Gesundheit: Warum wir nicht mehr glücklich sind

Diese Faktoren machen uns heutzutage unglücklich

Mal ehrlich: Geht es Ihnen gut? Sprühen Sie vor Energie, fühlen Sie sich fit und glücklich? Wenn ja – perfekt, denn so wünscht man sich das ja. Aber irgendwas läuft nicht rund, denn unsere Psyche ist heute mehr denn ja aus dem Gleichgewicht. Gründe, warum wir überfordert und unglücklich sind!

Immer mehr Menschen sind von Burnout betroffen, depressiv oder haben chronische Krankheiten. Was stimmt nicht mit uns? Ganzheitlich denkende Mediziner sind der Meinung: Wir haben unsere Balance verloren. Denn unsere Gefühle und Bedürfnisse stehen oft in krassem Gegensatz zu unseren äußeren Lebensumständen. Und genau dieses Ungleichgewicht ist problematisch.

Psychische Belastungen

Laut Weltgesundheitsorganisation (WHO) werden die Menschen zwar immer älter, aber auch immer häufiger krank. Was wie ein Widerspruch klingt, ist in Wirklichkeit keiner. Denn die Medizin ist inzwischen so weit, dass wir dank Medikamenten und Apparatemedizin mit vielen Herz-Kreislauf-Erkrankungen und Diabetes leben können. Trotzdem sind wir oft weit davon entfernt, fit zu sein – von glücklich ganz zu schweigen.

Dabei hat sich in den vergangenen Jahrzehnten viel verändert. Während vor 100 Jahren vor allem Infektionen, etwa mit Tuberkulose, die Menschen bedrohten, sind es inzwischen Wohlstandskrankheiten. Allein von Diabetes sind nach Angaben des Robert Koch-Instituts 7,2 Prozent aller Deutschen betroffen. Und es werden mehr. Auch wenn wir daran nicht notwendigerweise sterben, so leidet doch unsere Lebensqualität darunter.

Wie Stress sich auf unsere Gesundheit auswirkt

Mehr Krankschreibungen

Ein Indikator für eine schlechtere Life-Health-Balance ist der Anstieg von Krankmeldungen. Laut einer Studie der Deutschen AngestelltenKrankenkasse (DAK) erhöhte sich die Zahl der Arbeitsunfähigkeitstage zwischen 2006 und 2016 von 11,5 auf 17,4 – also um mehr als 50 Prozent. Die häufigsten Gründe sind Rückenprobleme und psychische Leiden. Innerhalb der vergangenen zwei Jahrzehnte haben sie sich sogar mehr als verdreifacht.

Warum aber haben ausgerechnet diese Krankheiten derart zugenommen? Eine Antwort ist, dass uns unser Lebensstil stresst und dadurch krank macht. Es ist oft eine Mischung aus zu viel Arbeit, zu wenig Bewegung und einer ungesunden Ernährung. Was den Faktor Arbeit betrifft, so sagt der DAK-Gesundheitsreport, dass die psychischen Anforderungen im Job hierzulande besonders hoch sind. Stress bereitet es der Studie zufolge vor allem, wenn Arbeitnehmer verschiedene Aufgaben gleichzeitig betreuen, also multitasken müssen, unter hohem Termin- und Leistungsdruck stehen, oft unterbrochen werden, sehr schnell arbeiten müssen oder unter Monotonie leiden.

Einseitigkeit von Energien

Dieser Stress begünstigt gleichzeitig einen weiteren Faktor, der uns aus dem Gleichgewicht bringt. Professor Albrecht Hempel, Kardiologe aus Dresden und Autor des Buches „Gesundheit ist auch Gefühlssache“ (ZS Verlag) erklärt: „Wir ignorieren viel zu oft unsere Emotionen. Dabei senden sie uns wichtige Botschaften über unsere Gesundheit.“ Dieser Meinung ist auch Robert Betz, Psychologe und Coach. Er sagt: „Jeder versteht, dass wir zwei Körperseiten haben, eine linke und eine rechte. Und dass, wenn der Körper stabil stehen soll, kein Bein wichtiger als das andere ist. Genauso gibt es ein Gleichgewicht zwischen innen und außen.“ Viele Menschen seien jedoch überwiegend auf das Außen konzentriert.

Dort gehe es vor allem darum, aktiv zu sein. „Viele haben sich im Machen, Tun und Denken verloren – und sind dadurch aus ihrer Mitte gekippt. Wir haben gelernt, die aktive Seite überzubetonen und Gefühle abzuwerten“, so Betz. Die Folge: „Viele Menschen leben so, als würden sie montags einatmen und freitagabends ausatmen“, sagt der Psychologe. Diese Einseitigkeit von Energien mit Betonung auf Erfolg führe jedoch oft zum Burnout. Professor Hempel nennt einen weiteren Punkt: „Unterschwellig befürchten wir, dass Geld in der Gesellschaft wichtiger ist als unser Wert als Mensch. Dies geht am eigentlichen Leben vorbei – und darunter leiden wir.“

Zugang zu uns selbst

Dadurch, dass wir uns über äußere Werte definieren, besteht die Gefahr, dass wir unsere innersten Bedürfnisse ignorieren – und damit ins Ungleichgewicht geraten. „Wir sind aber immer beides: stark und schwach, mutig und ängstlich. Und erst wenn beides da sein darf, sind wir in Balance“, sagt Robert Betz. Wie aber finden wir nun den Zugang zu unseren Gefühlen und Wege, um das innere Gleichgewicht wiederherzustellen? Dafür brauche es Muße, etwa in Form von regelmäßiger Meditation, sagt Professor Hempel. Außerdem lohne es sich, anderen Menschen gegenüber offen zu sein. „Etwa indem wir auch einmal sagen: ‚Mir geht es gerade nicht so gut.‘“ 

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