Die Frage nach dem gemeinsamen Nachnamen Welchen Familiennamen sollen wir wählen?

Das junge Paar lebt schon seit einigen Jahren zusammen und nun hat sich Nachwuchs angekündigt. Schnell kommt man zur Frage, welchen Namen der Sprössling dann bekommen soll. Ein Vorname ist meistens schnell gefunden. Aber das Kind braucht auch einen Familiennamen.

Schwangere Frau vom Mann umarmt Welchen Familiennamen sollen wir wählen? © FilippoBacci/iStock

Hier fangen die Diskussionen meistens ein. Ist das Paar verheiratet und trägt einen gemeinsamen Nachnamen, ist es leicht. Der Nachwuchs wird wie die Eltern heißen. Aber immer mehr Paare sind unverheiratet und jeder hat seinen eigenen Familiennamen. Auch bei verheirateten Paaren kommt es immer häufiger vor, dass jeder seinen Familiennamen behält. Oder aber, man hat bei der Heirat einen Doppelnamen gewählt. Auch in diesem Fall muss man sich entscheiden, welchen Familiennamen das Kind bekommen soll. 

Was ist möglich?

Früher war es ja so einfach. Alle Mitglieder einer Familie führten den gleichen Familiennamen. Heute ist das anders. Da können die Mutter, der Vater und die Kinder unterschiedliche Familiennamen führen. Es gibt immer mehr Alleinerziehende, aber auch Patchwork Familien sind keine Seltenheit. Von den Eltern die einen Doppelnamen führen, ganz zu schweigen. Ein Doppelname kann nicht an den Nachwuchs weitergegeben werden. Das hat auch eine gewisse Logik. Man muss sich mal vorstellen, die Tochter hat den Familiennamen Müller-Schulz. Nun ist sie erwachsen und möchte den Bund der Ehe eingehen. Auch sie möchte den Namen ihres Zukünftigen tragen, aber ihren eigenen Familiennamen nicht aufgeben. Wird das dann eine Frau mit Namen Müller-Schulz-Meier? Noch schlimmer wenn auch der Zukünftige einen Doppelnamen hat. Daher hat der Gesetzgeber hier ganz klar einen Riegel vorgeschoben. Kinder mit Doppelnamen sind in Deutschland nicht erlaubt. Die Eltern müssen sich also entscheiden. Entweder der Familienname der Mutter oder des Vaters. 

Wie sollte man sich einigen?

Bei vielen Paaren ist dies wirklich ein Streitpunkt. Dies trifft nicht auf Alleinerziehende zu. Hat nur einer das Sorgerecht, bekommt das Kind den Familiennamen von diesem Elternteil. Bei Paaren, die zusammenleben und sich das Sorgerecht teilen, liegt die Entscheidung bei den Eltern. Also beide Elternteile entscheiden gleichberechtigt über die Namenswahl. Bedenken sollte man auch, dass die nachfolgenden Kinder des Paares den gewählten Familiennamen ebenfalls tragen. Dies ist auch sinnvoll. Wenn die Tochter einen anderen Familiennamen als der Sohn hat, wirft dies nur unnötige Nachfragen auf. 

Die Bedeutung des Familiennamens im Alltag

Angenommen das Kind trägt den Namen des Vaters. Dieser hat dann den Vorteil, dass er im Alltag keine Geburtsurkunde mitführen muss, die ihn als Vater ausweist. Der Familienname gibt hier schon die entsprechende Auskunft. Viele Väter fühlen sich durch das Führen des gemeinsamen Namens auch enger mit ihrem Kind verbunden. Das muss aber nicht so sein. Es gibt genug Väter, die keinen gemeinsamen Namen mit ihrem Kind haben und trotzdem ein super Daddy sind. 
Es hat natürlich auch Vorteile wenn das Kind den Namen der Mutter trägt. Sollte das Paar sich entschließen doch eine Ehe einzugehen. Wenn dann die Mutter den Namen des Vaters annimmt, kann das Kind auch diesen Namen tragen. Wenn das Kind bei der Eheschließung älter als 5 Jahre ist, kann es für sich die Entscheidung treffen. Bei einer eventuellen Trennung des Paares, trägt das Kind weiterhin den Namen der Mutter. Die meisten Kinder, aber nicht alle, verbleiben bei einer Trennung bei der Mutter. Wenn das Kind nach einer Trennung den Namen des Vaters trägt, kann der Name geändert werden. Allerdings muss dann der Vater dieser Änderung zustimmen. Da man sich meist nicht ohne Grund trennt, könnte es hier zu Konflikten kommen.

Und wie sollen wir uns nun entscheiden?

Das ist wirklich nicht einfach. Jeder Mensch hat da so seine eigenen Vorstellungen. Wenn der künftige Vater vielleicht der letzte männliche Vertreter aus seiner Familie ist, wird er mehr Wert darauf legen, seinen Namen weiter zu geben. Aber auch die werdende Mutter kann vor diesem Problem stehen. Wer Einzelkind ist, hängt wesentlich mehr an seinem Familiennamen, als wenn noch Geschwister da sind, die den Namen weiterführen können. Auch ist zu überlegen, ob das Paar später noch die Ehe eingehen will. Dann kann der Name ja relativ einfach geändert werden. Über eine Trennung wird sich kaum ein Paar vorher Gedanken machen. Aber auch dieses sollte man in seine Überlegungen mit einbeziehen. Bei wem würde der Nachwuchs wohl leben, wenn die Beziehung nicht mehr funktioniert. Auch der Vorname des Kindes sollte in die Überlegungen mit einbezogen werden. Vielleicht passt der Nachname eines Elternteiles viel besser zum Vornamen als der andere. 

Fazit

Der Gesetzgeber gibt Paaren heute sehr viele Möglichkeiten, bei der Namenswahl. Da sollte es Paaren möglich sein, das für sie richtige zu finden. Falls dies allerdings nicht möglich ist, greift der Gesetzgeber ein. Einen Monat nach der Geburt, sollte Einigkeit über den Familiennamen bestehen. Sollte es bis dahin zu keiner Einigung gekommen sein, entscheidet das Gericht über den Familiennamen des Kindes. Aber soweit sollte man es nun wirklich nicht kommen lassen. Wenn man vorher bedenkt, wer im Alltag am meisten Kontakt mit dem Kind hat, wird die Entscheidung nicht mehr so schwer fallen. Ist es die Mutter, die vorwiegend mit der Kinderbetreuung beschäftigt ist, ist es sinnvoller den Namen der Mutter zu wählen. Das macht es im Alltag unnötig bei allen Terminen mit Kind, die Geburtsurkunde dabei zu haben. Umgekehrt gilt das gleiche natürlich für den Vater. Also machen Sie sich vor der Geburt die notwendigen Gedanken und treffen Sie Ihre Entscheidung. 

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