Magnolie - Gewächs für Genießer

Alles über Magnolien

Sie ist der Star in jedem Park und der Stolz eines jeden Gärtners. Denn die Magnolie entfaltet ihre ganze Pracht nur dann, wenn sie sich wirklich wohlfühlt

Blühende Magnolien
© iStockphoto - hammondovi
Alles über Magnolien

Magnolie - Gewächs für Genießer

Wer könnte diesem Anblick widerstehen? Während die übrige Vegetation erst vorsichtig hervorkommt, wagt die Magnolie schon den ganz großen Wurf: Ab Ende März entfaltet sie ihre Pracht, die in ihrer Vollkommenheit fast unwirklich erscheint. Noch ohne ein einziges grünes Blatt ist der Baum für ein paar kurze Wochen überdeckt mit unzähligen zauberhaften Blütenkelchen.

Die Magnolie ist eine klassische Schönheit, die nie aus der Mode gekommen ist. In Europa, wo die neuzeitliche Magnolienzüchtung begann, schmücken die Menschen seit über 300 Jahren mit der einzigartigen Pflanze ihre Gärten und Parks. Für die Magnolie selbst ist dieser Zeitraum aber nur ein Wimpernschlag in ihrer langen Geschichte. Sie ist so etwas wie ein Dinosaurier unter den Pflanzen. Magnolien waren bereits auf der Erde zu finden, als es noch keine Bienen und ähnliche Insekten zur Bestäubung gab, stattdessen krochen Käfer in die noch geschlossenen Blüten und sorgten für die Vermehrung.
Ursprünglich stammen die heute bekannten Magnolienarten zum größten Teil aus Asien, einige auch aus Nord- und Südamerika. Vermutlich vor der letzten Eiszeit kam die Grande Dame der Ziergehölze dann auch nach Mitteleuropa. In Asien wurde und wird sie übrigens nicht nur wegen ihrer Schönheit geschätzt: Mit ihren Blütenblättern wird Reis aromatisiert, in heißem Öl ausgebackene Magnolienblüten sind eine Köstlichkeit der chinesischen Küche. Und aus der Rinde der Magnolia officinalis, die das Alkaloid Magnocurarin enthält, wird in der Traditionellen Chinesischen Medizin ein beruhigendes Tonikum hergestellt.

Der Name stammt aus der Karibik

Die Magnolie ist eine Kosmopolitin. Ihren Namen erhielt sie auf der karibischen Insel Martinique. Der französische Botaniker Charles Plumier (1646–1704) entdeckte dort eine Pflanze, die bei den Einheimischen den Namen „Talauma“ trug. Zu Ehren von Pierre Magnol (1638–1715), dem Mitbegründer unseres modernen Systems zur Klassifizierung der Pflanzen, gab er ihr den Gattungsnamen „Magnolia“. In China wiederum wachsen mehr als die Hälfte der 245 Arten. Im schweizerischen Tessin befindet sich die berühmte Magnolien-Baumschule von Otto Eisenhut. Und in Neuseeland werden derzeit die spektakulärsten Neuzüchtungen gemacht.

Buchtipp:

Oliver Kipp: „Magnolien“, Callwey Verlag, 144 Seiten, 56 Euro. Opulente Bilder, nützliche Gartentipps: Das 2008 mit dem Deutschen Gartenbuchpreis ausgezeichnete Werk ist eine wunderbare Hommage an die Magnolie.

Aber die Schöne ist trotz aller gärtnerischen Hochleistungen eine kapriziöse Dame geblieben. In unseren Breitengraden mit Magnolien zu gärtnern ist und bleibt ein gewisses Risiko. Die wunderbare Blütenfülle, der frühe Farbenrausch – alles kann durch eine einzige Frostnacht zerstört werden. Mit der Magnolie zu leben lehrt uns, das Schicksal zu akzeptieren und uns bewusst am gelungenen Moment zu erfreuen. Welch ein Geschenk!
Tipps

  • Die Magnolie hat einen großen, flach ausgebreiteten Wurzelballen. Der Umfang entspricht in etwa dem Ausmaß der Baumkrone. Die Pflanze trocknet leicht aus und muss besonders im ersten Jahr regelmäßig gewässert werden.
  • Magnolien lieben lockeren, leicht sauren Boden. Den Strauch mit Ballen im Frühjahr oder Herbst pflanzen, Containerware ganzjährig. Magnolien mögen es sonnig und windgeschützt.
  • Ein Rückschnitt ist bei Magnolien nicht nötig. Wenn man ihren Wuchs eindämmen möchte, lichtet man vorsichtig die Baumkrone aus, am besten im Spätsommer. Wer Zweige für die Vase schneiden möchte, sollte dies erst tun, wenn die Knospen schon leicht geöffnet sind. Im Haus öffnen sie sich dann vollständig, halten aber höchstens eine Woche.
  • In der Wilhelma, dem Zoologisch- Botanischen Garten Stuttgarts, blühen im April 70 Magnolienbäume (www.wilhelma.de).
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