6. Januar 2011
10 Regeln für Online-Bewerbungen

10 Regeln für Online-Bewerbungen

Neuer Job durchs Internet: Mehr als die Hälfte aller Bewerbungen laufen bereits über E-Mail. Aber was muss man beachten, wenn die klassische Dokumenten-Mappe überflüssig ist?

Online Bewerbung - Worauf muss ich achten, wenn ich mich im Internet auf einen Job bewerbe?
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10 Regeln für Online-Bewerbungen

Egal ob Blindbewerbung oder gezieltes Anschreiben auf eine Stellenanzeige – das Internet macht die Kommunikation mit dem neuen potenziellen Arbeitgeber schnell und unkompliziert. Karriere-Coach Jürgen Hesse vom Berliner Büro für Berufsstrategie sagt, wie Sie dabei Fehler vermeiden.
1. An wen schicke ich meine Bewerbung?
Senden Sie Ihre elektronische Post direkt an die Mailadresse des Personalchefs, bei kleinen Betrieben an den Geschäftsführer. Sind deren Kontaktdaten in der Stellenanzeige nicht zu finden, erkundigen Sie sich danach im Unternehmen. Dann erfahren Sie auch gleich, ob spezielle Unterlagen erwünscht sind. Das Anschreiben an Sammeladressen wie info@firma.de zu senden macht wenig Sinn – Ihre Bewerbung könnte im Nirwana verschwinden. Jürgen Hesse: „Die eigene Mailadresse sollte nach dem Schema vorname.nachname@provider.de aufgebaut sein.“ Tabu: Bewerbungen vom Postfach des aktuellen Arbeitgebers verschicken!
2. Was steht in der Betreffzeile?
Das Wort „Bewerbung“ ist weder kreativ noch hilfreich für den Mail- Empfänger. Besser ist es, in der Betreffzeile die Position zu nennen, auf die Sie sich bewerben, sowie den Standort und – falls vorhanden – die Kennziffer aus der Stellenanzeige.
3. Wie formuliert man das Anschreiben?
Mit dem in Mails üblichen „Hallo“ zu starten befördert Sie aus dem Bewerbungsprozess. Also: Auf eine höfliche Anrede folgen knapp und präzise formulierte Sätze. „Sie können das Schreiben auch als Word- Datei anhängen. In diesem Fall verweisen Sie im E-Mail-Fenster auf die Anhänge“, empfiehlt Hesse. „Die Formulierung im Mail-Text könnte dann lauten: … Beigefügt erhalten Sie meine Bewerbung. Für Rückfragen bin ich jederzeit erreichbar. Mit freundlichen Grüßen …“

Email-Anhang, Format & Foto



4. Sind eigentlich viele Anhänge erlaubt?
Inhaltlich unterscheidet sich eine Online-Bewerbung nicht von einer herkömmlichen. Bis auf einige technisch bedingte Formalien: Zeugnisse und Lebenslauf versendet man als separate Anhänge. Weniger ist hier mehr. „Auf dem E-Mail-Weg sollten maximal die letzten drei Arbeitszeugnisse mitgeschickt werden“, rät Bewerbungscoach Hesse. „Die übrigen Dokumente kann man bei Bedarf schnell nachreichen.“ Wer etwas versierter am Computer ist, packt am besten alle Dokumente in ein einziges Attachement. Sprechende Dateinamen wie „nachname_lebenslauf.pdf“ erleichtern dem Empfänger die Orientierung. Hesse: „Insgesamt sollte die verschickte Datenmenge 2 MB besser nicht übersteigen.“ Auch bei einer Internet-Bewerbung muss der Lebenslauf datiert und möglichst unterschrieben sein.
5. Was ist beim Format zu beachten?
Um Lebenslauf und Anschreiben zu verschicken, wandeln Sie die fertigen Word-Dateien in ein PDF um. „Dieses Dateiformat hat sich als Standard für den Austausch von Dokumenten etabliert“, sagt Hesse. „Jeder Computer kann es öffnen, es kann in aller Regel nicht verändert werden und kommt so an, wie es abgeschickt wurde.“ Eingescannte Zeugnisse werden am besten im JPG-Format gespeichert und verschickt. Das Einscannen übernimmt jeder Copyshop. Tipp: Senden Sie die E-Mail samt Anhängen probeweise an sich selbst oder Bekannte, um sicherzugehen, dass sie sich problemlos öffnen und lesen lassen.
6. Gehört zur virtuellen Bewerbung ein Foto?
Ja, und zwar eines vom Profi-Fotografen. Experte Jürgen Hesse: „Dieses Bild wird nicht als Extradatei verschickt, sondern eingescannt und auf die erste Seite des Lebenslaufs gesetzt.“ Wie man ein Passbild problemlos einfügt, lesen Sie im Programm „Word-Hilfe“.

Tippfehler, Online-Formulare & Verwaltung


7. Peinliche Tippfehler umgehen – aber wie?
Selbstverständlich müssen auch bei E-Mail-Aussendungen die Rechtschreibung, Grammatik und Zeichensetzung auf den Punkt stimmen. Vertrauen Sie sich am besten dem Rechtschreibprogramm Ihrer E-Mail an. Alternativ schreiben Sie den Text zunächst in einem Word-Dokument vor und lassen ihn gegenlesen und korrigieren. Tippen Sie die Empfängeradresse erst ganz zum Schluss ein. Das schützt vor der Peinlichkeit, aus Versehen eine unkorrigierte E-Mail loszuschicken.
8. Mail abgeschickt – und was nun?
Seien Sie auch bei der digitalen Jobsuche vorbereitet, eine klassische Bewerbungsmappe mit allen Unterlagen zur Hand zu haben. „So können Sie rasch reagieren, wenn der Personalchef überraschend schnell einlädt und Dokumente auf Papier sehen möchte“, sagt Hesse. Erhalten Sie auf Ihre E-Mail innerhalb einer Woche keine Eingangsbestätigung, sollten Sie telefonisch oder per Mail nachhaken – für den Fall, dass Ihre Bewerbung vom Spam-Filter abgefangen worden sein sollte.
9. Soll man alle Anschreiben verwalten?
Um Ihre Aktivitäten bei der Jobsuche im Blick zu behalten, legen Sie in Ihrem E-Mail-Programm (beispielsweise Outlook) einen Extraordner an. Bei jeder Bewerbung schicken Sie sich selbst eine Kopie – einfach im Feld BCC Ihre eigene E-Mail-Adresse eingeben. So haben Sie jederzeit unter Kontrolle, wann Sie welche Firma angeschrieben haben.
10. Muss man Online-Formulare ausfüllen?
Große Unternehmen wie Lufthansa oder Siemens nutzen bei der Suche nach Jobkandidaten spezielle Bewerbungsformulare, die sie auf ihre Homepage stellen. Darin erfragen sie biografische Daten, berufliche Stationen, Gehaltswünsche, Job-Fähigkeiten und Ähnliches. Bei diesen standardisierten Fragebögen kommt es vor allem darauf an, kein Pflichtfeld auszulassen. Die Auswahlmöglichkeit „Sonstiges“ sollten Sie unbedingt vermeiden. Sie führt dazu, dass Ihre Bewerbung in der computergenerierten Kandidatenliste ganz unten landet.
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