Traditionen Osterbräuche: Herkunft und Bedeutung

Vom Osterhase bis zum Eierfärben: Woher kommen unsere Osterbräuche und welche Hintergründe haben sie? Wir verraten, was hinter den Traditionen steckt.

Osterbräuche: Herkunft und Bedeutung Osterbräuche: Herkunft und Bedeutung © iStock

Osterbräuche und ihre Bedeutung

Ostern gehört mittlerweile zu einem beliebten Frühlingsfest, an dem Schokoladeneier gesammelt werden und Hühnereier bunt bemalt werden. Doch, was hat es eigentlich mit den Osterbräuchen auf sich? Wir erklären, welches die beliebtesten Osterbräuche sind und welche Bedeutung sie haben.

Das Ostereierfärben

Vorsichtig das Hühnerei anpieksen, um es dann auszublasen und anschließend bunt zu verzieren – das hat sicher jeder von uns schon einmal gemacht. Doch warum eigentlich?
Der Osterbrauch des Eierfärbens ist tatsächlich schon uralt – das Färben der Eierschalen geht sogar weiter zurück, als die christliche Tradition. Es ist nicht genau bewiesen, woraus dieser Brauch ursprünglich entstand. Fest steht aber, dass Eier in vielen Kulturen als Glücksbringer bekannt sind. Sie stehen als Symbol für Leben und Widergeburt. Rot gefärbte Eier wurden von den Christen als Symbol für die Auferstehung Jesu eingesetzt. Sie sollten an sein vergossenes Blut erinnern. Aus diesem etwas schweren Thema ist mittlerweile eine bunte, spaßige Oster-Aktion geworden, die Groß und Klein viel Freude bereitet!

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Die Ostereiersuche und der Osterhase

Der wohl größte Brauch unter den Osterbräuchen ist das Ostereiersuchen. Doch was haben Eier eigentlich mit dem christlichen Osterfest zutun? Über die Herkunft dieser Tradition gibt es mehrere Theorien.
Zum Einen wird vermutet, dass die Eiersuche aus dem Mittelalter stammt. Im Frühjahr mussten die Bürger ihre bäuerlichen Steuern an den Landesherren entrichten – dies geschah überwiegend in Form von Eiern und Hasen. Daher könnte eventuell auch die Verbindung zum Osterhase – dessen Ursprung ebenfalls ungeklärt ist – stammen.
Außerdem zählten Eier, genauso wie Fleisch, zu den luxuriösen Lebensmitteln, auf die während der Fastenzeit verzichtet wurde. Ab Ostern, wenn das Fasten vorbei ist, durften sie wieder verzehrt werden, weshalb es zu diesem Anlass reichlich Eier gab.
Warum ausgerechnet der Osterhase die Eier bringt, ist nicht erwiesen. Neben der mittelalterlichen Steuer liegt auch hier der Gedanke an Fruchtbarkeit und Leben nahe. Hasen bekommen im Frühjahr viele Junge und könnten deshalb als Symbol dafür gedeutet worden sein.

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Das Osterfeuer

Wer aus einer ländlichen Gegend kommt, kennt es vermutlich: Das traditionelle Osterfeuer am Karsamstag, Ostersonntag oder Ostermontag. Hier wird auf einem großen Haufen allerlei Altholz verbrannt, während man sich gemütlich drum herum versammelt. Doch die Geselligkeit ist nicht der Grund hinter dem Feuer. Tatsächlich gibt es sowohl einen christlichen als auch einen heidnischen Hintergrund. Laut christlichem Glauben steht das Feuer für die Auferstehung Jesu, während der heidnische Brauch das Osterfeuer als eine Art Fruchtbarkeitsritual betrachtet. Das Feuer soll den Winter vertreiben und die Asche vom Wind über die Felder verstreut werden.

Das Osterrad

Nicht ganz so bekannt, wie das Osterfeuer – trotzdem gehört die Tradition um das Osterrad auch zu diesem Brauch dazu. Ist das Osterfeuer fast abgebrannt, werden Wagenränder mit Stroh umwickelt und am Osterfeuer entzündet. Nun geht es mit dem Wagen durch die Ortschaft, um den Winter zu vertreiben und Licht zu verbreiten.

Die Osterkerze

Auch dieser Brauch zelebriert den religiösen Hintergrund, aus dem wir das Osterfest eigentlich feiern. Die Osterkerze steht für das Leben und wird im Christentum in der Nacht von Karsamstag auf Ostersonntag für Jesu Christi entzündet, der von den Toten auferstanden ist. Die meisten Osterkerzen werden nur noch in Kirchen angezündet und bleiben dann auf dem Altar stehen, wo sie bis Pfingsten immer wieder entzündet werden.

Das Osterwasser

Nur was für Hartgesottene: Dieser Osterbrauch stammt aus heidnischer Zeit, in der man Wasser besondere Heilkräfte zusprach. Frauen badeten am Morgen des Ostersonntag in einen Bach. Das Osterwasser sollte für Fruchtbarkeit und Schönheit sorgen.

Das Osterreiten

Das Osterreiten hat ebenfalls einen christlichen Hintergrund. Der Grund für den Ausritt am Ostersonntag liegt in der Verbreitung der Botschaft über die Wiederauferstehung Jesu Christi. Während des Osterritts werden Reiter und Pferde gesegnet.

Der Osterspaziergang

Viele Familien nutzen die freien Tage, um die frische Luft zu genießen, in geselliger Rund einen Spaziergang zu unternehmen und den Frühling willkommen zu heißen. Tatsächlich gibt es neben diesen angenehmen Gründen aber auch einen echten Hintergrund zum traditionellen Osterspaziergang. Auch „Emmausgang“ genannt, erinnert der Spaziergang an einen Marsch in die Stadt Emmaus. Zwei Jünger Jesu Christi wollten die Auferstehungsschilderung von Maria Magdalena nicht wahrhaben.

Das Eierwerfen

Ein bisschen Spiel und Spaß muss auch sein! Beim Eierwerfen werden hart gekochte Eier auf den Spaziergang mitgenommen und mit so wenig Würfen wie möglich zum Ziel gebracht – also quasi eine Art Osterversion von Boule.

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Datum: 14.3.2020

Autor: Silva Oldenburg

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