6. Juli 2021
Corona-Impfung: Strafe für Impfschwänzer?

Corona-Impfung: Strafe für Impfschwänzer?

Vor wenigen Wochen noch waren Impftermine Mangelware. Lockerungen und sinkende Fallzahlen bringen jedoch neue Probleme mit sich: Immer mehr Menschen sagen ihren Impftermin ab oder nehmen diesen gar nicht erst wahr. Nun meldet sich die Bundesregierung zu Wort.

Bis vor wenigen Monaten noch war die Nachfrage nach einem Impftermin kaum zu bändigen. Mittlerweile ist davon aber nur noch wenig zu spüren. Die Schlangen werden kürzer, mit zunehmenden Lockerungen und Fallzahlen sinkt die Bereitschaft. 

Vor diesem Problem stehen gerade viele Impfzentren. Mit fatalen Folgen. Denn zuvor gebuchte Termine werden entweder kurzfristig abgesagt oder überhaupt nicht erst wahrgenommen. Unnötige Kosten und verschwendete Impfstoffe, die in die Mülltonne wandern, lassen die Debatte nach einer Strafe für Impfschwänzer laut werden. 

Corona-Impfung: Strafe für Impfschwänzer?

Angestoßen wurde die Debatte am vergangenen Wochenende gleich durch mehrere Personen. Bayerns Gesundheitsminister Klaus Holetschk (CSU), SPD-Gesundheitsexperte Karl Lauterbach und Mario Czaja, Präsident des Berliner Deutschen Roten Kreuzes, hatten sich für Bußgelder zur Eindämmung von sogenannten Impfschwänzern ausgesprochen.

Auch die Bundesregierung hat zu der Situation eine klare Meinung und erteilte derartigen Forderungen eine klare Absage: "Die Große Koalition habe keine Planungen für Bußgelder", so Regierungssprecher Steffen Seibert. Das Bundesgesundheitsministerium zeigte sich ebenfalls unbeeindruckt gegenüber der Forderung: "Wir wollen motivieren und nicht abschrecken", so eine Ministeriumssprecherin. 

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Regierungssprecher Seibert appellierte jedoch, einen Impftermin unbedingt abzusagen. Unabhängig davon, ob man verhindert ist oder sich nicht impfen lassen möchte. Die Absage ermögliche dann anderen, schneller an einen Termin zu kommen.

Corona-Impfung: Bonussystem als Anreiz für die Impfung

Statt Strafen zu verhängen, denken viele Politikerinnen und Politiker nun bereits über ein sogenanntes Bonussystem nach, das den Anreiz zur Impfung steigern soll. Laut einem Sprecher des DRK wird daran in Sachsen bereits gearbeitet. Denkbar wären beispielsweise Rabatte für Produkte und Dienstleistungen nach einer Impfung. In den USA gehört ein Bonussystem bereits zum Alltag. Die Donut-Kette Krispy Kreme spendierte dort etwa Gratis-Donuts für Geimpfte.

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