Coronavirus Wie sinnvoll ist das Tragen von Einmalhandschuhen?

Viele Menschen greifen im Kampf gegen das Coronavirus zu Einweghandschuhen, weil sie sich dadurch, etwa beim Einkaufen, besser geschützt fühlen. Immer mehr Experten warnen jedoch vor ihrem Gebrauch. Wir verraten Ihnen, warum das so ist.

Coronavirus: Wie sinnvoll ist das Tragen von Einmalhandschuhen? Wie sinnvoll ist das Tragen von Einmalhandschuhen? © iStock

Im Supermarkt, am Geldautomaten oder beim Bäcker – überall sieht man derzeit Menschen, die Einmalhandschuhe tragen, um sich vor dem Coronavirus zu schützen. Viele Ärzte warnen jedoch vor der Nutzung.

Darum sollten Sie keine Einweghandschuhe tragen

  1. Sie vermitteln ein falsches Sicherheitsgefühl: Viele werden so dazu verleitet, die Handschuhe besonders lange zu tragen. Durch die lange Tragezeit sammeln sich aber  deutlich mehr Keime auf den Handschuhen, als auf regelmäßig gewaschenen Händen.
  2. Die Handschuhe bieten das perfekte Mikroklima für Keime: Da man unter Einweghandschuhen schnell schwitzt, herrscht dort das ideale Klima für Keime. Und werden die Handschuhe ausgezogen, haben es Viren noch leichter, den Körper anzugreifen.
  3. Einmalhandschuhe sind häufig porös: Der Gebrauch im Alltag verstärkt diesen Faktor nur noch. Untersuchungen haben bereits ergeben, dass die Handschuhe auch für Viren durchlässig sein können. Es wird also ein falsches Gefühl der Sicherheit vermittelt.
  4. Die Hautschutzbarriere wird angegriffen: Trägt man Gummi- oder Kunststoff-Handschuhe, kann das schädlich für die Haut sein. Die bereits erwähnte Feuchtigkeit, welche durchs Schwitzen unter den Handschuhen entsteht, kann die Schutzbarriere der Haut angreifen und obendrein Allergien auslösen.


Statt auf die Handschuhe sollte man lieber auf gründliches Händewaschen setzen.
Wichtig: Falls Sie doch einmal zu Einmalhandschuhen greifen, desinfizieren Sie sich unbedingt vor und nach dem Gebrauch die Hände.

Einmalhandschuhe in der Pflege 

Auch wenn Einmalhandschuhe für den Alltagsgebrauch nicht geeignet scheinen, für Fachkräfte im klinischen Bereich sind sie durchaus sinnvoll. Nicht nur um sich selbst zu schützen, sondern auch zum Schutz der Patienten. Einmalhandschuhe sind Bestandteil der Basishygiene in Arztpraxen und Kliniken, etwa wenn direkter Kontakt mit infektiösem Material stattfindet. In diesem Fall verhindern Handschuhe die Kontamination der Hände mit Infektionserregern.


Ein weiterer großer Unterschied ist, dass medizinisches Fachpersonal im richtigen Umgang mit Einweghandschuhen geschult ist. Das Personal weiß, wie man diese korrekt benutzt, sie an- und auszuzieht sowie fachgerecht entsorgt. Darüber hinaus kennt es sich aus, wie man die Hände nach dem Tragen von Einweghandschuhen richtig reinigt und pflegt.

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Datum: 14.05.2020

Autor: Ilka-Marie Hagenbücher

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