Coronavirus: Asthmatiker sollten Therapie nicht aussetzen

Coronavirus: Asthmatiker sollten Therapie nicht aussetzen

Das Coronavirus löst bei vielen Menschen mit chronischen Krankheiten Sorgen aus. Sie fürchten, dass bei ihnen das Risiko größer ist, sich zu infizieren und ernsthaft zu erkranken. Zu den chronisch Erkrankten zählen auch die rund fünf Millionen Asthmatiker in Deutschland. Doch Professor Roland Buhl, Leiter des Schwerpunkts Pneumologie am Uniklinikum Mainz, beruhigt: Nach aktuellem Erkenntnisstand gebe es keine höhere Gefährdung für Asthmatiker. Die Antworten auf die wichtigsten Fragen.

Coronavirus: Asthmatiker sollten Therapie nicht aussetzen
© iStock
Coronavirus: Asthmatiker sollten Therapie nicht aussetzen

Haben Asthmatiker ein größeres Risiko, sich mit Corona zu infizieren?

Professor Buhl verneint. Er kenne bislang keine Hinweise für ein höheres Ansteckungsrisiko von Asthmatikern. Buhl: „Die einzige Ausnahme sind Patienten mit schwerem Asthma, die etwa zwei bis drei Prozent der Erkrankten ausmachen. Diese wissen aber um ihr Risiko und befinden sich in engem Kontakt mit ihren Ärzten. Der weitaus größte Anteil der Asthmatiker ist nicht gefährdeter, sich zu infizieren, als der Rest der Bevölkerung auch.“

Falls es doch zu einer Infektion und einer Erkrankung kommt ...

Sind die Symptome von Covid-19 und Asthma unterschiedlich?

Es gibt einige gravierende Unterschiede zwischen Asthma-Symptomen und denen von Infektionen wie mit dem Coronavirus, sagt Professor Buhl: „Asthma macht beispielsweise kein Fieber. Wenn es zu erhöhter Temperatur kommen sollte, ist es ratsam, das von einem Arzt abklären zu lassen. Außerdem kommt es bei Asthma-Anfällen nicht zu Symptomen wie Abgeschlagenheit, Schwindel, Kopf- und Gliederschmerzen, die für Virusinfektionen typisch sind.“ Auch die Wirkung der Asthma-Medikamente lässt Rückschlüsse zu: „Sie helfen bei Anfällen binnen weniger Minuten und machen die Lunge wieder frei. Wenn man einen Infekt hat, das muss gar nicht Corona sein, sind diese Mittel wirkungslos.“ Und auf einen weiteren Aspekt weist Professor Buhl hin: „Es kommt bei Asthma auch nicht zu einem Verlust des Geruchssinns.“

Gibt es für Asthmatiker durch die Corona-Pandemie Änderungen bei der Therapie?

Patienten sollen ihre bisherige Therapie unbedingt beibehalten und konsequent weiterführen, betont Professor Buhl: „Das gilt insbesondere auch für inhalierbares Kortison. Denn da gab es Fehlinformationen, die zu Unsicherheit geführt haben. Ganz wichtig: Inhalierbares Kortison macht aus einer entzündeten Schleimhaut in den Bronchien, ich bezeichne es gerne als Sonnenbrand in den Bronchien, wieder eine normale Schleimhaut. Und diese normale Schleimhaut ist viel weniger empfindlich für Infektionen.“ Zu dieser Erkenntnis kam auch eine US-Studie

Für Biologika, die ausschließlich bei der kleinen Gruppe schwerer Asthmatiker zum Einsatz kommen, gilt laut Professor Buhl: „Auch hier ist die Datenlage eindeutig: Man sollte sie unbedingt weiter einnehmen, von einer akuten Covid-19-Erkrankung einmal abgesehen.“ In diesem Fall muss die Fortführung der Therapie unbedingt mit dem behandelnden Arzt abgesprochen werden.

Sollten Asthmatiker zusätzliche Maßnahmen vornehmen, um sich zu schützen?

Wichtig ist vor allem, dass Asthmatiker die Tipps beherzigen, die für alle Menschen gelten, so Professor Buhl: „Sie sollen Abstand halten, sich regelmäßig die Hände waschen, in die Ellenbeuge husten oder schnäuzen und Mundschutz da tragen, wo es vorgeschrieben ist. Wer das Gefühl hat, sich angesteckt zu haben, kontaktiert bitte sofort einen Arzt.“ Der Mediziner sieht kein Problem für Asthmatiker, eine Atemmaske zu tragen: „Der normale Mundschutz führt kaum zu Einschränkungen und bereitet auch kaum Probleme, wiederum von ganz schwer Erkrankten einmal abgesehen.“

Gegen das Corona-Virus ist man ja eh machtlos? Das stimmt so nicht, denn Menschen mit einem schwachen Immunsystem sind deutlich anfälliger. Nur eine starke...
Weiterlesen
Lade weitere Inhalte ...