, dass sich die Märkte wieder erholen werden. Wer in Einzelaktien investiert, muss je nach Unternehmensbranche einen längeren Atem haben, denn manche Branchen werden gewiss eine längere Zeit benötigen, bis sie sich wieder ganz berappelt haben.
Wie lange es dauern wird, bis sich die Märkte wieder ganz erholt haben, kann noch niemand sagen, das ist derzeit noch nicht abzuschätzen.

Auch bei den zuvor genannten ETFs gilt es, einen langen Zeithorizont von mindestens 10 Jahren oder mehr mitzubringen. Denn gerade über den langen Zeitraum brauchen wir uns auch bei Krisen keine Sorgen zu machen, denn nach jeder Krise kommt irgendwann auch wieder ein Aufschwung.

Also, keine Angst vor roten Zahlen im Depot:

  • Bleiben Sie ruhig, tätigen Sie keine Panikverkäufe
  • Das Minus im Depot ist nur ein virtueller Verlust, solange Sie nicht verkaufen
  • Nutzen Sie die Krise, um Ihre Investitionen ggfs. auszubauen mit Bedacht auf die Branchenauswahl
  • Nutzen Sie ETFs oder ETF-Sparpläne, um diversifiziert und günstig langfristig Geld anzulegen

Anke Pauli ist Gründerin des Finanzbildungs-Portals www.geldfreundinnen.de, mit dem sie Frauen nicht nur ermutigen möchte, die Finanzen in die eigene Hand zu nehmen, sondern auch zeigen möchte, dass Finanzen Spaß machen können! Unterstützt wird sie hierbei von weiteren Fachfrauen, die ihre Mission teilen.

Haftungsausschluss: Aktien, ETFs, Fonds und andere Wertpapiere sind immer mit Risiken behaftet. Dieser Artikel sowie die Hinweise und Informationen stellen keine Anlageberatung oder Empfehlung dar. Sie wurden nach bestem Wissen und Gewissen aus öffentlichen Quellen übernommen. Alle zur Verfügung gestellten Informationen (alle Gedanken, Prognosen, Kommentare, Hinweise, Ratschläge etc.) dienen allein der Bildung und der Unterhaltung. Eine Haftung für die Richtigkeit kann in jedem Einzelfall trotzdem nicht übernommen werden.

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