6. Mai 2012
Ursachen für Kopfschmerzen

Ursachen für Kopfschmerzen

Warum der BH Kopfweh machen kann und uns ein Kissen von Schmerzen befreit. Oft wird der Brummschädel nämlich durch ganz banale Dinge ausgelöst. Welche simplen Tricks schnell helfen.

Ursachen Kopfschmerzen
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Ursachen für Kopfschmerzen

Mut zur Bequem-Wäsche

„Mein Hüfthalter bringt mich um!“, klagte 1968 das Playtex-Model in der Fernsehreklame. In ihrem Bauch-weg-Korsett bekam sie nämlich kaum noch Luft. Das damals beworbene Stretch-Höschen plus Zauberkreuz-BH ließ sie zwar besser atmen. Möglicherweise bekam sie davon aber Kopfweh. Denn stramm sitzende Anti-Wackel-Träger von Büstenhaltern können auf die Blutgefäße drücken. Die Folge: Das Gehirn wird nicht mehr ausreichend mit Sauerstoff versorgt und reagiert mit ziehenden Schmerzen.

Der Anti-Kopfweh-Trick: Achten Sie darauf, dass Ihre BH-Träger nicht zu schmal sind und gut sitzen. Am besten im Fachgeschäft beraten lassen. Bequeme und modische Modelle gibt es übrigens zum Beispiel von der Marke Anita (www.anita.com).

Haarspray statt Klammern

Wenn der Zopf zu fest sitzt, merkt man’s nicht sofort. Erst nach ein paar Stunden reagiert der Kopf auf den Dauerzug. Das Gleiche passiert, wenn Haarklammern und -spangen, Stirnbänder oder Mützen drücken. Mit dem Schmerz signalisiert die Kopfhaut: „Lass locker, bitte!“

Die Anti-Kopfweh-Tricks: Wer schön sein will, muss nicht leiden. Verzichten Sie einfach auf Haargummis und binden Sie den Pferdeschwanz lässig mit einem Band zusammen. Mützen und Hüte kauft man lieber eine Nummer zu groß – und ist sparsam im Gebrauch von Haarklammern. Ihr Haarspray ist zu schwach? Probieren Sie zum Beispiel „Löwenmähne“ von got2be (gibt’s u. a. bei Douglas).

Ernährungs-Laster langsam loswerden

Nicht mehr naschen, mit dem Rauchen aufhören, weniger Cola trinken – das sind lauter gute Vorsätze, die wir unserer Gesundheit zuliebe umsetzen sollten. Am besten aber nicht von heute auf morgen. Unser Körper hat sich nämlich an die Genuss-Substanzen gewöhnt. Bekommt er sie plötzlich nicht mehr, kann er auf den Entzug mit Kopfschmerzen reagieren. Das passiert übrigens auch, wenn wir bei der Arbeit viel Kaffee trinken, am Wochenende aber auf Tee umsteigen. Koffein erweitert nämlich die Adern und erhöht die Durchblutung. Fehlt die gewohnte Aufputsch-Dosis, kommt der Blutfluss ins Stocken – und damit die Sauerstoffversorgung.

Der Anti-Kopfweh-Trick: „Entwöhnen Sie sich allmählich“, rät Professor Hartmut Göbel, ärztlicher Direktor der Schmerzklinik an der Uni Kiel. „Und trinken Sie während der Umstellung möglichst viel Wasser.“

Ein Gläschen für unser Gehirn

Haben Sie gewusst, dass Flüssigkeitsmangel die häufigste Ursache von Kopfschmerzen ist? Bei der sogenannten Dehydrierung wird dem Gehirn sozusagen der Hahn zugedreht. Es wird nicht mehr optimal mit Blut versorgt und protestiert.

Die Anti-Kopfweh-Tricks: Trinken Sie immer mal ein Glas – idealerweise Wasser oder ungesüßten Tee. Denn auf unser Bauchgefühl allein können wir bei der Flüssigkeitsversorgung nicht vertrauen. Wenn wir Durst spüren, hat der Körper nämlich schon leichten Wassermangel. Sie neigen dazu, das Trinken zu vergessen? Sie könnten in allen Räumen Wasserflaschen deponieren. Oder feste Rituale schaffen – zum Beispiel nach jedem Toilettenbesuch einen Schluck zu trinken. Auch große Gläser helfen. Die „verführen“ zu größeren Schlucken.

Am Schreibtisch Haltung bewahren

„Die meisten Bürostühle sind zu komfortabel“, sagt der Kölner Gesundheitswissenschaftler und Rückenspezialist Professor Ingo Froböse. „Wir merken darauf nicht, wie starr wir sitzen, und werden nicht angeregt, uns zu bewegen. Das kann zu Fehlhaltungen, Verspannungen und Kopfschmerzen führen.“

Der Anti-Kopfweh-Trick: „Werden Sie aktiv“, rät der Experte. „Und zwar so oft wie möglich. Besuchen Sie zum Beispiel Ihre Kollegen in den Nachbarbüros, statt sie anzurufen. Gehen Sie häufiger zum Kopierer. Wippen Sie jede Stunde ein paar Minuten auf einem Sitzball.“ Keine Zeit dafür? Dann lohnt es sich zumindest, in einen „3-D-Stuhl“ zu investieren: Das Modell „ON“ (im Fachhandel für Büromöbel) regt dazu an, sich im Sitzen nach vorn, hinten und seitwärts zu bewegen.

