Wenn Wunsch und Realität nicht harmonieren Selbstfindung: Fünf Wegweiser zum eigenen Ich

Wunsch und Realität gehen bei Ihnen häufig auseinander? Dann brauchen Sie vielleicht eine Anleitung zur Selbstfindung. Fünf Wege zum eigenen Ich!

Selbstfindung Selbstfindung: Fünf Wegweiser zum eigenen Ich © adobestock

Artikelinhalt Selbstfindung

  • Selbstfindung: Fragen führen zum wahren Selbst
  • 5 Wege zur Selbstfindung: So gehen Sie es richtig an
  • Die Kraft der Stille – Schweige-Retreat
  • Tanzen als Weg – 5-Rhythmen-Tanz
  • Komm spielen – Improvisationstheater 
  • Lesen als Medizin – Bibliotherapie
  • Mitlachen – Lachyoga

Selbstfindung: Fragen führen zum wahren Selbst

„Das habe ich nie vorher versucht, also bin völlig sicher, dass ich es schaffe." Mal ehrlich: So selbstbewusst wie Astrid Lindgrens Romanfigur Pippi Langstrumpf wären wir doch alle gern. Oder? Sorglos alles ausprobieren, frei von Selbstzweifeln und Hemmungen. Eine Vorstellung, die in der Realität leider viel zu häufig scheitert. An Unsicherheit und fehlendem Mut. Da kann die lebensfrohe Pippi mit ihren neun Jahren, Sommersprossen und roten Haaren noch so oft schlaue Dinge hinausposaunen. Neues wagen?

Pah! Jetzt doch nicht mehr. Dabei bringen uns Dinge, die wir vielleicht zum ersten Mal ausprobieren oder vor denen wir Angst haben, weiter. Sie sind es, die die eigenen Grenzen überhaupt erst spürbar und damit sichtbar machen. Nur mit ihrer Hilfe kommen wir uns selber näher. Egal ob Theaterspiel, Lachyoga oder Tanz: Jede Erfahrung hilft dabei, das eigene Ich besser kennenzulernen. Denn aus ihnen folgen Fragen wie „Was liegt mir?“, „Was kann ich gar nicht?“, „Was möchte ich lernen?“ Und die sind die besten Wegweiser zum wahren Selbst.

5 Wege zur Selbstfindung: So gehen Sie es richtig an


1. Die Kraft der Stille – Schweige-Retreat

So geht's: Knatternde Autos, klingelnde Handys und schnatternde Kollegen: Unser Alltag ist laut. Dabei brauchen wir auf dem Weg zu uns selbst viel Ruhe. Doch ständiges Kommunizieren gehört eben dazu, ist so selbstverständlich wie Atmen. Dass uns Sprache auch ablenken kann, merken wir oft gar nicht, empfinden es sogar als beunruhigend, wenn die Geräusche plötzlich ausbleiben. Dabei lässt sich Stille hervorragend zur Selbstfindung nutzen. Am besten gelingt das in einem Schweige-Retreat. Ob an einem Wochenende oder in einer ganzen Woche:

„Retreats“ (engl. für „Rückzüge“) sind tolle Kraftquellen und eine super Möglichkeit, die Selbstfindung mit einer Mini-Auszeit zu verbinden. Haben wir vor lauter Wellengang unser wahres Ich vorher nur verschwommen wahrgenommen, glättet sich die See während des Schweigens, und wir können tief blicken. Bleibt nur die Frage: Schaffe ich das, so lange nicht zu reden? Ja! Zwar ist der erste Tag hart, aber danach fühlt sich die Stille wie Freiheit an.

Was bewirkt es? Innere Ruhe, Klarheit, Energie

Hier kann man es machen:

2. Tanzen als Weg – 5-Rhythmen-Tanz

So geht's: Anders als der Name vermuten lässt, geht es hier weder um Schrittfolgen noch um Zählzeiten. Beim 5-Rhythmen-Tanz „wird man getanzt“. Es gilt, zu jedem von insgesamt fünf Rhythmen die eigene Form zu finden und die Musik auf seine Weise zu verkörpern. Die Rhythmen heißen Flowing, Staccato, Chaos, Lyrical, Stillness und werden immer in genau dieser Reihenfolge getanzt. Gegründet wurde die Bewegungspraxis von Amerikanerin Gabrielle Roth in den 60er-Jahren. Heute gibt es Kurse in jeder größeren deutschen Stadt. Zugegeben: Mit ausnahmslos fremden Menschen zwei Stunden ungehemmt zu tanzen kann eine wahre Herausforderung sein. Doch weil beim 5-Rhythmen-Tanz keine Bewertung stattfindet, wie etwa in Diskotheken, kann niemand etwas falsch machen, und wer müde wird, kann sich zwischendurch auch mal hinsetzen oder sogar hinlegen. Fazit: Tanzen ist ein kreativer Weg, sich selbst zu erkunden, der dazu auch noch fit hält. Toll!

