Gesundheit: Welt-Morbus-Bechterew-Tag 2. Mai 2020

Welt-Morbus-Bechterew-Tag 2. Mai 2020

Schmerzhaftes Ziehen im Gesäß unterhalb der Lendenwirbelsäule, Steifheit der Wirbelsäule, nächtlicher Rückenschmerz – das sind Symptome, die wohl jeder kennt. Doch wenn sich solche schmerzhaften Erscheinungen häufen, sollte ein Facharzt genauer hinschauen: Möglicherweise ist Morbus Bechterew die Ursache – eine ernsthafte Erkrankung der Wirbelsäule und Gelenke.

Rücken: Morbus Bechterew
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Welt-Morbus-Bechterew-Tag 2. Mai 2020

Die verkannte Krankheit

Zu schweres Heben, Sitzen mit falscher Körperhaltung, Überempfindlichkeit gegenüber Wetterumschwüngen: Wir denken oft voreilig, scheinbar naheliegende Erklärungen für Schmerzen in Wirbelsäule oder Gelenken zu finden. Und genau das macht Morbus Bechterew zu einem häufig lange verkannten Leiden: Die Symptome dieser Autoimmunerkrankung passen auch zu anderen Ursachen – oft ist es erst der spät aufgesuchte Facharzt, der aus dem vielfältigen Beschwerdebild richtige Schlüsse zieht und Morbus Bechterew sicher diagnostiziert. Bis dahin ist wertvolle Zeit zur Bekämpfung des Leidens verstrichen. Der Welt-Morbus-Bechterew-Tag am 2. Mai 2020 ist darum ein Anlass, über diese verkannte Krankheit zu informieren.

Frühe Diagnose – gute Therapieaussichten

Morbus Bechterew ist eine entzündlich-rheumatische Erkrankung, die meist die Wirbelsäule betrifft und oft mit starken Schmerzen und einer eingeschränkten Beweglichkeit einhergeht. Sie beginnt bei den meisten Menschen zwischen dem 20. und 30. Lebensjahr. Aufgrund einer Fehlsteuerung im Körper führen entzündliche Prozesse zu einer Verknöcherung im Achsenskelett, also der Wirbelsäule und dem Brustkorb samt den Rippen. Die Folge ist ein Verlust an Beweglichkeit, der auch durch Versteifungen der Kreuz-Darmbein-Gelenke und der Wirbelsäule spürbar ist.

Tückisch: Morbus Bechterew kann auch andere Bereiche des Körpers betreffen und etwa Entzündungen der Augen, selten auch der Lunge, des Herzens, des Darms oder der Haut verursachen. Diese große Bandbreite an Symptomen macht die Diagnose der Krankheit so schwierig.

Eine möglichst frühe eindeutige Diagnose ist für die Behandlung von Morbus Bechterew besonders wichtig. Treten mindestens zwei der folgenden Symptome gemeinsam auf, sollte ein Rheumatologe konsultiert werden:

  • Rückenschmerz im unteren Bereich der Wirbelsäule in der zweiten Nachthälfte
  • Morgensteifigkeit/Anlaufschmerz
  • Müdigkeit
  • Nachlassende Steifigkeit durch Bewegung
  • Schmerzen im Gesäß, abwechselnd rechts und links

Symptome richtig deuten

Morbus Bechterew ist eine unheilbare rheumatische Erkrankung und gehört zur Gruppe der axialen Spondyloarthritiden. Mittlerweile kann ihr Fortgang medikamentös stark gehemmt werden – die früher typischen Spätfolgen wie eine stark verkrümmte Haltung und ein extrem gebeugter Gang lassen sich inzwischen weitgehend vermeiden.

Für den Erhalt der Beweglichkeit ist die frühestmögliche Diagnose besonders wichtig. Das gilt auch für die Frühform der nicht-röntgenologischen axialen Spondyloarthritis (nr-axSpA), bei der sich auf Röntgenbildern noch keine Verknöcherungen beobachten lassen. Nur der Facharzt kennt die Bandbreite der Symptome und kann durch gezielte Befragung des Patienten schnell Zusammenhänge erkennen.

Aussichtsreiche Behandlungsoption

Da Morbus Bechterew chronisch verläuft, muss die körpereigene Fehlsteuerung dauerhaft therapiert werden. Neben Antirheumatika zur Milderung der Entzündungen stehen Biologika zur Verfügung. Diese biotechnologisch hergestellten Eiweiße wirken auf die fehlgesteuerte Immunreaktion im Körper ein und blockieren jene Botenstoffe, die für die Entzündungen ursächlich sind und den Krankheitsverlauf vorantreiben.

Betroffene können auch selbst aktiv gegen Morbus Bechterew vorgehen: Begleitend zur medizinischen Behandlung helfen viel Bewegung und Physiotherapie, die Gelenke flexibel und den Rücken schmerzfrei zu halten.

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