Auch mal in die Ferne schweifen

Verspannen können sich nicht nur Rücken, Schultern und Nacken, wenn man konzentriert auf den Bildschirm starrt. Auch die Augenmuskeln brauchen Bewegung, um locker zu bleiben. Besonders dann, wenn sie sich anstrengen müssen, weil man nicht scharf genug sieht. Oft hat der „Bürokopfschmerz“ darin seine Ursache.

Die Anti-Kopfweh-Tricks: Wann waren Sie zum letzten Mal beim Seh-Check? Weitsichtigkeit kann schon mit 35 beginnen. Zu einer Bildschirmarbeitsbrille geben Firmen sogar einen Zuschuss, wenn der Arzt die Notwendigkeit attestiert. Aber auch Adleraugen brauchen Pausen. Schauen Sie mindestens alle 30 Minuten eine Weile aus dem Fenster oder in die Ferne. Ein Online-Training für gutes Sehen gibt es kostenlos auf www.eye-refresh.de (auch als App im Apple-Store).

Gegen den Zyklus munter anrennen

Sie bekommen zwei Wochen nach der Regel immer Kopfschmerzen? Wahrscheinlich sind die Hormone schuld. Forscher der Uni Mainz fanden heraus: In dieser Zeit ist viel Östrogen im Blut, und das Gehirn produziert weniger schmerzlindernde Substanzen als sonst.

Der Anti-Kopfweh-Trick: „Steuern Sie mit Sport gegen“, empfiehlt Experte Professor Hartmut Göbel. „Leichtes Ausdauertraining kurbelt die Schmerzhemmung an.“

Beim Kissenkauf bescheiden werden

So gemütlich ein großes Kopfkissen ist, für die Halswirbelsäule kann es zur Qual werden. Knickt sie zu stark ab, kommt’s zu Verspannungen.

Der Anti-Kopfweh-Trick: Das Kissen sollte nicht größer als 40 x 80 cm sein. Vor dem Kauf im Geschäft testen, ob’s bequem ist.

Mineralien-Depots regelmäßig auffüllen

Studien zeigen: Magnesiummangel ist häufig Ursache von Migräne und anderen Kopfschmerzformen. Fehlt dieses Mineral, kann das den Gehirnstoffwechsel stören.

Der Anti-Kopfweh-Trick: Füllen Sie Ihre Speicher auf. Rezeptfreie Magnesium- Präparate (z.B. „Magnesium-Diasporal“ aus der Apotheke) wirken am besten, wenn man sie vor dem Schlafengehen nimmt.

Der Nase Urlaub gönnen

„Wie riecht’s denn hier?“ Oft können wir das gar nicht so genau feststellen, weil wir von einer ganzen Duftsinfonie umgeben sind: Die „Aprilfrische“ des Weichspülers vereint sich mit „Staubsauger-Deo Bambus“, und über allem liegt ein Hauch Raumspray „Elfentraum“. Sicher, Düfte können uns anregen, entstressen und sogar gesund machen. Zu viel davon kann aber das Gegenteil bewirken. Mehr als 3000 Substanzen stecken in den duftenden Alltags-Produkten. „Sie finden da den ganzen Zoo der Chemie“, beklagt der Toxikologe Dr. Hermann Kruse von der Uni Kiel, „ein Mix, der Gesundheitsschäden verursachen kann.“ Kopfschmerzen sind dabei noch harmlos. Auf Dauer können sich auch Allergien entwickeln.

Die Anti-Kopfweh-Tricks: Verbannen Sie chemische Düfte aus Ihrer Umgebung. Verzichten Sie vor allem auf Duftkerzen und -öle aus Billigproduktion. Kaufen Sie lieber ätherische Öle für die Aromatherapie (z.B. „Euminz“ gegen Kopfschmerzen), am besten in der Apotheke.

Richtig Biss bekommen

Au Backe, wenn die Zähne nicht gut stehen, kann der Schädel dröhnen. „Dann verspannen die Kaumuskeln“, so Professor Göbel. „Auch nächtliches Zähneknirschen kann auf diese Weise Kopfschmerz auslösen.“

Der Anti-Kopfweh-Trick: Sprechen Sie mit Ihrem Zahnarzt über Ihre Kopfschmerzen. Manchmal reicht es schon, die Zähne minimal abzuschleifen. Für den Knirsch-Stopp gibt es Beißschienen für die Nacht.

Per Hackenporsche zum Shoppen fahren

Seit wir in große Taschen verliebt sind, haben wir viele praktische Dinge zur Hand – von iPad bis Schraubenzieher. Unpraktisch allerdings, dass man mit einem vollen XXL-Shopper an der Schulter leicht in Schiefhaltung gerät, verspannt und Kopfschmerzen bekommt.

Der Anti-Kopfweh-Trick: Umpacken – am besten in einen Trolley. Der wird sowieso der nächste Trend. Designer Jean Paul Gaultier hat auf dem Pariser Laufsteg seine Models bereits mit „Hackenporsche“ ausgestattet.

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