
Den Zahnarztbesuch auf eigene Kosten tragen? Die Bundesregierung spricht sich dagegen aus.
Die Bundesregierung hat sich klar gegen eine Privatisierung zahnärztlicher Leistungen positioniert. Damit wird eine Kernforderung des CDU-Wirtschaftsrats abgelehnt, der die Herausnahme von Zahnbehandlungen aus dem Leistungskatalog der gesetzlichen Krankenversicherung (GKV) vorschlug. Dies unterstreicht das Bekenntnis zum Solidarsystem und zum Ziel, Prävention zu stärken.
Bundesregierung gegen CDU-Vorschlag
Der stellvertretende Regierungssprecher Steffen Meyer betonte deutlich, dass derartige Pläne in der Bundesregierung nicht existieren. Eine wichtige Information für alle Versicherten, die sich um den Umfang ihrer zahnmedizinischen Absicherung sorgen. Für die Bürgerinnen und Bürger bedeutet dies, dass grundlegende zahnärztliche Behandlungen weiterhin über die GKV abgedeckt sind. Ein solcher Schritt würde dem Kerngedanken unseres Solidarsystems widersprechen und Prävention schwächen.
Warum der Zahnarztbesuch nicht privatisiert werden darf
Müssten wir den Zahnarztbesuch in Zukunft auf eigener Tasche zahlen, würde das innerhalb der Gesellschaft deutlich mehr Probleme schaffen, statt diese zu lösen:
1. Zugang für alle (soziale Gerechtigkeit)
In Deutschland ist Zahngesundheit Teil der gesetzlichen Krankenversicherung.
Würde der Zahnarztbesuch komplett privatisiert, würde folgendes passieren:
- Menschen mit wenig Einkommen würden Behandlungen aufschieben oder ganz meiden
- Karies, Parodontitis & Co. würden später teurer und gesundheitlich schlimmer
- Zahngesundheit würde stärker vom Geldbeutel abhängen
Zähne sind kein Luxus – sie beeinflussen Ernährung, Sprache, Selbstbewusstsein und sogar Herz-Kreislauf-Erkrankungen.
2. Prävention statt Reparatur
Das jetzige System fördert:
- Vorsorgeuntersuchungen
- Prophylaxe (z. B. Kontrolltermine, Früherkennung)
In einem rein privaten System lohnt sich wirtschaftlich eher die Behandlung von Schäden als deren Vermeidung. Das führt langfristig zu:
- mehr schweren Eingriffen
- höheren Gesamtkosten
- schlechterer Gesundheit
3. Kostenexplosion & Intransparenz
Erfahrungen aus stärker privatisierten Systemen (z. B. USA) zeigen:
- Preise steigen schneller
- Patient:innen können Qualität und Notwendigkeit schwer einschätzen
- Gefahr von Überbehandlung
Gerade beim Zahnarzt ist das Machtgefälle groß: Man sieht ja selbst nicht, was im Mund los ist und vertraut dem behandelnden Arzt oder der Ärztin.
4. Versorgung auf dem Land
Ein rein marktwirtschaftliches System würde:
- Praxen in lukrativen Städten bündeln
- ländliche Regionen schlechter versorgen
Das sieht man schon jetzt teilweise – eine Privatisierung würde das verschärfen.
5. Solidarprinzip als Grundidee
Das deutsche System beruht auf Solidarität. Bei kompletter Privatisierung ginge dieses Prinzip verloren – mit ziemlich harten sozialen Folgen.
Reformen und Zukunft der Zahnmedizin
Obwohl Privatisierungspläne abgelehnt werden, sind Reformen im Gesundheitswesen ein fortlaufendes Thema. Die Bundesregierung konzentriert sich auf weitreichende Reformvorhaben. Ende März soll beispielsweise eine von Gesundheitsministerin Nina Warken eingesetzte Kommission Vorschläge für Finanz- und Strukturreformen in der GKV vorlegen.
Fazit
Die klare Absage der Bundesregierung an eine Privatisierung zahnärztlicher Leistungen ist eine wichtige Botschaft für alle Einwohnerinnen und Einwohner Deutschlands. Sie sichert den Erhalt des solidarischen Prinzips im Bereich der Zahnmedizin und gewährleistet, dass der Zugang zu notwendigen Behandlungen nicht vom Einkommen abhängt. Während Reformen fortlaufend diskutiert werden, bleibt die Grundversorgung der Zähne fest in staatlicher Hand verankert. Dies gibt Stabilität und Vertrauen in ein zentrales Element unserer Gesundheit.
FAQ
Was bedeutet die Ablehnung einer Privatisierung zahnärztlicher Leistungen?
Die Ablehnung bedeutet, dass zahnärztliche Behandlungen weiterhin zum Leistungskatalog der gesetzlichen Krankenversicherung (GKV) gehören und nicht privatisiert werden.
Wer hat die Privatisierung zahnärztlicher Leistungen gefordert?
Die Forderung nach einer Privatisierung von Zahnarztbesuchen kam vom Wirtschaftsrat der CDU.
Welche Rolle spielt das Solidarsystem in der deutschen Zahnmedizin?
Das Solidarsystem stellt sicher, dass alle Versicherten Zugang zu zahnmedizinischen Behandlungen haben, unabhängig von ihrem Einkommen oder sozialen Status.
Werden zukünftig Reformen im Bereich der Krankenversicherung erwartet?
Ja, die Bundesregierung plant weiterhin weitreichende Reformen im Gesundheitswesen, unter anderem durch eine eingesetzte Sozialstaatskommission und eine kommende Kommission zur gesetzlichen Krankenversicherung.
Warum ist die Absicherung von Zahnbehandlungen wichtig?
Eine gute Mundgesundheit ist entscheidend für das allgemeine Wohlbefinden und die Gesundheit. Eine umfassende Absicherung verhindert, dass notwendige Behandlungen aus finanziellen Gründen unterbleiben.