Was bewirkt es? Lebendigkeit, Leichtigkeit und tiefe innere Ruhe

Hier kann man es machen:

3. Komm spielen – Improvisationstheater 

So geht's: Die eigenen Rollen im Leben erkennen, Potenziale wecken, loslassen: Beim Improvisationstheater ist all das möglich. Der Spaß steht hier an allererster Stelle. Denn in eine andere Rolle zu schlüpfen heißt, sich auszuprobieren – so wie als Kind. Wie kaum eine andere Methode macht es eingefahrene (Lebens-)Rollen sichtbar und bietet die Chance, aus ihnen auszubrechen. Wer spielt, vergisst alles um sich herum. Was bleibt, ist der Moment. Viele Theaterschulen in Deutschland bieten Workshops an, egal ob für Einsteiger oder Fortgeschrittene.

Mit nur wenigen Grundlagen lassen sich Szenen gemeinsam gestalten und Geschich- ten aus dem Stegreif erfinden. Natürlich bedarf es etwas Mut, sich auf eine Bühne zu stellen. Aber das Überwinden lohnt sich! Spielen macht nicht nur Spaß, es stärkt das Vertrauen in die eigene Kreativität.

Was bewirkt es? Kreativität, neue Blickwinkel und Selbstbewusstsein

Hier kann man es machen: 

4. Lesen als Medizin – Bibliotherapie

So geht's: Manchmal ist alles, was es braucht, ein gutes Buch, um sich selbst auf die Spur zu kommen. Das lobte schon Erich Kästner in seinem Werk „Lyrische Hausapotheke“ aus. Sich in Charakteren wiederzufinden, mit ihnen zu leiden und sich zu freuen hilft, das eigene Ich zu erkennen. Der Grund? Verhaltensmuster werden beschrieben, und man erlebt im Idealfall einen „Aha! So ticke ich doch auch“-Moment. Die Solidarität mit einer Figur kann sehr heilend sein, weil wir uns plötzlich nicht mehr allein fühlen mit bestimmten Emotionen. Bibliotherapie (von griech. „biblion“ = „Buch“ und „therapeia“ = „Therapie“) nennt sich diese Technik, bei der man mithilfe ausgewählter Lektüre auf Sinnsuche geht und Probleme löst. Offiziell handelt es sich bei der Methode um eine anerkannte Therapieform, sie lässt sich aber auch zu Hause anwenden. Zum Beispiel mit dem Buch „Die Romantherapie“. Es enthält Buchvorschläge für jede Lebenslage.

Was bewirkt es? Selbsterkenntnis, innere Ruhe

Hier kann man es machen:

Zu Hause – Infos über den Dachverband: DGPB oder auf www.literaturpower.de/ bibliotherapie (Hamburg)

5. Mitlachen – Lachyoga

So geht's: Hahahahaha! Lachen ist eines der schönsten Dinge der Welt. Nicht umsonst gibt es sogar Humortrainings! Jeder weiß, wie ansteckend das Gackern eines anderen sein kann. Grundlos lachen ist auch das Ziel beim Lachyoga, auch „Hasya-Yoga“ genannt. Eine Kombination aus Dehnübungen, Rollenspielen und Grimassen sorgt dafür, dass aus dem anfänglich künstlichen Kichern ein echtes, fröhliches Lachen entsteht. In der Regel findet Lachyoga in Gruppen statt und dauert ca. eine Stunde. Tolles Plus: Regelmäßiges Gackern ist so wertvoll wie ein Workout. Insgesamt sind beim Lachen rund 300 Muskeln der Gesichts- und Atemmuskulatur beteiligt. Außerdem stärkt es das Immunsystem und hilft uns, das Leben nicht zu ernst zu nehmen.

Was bewirkt es? Entspannung, Konzentration, Spaß, Gesundheit

Hier kann man es machen:

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