22. Dezember 2020
Intimhygiene: Wie viel ist zu viel?

Intimhygiene: Wie viel ist wirklich nötig?

Das tägliche Waschen des Intimbereiches gehört für viele Frauen selbstverständlich zur Körperhygiene. Doch wie viel Reinigung ist eigentlich wirklich nötig? Fest steht: Falsche Pflege schadet der Scheide mehr, als sie nützt. Wir räumen auf mit Mythen und verraten, wie viel Intimhygiene wirklich nötig ist.

 

Das macht eine saubere Vagina aus

Das Scheidenmilieu ist mit einem pH-Wert zwischen 3,8 und 4,4 deutlich saurer als der Rest unserer Haut mit einem Wert von 5,5. Das hat einen Grund: Die saure Flora verhindert das Wachstum von krankheitserregenden Bakterien – es handelt sich also quasi um ein körpereigenes Abwehrsystem. Hervorgerufen wird der niedrige pH-Wert hauptsächlich durch gute Milchsäurebakterien (Laktobazillen). Diese sind unverzichtbar für einen gesunden Vaginalbereich!

Im Umkehrschluss bedeutet dies schon einmal: Alle regulären Hygieneprodukte wie Duschgels und Seifen, die auf unsere normale Haut ausgelegt sind, sind für unseren Intimbereich nicht geeignet. Denn diese zerstören den sauren pH-Wert der Scheide. Die Folge wäre ein Anstieg von ungesunden Bakterien, was wiederum zu Infektionen und Scheidenpilzen führen kann.

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Intimbereich reinigen: Wie sollte man seine Vagina waschen?

Viele Frauen sind unter der (gesellschaftlichen) Vorstellung aufgewachsen, dass der tägliche Ausfluss, die Periode und gar die Scheide selbst etwas Schmutziges an sich haben. Ein intensives Waschen mit Seife steht daher immer noch bei vielen auf dem täglichen Hygieneprogramm. Leider ist das sehr gesundheitsschädlich und führt zum gegenteiligen Effekt!

Die Wahrheit ist: Der weißliche Scheidenausfluss ist nicht nur ein Zeichen dafür, dass die Vagina ordnungsgemäß funktioniert, sondern auch dafür, dass sie sauber ist. Die gesunde Scheide reinigt sich nämlich ganz von selbst. Mithilfe des Ausflusses werden täglich allerlei Bakterien und Pilze ausgeschwemmt – eine ganz natürliche Säuberungsfunktion.

In der täglichen Dusche brauchen Sie also lediglich etwas klares Wasser über die Vulva (den äußeren Bereich der Scheide – also den Venushügel und die Schamlippen) laufen zu lassen. Sie können die Schamlippen mit den Fingern ein wenig spreizen, um Wasser dort entlang laufen zu lassen.

Wer unbedingt eine Seife verwenden möchte, sollte zu speziellen Intimprodukten greifen, die auf den sauren pH-Wert der Scheide abgestimmt sind – und selbst diese nur sparsam und äußerlich einsetzen.

Jegliche Seife und vor allem Vaginalduschen für den inneren Bereich sind jedoch absolut tabu. Reinigen Sie die Scheide niemals von innen! Selbst klares Wasser würde hier Bakterien einschleusen, die das natürliche Milieu durcheinanderbringen.

Wer gerne badet, sollte darauf achten, nicht zu lange in der Wanne zu liegen, um die Haut nicht auszutrocknen. Regulärer Badeschaum kann sich außerdem negativ auf die Scheidenflora auswirken. Achten Sie darauf, ein Produkt zu verwenden, das an den pH-Wert der Vagina angepasst ist.

Tipps für die richtige Intimhygiene

Pilze und Bakterien vermehren sich besonders in feuchter, warmer Umgebung. Versuchen Sie deshalb, die äußere Haut trocken zu halten. Trocknen Sie sich nach dem Duschen vernünftig ab, wechseln Sie Schwimmkleidung sofort nach dem Baden und tragen Sie atmungsaktive Unterwäsche aus Baumwolle, die keine Feuchtigkeit anstaut. So beugen Sie Infektionen vor!

Auch die richtige Toilettenhygiene spielt für die Gesundheit der Scheide eine ausschlaggebende Rolle. Nach dem Toilettengang sollten Sie immer von vorne nach hinten wischen, sodass keine Keime vom After in Richtung Vagina gelangen können.

Beim Geschlechtsverkehr empfiehlt es sich, davor sowie danach pinkeln zu gehen, um fremde Bakterien auszuspülen und so Blasenentzündungen und Infektionen zu vermeiden. Wer unter Trockenheit leidet, sollte unbedingt Gleitgel verwenden. So verhindern Sie die Entstehung von gereizter Haut, in die umso schneller Bakterien eindringen könnten.

Zusätzliche Produkte wie Feuchttücher, Körperpuder und Intimsprays sind nicht nur überflüssig, sondern sorgen durch das Stören der Scheidenflora ebenfalls für mehr schädliche Bakterien. Halten Sie sich davon fern! Ihre Scheide ist auch ohne solche Produkte sauber. Fällt Ihnen ein unangenehmer Geruch auf, wenden Sie sich an Ihre Frauenärztin – hier könnte eine Infektion vorliegen.

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