Warum der anlandige Wind so gefährlich ist Der zweite Ostsee-Tote

Nun ist der zweite Tote nach diesem stürmischen Wochenende an der Ostsee zu beklagen. Wir erklären, warum der auflandige Wind so gefährlich ist.

Ostsee Der zweite Ostsee-Tote © Pixabay

Die DLRG hat Badegäste gewarnt

Grömitz, Timmendorfer Strand, Scharbeutz - an beliebten Ostseestränden wurde am Wochenende die rote Flagge herausgehängt, was ein Badeverbot bedeutet. Dazu wurde über Lautsprecher immer wieder auf dieses hingewiesen. Und trotzdem gingen viele Menschen ins Wasser. Wer den Atlantik kennt, belächelt gern die „Badewanne“ Ostsee mit ihrem Wellengang. Grund fürs Badeverbot sind auch nicht die für hiesige Verhältnisse hohen Wellen, sondern die mit dem auflandigen Wind einhergehende, gefährliche Unterströmung. Diese wird tatsächlich unterschätzt. Doch gerade für ältere Menschen,  Kinder und Nichtschwimmer können die Unterströmungen zur lebensgefährlichen Falle werden: Starke Unterströmungen können einem die Beine wegreißen und das Hochkommen schwermachen. „Die Ostsee hat zurzeit eine nicht sichtbare Unterströmug“, warnte auch die Leitstelle Süd auf Twitter. Das vergangene Wochenende hat zwei Menschen das Leben gekostet.

Warum ist der auflandige Wind zu gefährlich?

Der Wind, der in Richtung Land weht, sorgt für einen starken See- und Wellengang. Die Wassermengen fließen dann unter den brechenden Wellen zurück ins Meer. „Diese Unterströmung ist von außen nicht unbedingt zu erkennen, kann aber einen Badenden leicht umwerfen und ihn mit großer Kraft ins Meer ziehen“, erklärt Thies Wolfhagen vom DLRG Landesverband Schleswig-Holstein. Dieser kräftige Sog ist für Schwimmer nicht nur deutlich spürbar, er kann zur tödlichen Falle werden. Durch die einsetzende Panik werden Schwimmer dazu hektisch und verlieren schnell an wertvoller Kraft.

So verhalten Sie sich richtig

Achten Sie auf die Kennzeichungen, sprich Fahnen,  Durchsagen oder Schilder des DLRG. Wenn Sie die rote Fahne sehen, sollten Sie nicht ins Wasser gehen. Man darf aber an die Wasserkante gehen, um sich die Füße abzukühlen. Falls Sie trotzdem in eine gefährliche Unterströmung geraten sollten, dann heißt es Ruhe bewahren. Wolfhagen rät: „Es ist am besten, kurz die Luft anzuhalten, nicht gegen die Strömung anzuarbeiten und sich erstmal von der Strömung treiben zu lassen. Kommt man wieder an die Oberfläche, sollte man versuchen, zu winken und auf sich aufmerksam zu machen.“ Am besten, man legt sich so flach wie möglich aufs Wasser, wer kann, sollte versuchen, irgendwo Halt zu finden. 

Achtsam sein

Haben Sie an solchen Tagen auch ein Blick auf Ihr Umfeld, denn bei starkem Wind und Wellengetose kann man um Hilfe rufende Menschen oft nicht hören. Sehen Sie Menschen, die winken, einen hilflosen Eindruck machen oder plötzlich untergehen? Dann muss gehandelt werden! Wenn jemand in Not ist, sollten Sie zuerst schauen, ob jemand von der DLRG in der Nähe ist. Wenn nicht, sofort die 112 anrufen. Wenn Sie kein Handy dabei haben, muss das jemand anderes übernehmen. Gleichzeitig sollte jemand zum nächsten DLRG-Stand laufen. Gehen Sie auf keinen Fall alleine ins Wasser, wenn, dann nur mit mehreren - Ertrinkende, die in Panik sind, können einen mit hinunterziehen. Versuchen Sie, mit einem Gegenstand wie einem Surfbrett ins Wasser zu gehen - daran kann man sich festhalten. 

 

 

 

Schlagworte: