5. Januar 2021
Wie geht Selfcare, wenn man voll mit Babykotze ist?

Wie geht Selfcare, wenn man voll mit Babykotze ist?

Der Begriff Selfcare klingt für viele Neu-Mamas nach Lomi-Lomi-Massage, Latte Macchiato und Lavendelölbad. Also erstmal so gar nicht nach dem, was in den herausfordernden Alltag mit Windelzwerg passt. Dabei muss Selbstfürsorge nicht aufwendig sein, sondern passt auch ohne viel Schnickschnack in den Spucktuch-Kosmos. „Selfcare ist essentiell für uns Mütter“, wissen die FÜR SIE College Moderatorinnen Tanya Neufeldt und Camilla Rando. Die Gründerinnen des Netzwerks „Social Moms“ erklären, wie Mütter zwischen Stillhütchen, Schnullern und schlaflosen Nächten nachhaltig in Balance kommen und bleiben.

© Social Moms
Tanya Neufeldt (links) und Camilla Rando sind die Gründerinnen des Online-Magazins Social Moms und wissen, wie schwer der Spagat zwischen Familienmanagement und den eigenen Bedürfnissen sein kann. 

Der Hashtag Selfcare wird seit ein paar Jahren inflationär in den sozialen Netzwerken genutzt. Aber was bedeutet das Schlagwort eigentlich genau für uns Mütter?

Tanya: „Selfcare heißt erstmal, sich zu fragen, was ich im Moment brauche, damit es mir gut geht. Die Antworten darauf sind ganz unterschiedlich und individuell.“

Könnt ihr uns ein paar Beispiele nennen?

Camilla: „Oft sind es ganz kleine Sachen, wie Zeit in Ruhe ein Buch zu lesen, ein Bad zu nehmen und die Lieblingsmusik zu hören. Endlich mal Zeit für Sport zu haben, die Nägel zu lackieren oder das Lieblingsessen zu bestellen. Es kann aber auch eine Auszeit in der Natur, eine Reise oder das Freundinnen-Wochenende sein. Jeder muss sich einfach fragen, was für einen selbst den Unterschied im Wohlbefinden macht.“

Gibt es bei den vielen verschiedenen Selbstfürsorge-Maßnahmen einen kleinen, gemeinsamen Nenner?

Tanya: „Ja, der Ausgangspunkt für alle ist der gleiche. Wir müssen unsere Selbstwahrnehmung schärfen und uns bewusst werden, was wir brauchen. Es kann uns ja keiner sagen, was gut für uns ist. Das wissen wir meistens am besten. Wenn wir auf uns hören… Im zweiten Schritt sollten wir unsere Bedürfnisse dem Partner gegenüber kommunizieren. Für Alleinerziehende ist das natürlich eine ganz andere Herausforderung. Aber auch hier ganz wichtig: Holt euch Hilfe! Verbündet euch! Mit der Nachbarin, einer Freundin, Kollegin oder der Oma. Um Hilfe fragen ist auch Selfcare!

Warum ist die Schärfung der Selbstwahrnehmung so wichtig für Mamas?

Camilla: „Weil wir nur geben können, wenn es uns gut geht. Wir Mamas sind in der Regel die Menschen, die gerade am Anfang am meisten mit den Babys zu tun haben – vor allen wenn wir stillen. Natürlich kann der Papa Windeln wechseln, aber beim Stillen wird es schwer. Wer nicht stillt kann hier natürlich früher Aufgabenteilung machen. Aber wir Mamas haben die Geburt und Schwangerschaft hinter uns und sind körperlich einmal durchs tiefe Wasser gegangen. Man geht als Mutter durch eine Tür, von der man vorher nicht dachte, dass es sie gibt. Bei all den Veränderungen ist es wichtig, dass man selbst auf sich Acht gibt.“ 

Frau am Meer
© iStock
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Wieso vergessen das viele von uns häufig?

Tanya: „Wir Mamas tendieren dazu, unser Letztes zu geben, anstatt uns zu fragen: ‚Was brauche ich, damit ich geben kann?‘ Es ist wie im Flugzeug. Da heißt es immer: ‚Schwimmwesten zuerst die Erwachsenen und dann die Kinder.‘ Das hat seinen Grund. Man kann nur dann eine Hilfe sein und unterstützen, wenn man selber auf gesundem Boden steht. Gerade wenn die Kinder noch ganz klein sind, ist es wichtig, dass man sich gut um sich selbst kümmert. Dieses Thema begleitet Mütter aber auch über die Babyjahre hinaus.“

Gibt es ein kleines, einfaches Ritual, das uns Neu-Mamas hilft?

Camilla: „Ich finde es wichtig, sich selber zu loben. Es tut gut, sich jeden Abend im Bett drei Dinge aufzuschreiben, die man gewuppt hat. Als frisch gebackene Mama kann ich mich loben, weil ich es geschafft habe, meine Zähne zu putzen. Oder die Haare zu waschen. Oder dass ich es geschafft habe, den Wäscheberg heute einfach zu ignorieren. Das tut unheimlich gut. Selfcare ist auch, wenn man auf das Gute fokussiert, auf das was funktioniert hat und sei es noch so klein.“ 

Neben diesem Abendritual. Gelingt Selfcare auch mit Baby?

Tanya: „Ja klar, unbedingt! Es gibt zum Beispiel tolle Online-Yoga-, Pilates- oder Fitnessklassen, bei denen die Babys im Tragetuch oder auf der Decke neben einem mitmachen können. Es gibt Communitys wie unsere Social Moms bei denen man Inspiration und Rat bekommt und vor allem das Gefühl bekommt, das man nicht alleine ist. Denn gerade am Anfang mit Baby denkt man so oft: „Verdammt, warum hat mir das denn keiner gesagt? Und dann verbindet man sich mit einer Community und merkt: „Ach, ich bin ja gerne nicht alleine. Wir sitzen alle im gleichen Boot!“ 

Autorin: Kathrin Mechkat

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